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Die Tönnies-Fleischfabrik in Gütersloh

Gemischte Bilanz

Gewerkschaft beklagt weiterhin Druck auf Schlachthofbeschäftigte

Seit Jahresbeginn gelten strengere Arbeitsschutz-Vorschriften in Schlachthöfen. Die Gewerkschaft NGG zieht eine gemischte Zwischenbilanz: Unternehmen arbeiteten weiterhin mit Einschüchterungen und massivem Druck.

Donnerstag, 27.05.2021, 5:22 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 26.05.2021, 15:15 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |  

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) sieht nach dem seit Jahresbeginn geltenden gesetzlichen Verbot von Werksverträgen in Schlachthöfen nur zum Teil Verbesserungen. „Die deutschen Konzerne können sich jetzt nicht mehr rausreden und auf ihre Subunternehmen verweisen, wenn es zu Fehlverhalten gegenüber den Beschäftigten kommt“, sagte Vize-Chef Freddy Adjan den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Allerdings arbeiteten manche Unternehmen weiterhin mit „Einschüchterung und massivem Druck“. „Da gibt es Vorarbeiter, die früher bei dubiosen Fremdfirmen ihr Unwesen getrieben haben“, berichtete Adjan. „Die treten nicht plötzlich weniger aggressiv oder verantwortungsbewusster auf, nur weil sie jetzt direkt bei den Schlachthöfen angestellt sind.“

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Zudem forderte er von Großbetrieben wie etwa Tönnies und Wiesenhof einen branchenweiten Tarifvertrag mit seiner Gewerkschaft abzuschließen, da sich für viele Beschäftigte die Bezahlung nicht spürbar verbessert habe. „Einige Beschäftigte haben heute sogar weniger Geld in der Tasche, weil sie heute nicht mehr 14 oder 15 Stunden am Tag arbeiten“, betonte er. Die Kontrolle der Arbeitszeiten funktioniere.

Ausbeuterische Arbeitsbedinungen

Nach den großen Corona-Ausbrüchen unter Schlachthof-Mitarbeitern hatte die Bundesregierung ein Verbot sogenannter Werkverträge auf den Weg gebracht. Es soll Strukturen unterbinden, die es den großen Unternehmen der Fleischindustrie ermöglichen, die Verantwortung für ausbeuterische Arbeitsbedingungen und die unwürdige Unterbringung ausländischer Arbeiter auf Subunternehmen abzuschieben.

Zum 1. Januar waren Werkverträge in Schlachthöfen verboten worden, bis 1. April galt noch eine entsprechende Übergangsfrist für Leiharbeit. Auf der Grundlage eines Tarifvertrages ist es möglich, Auftragsspitzen in der Fleischverarbeitung durch Leiharbeiter aufzufangen. (epd/mig)

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  1. urbuerger sagt:

    Mal ehrlich gefragt!
    Wer glaubt denn, dass die Regierung wirklich darauf hinarbeiten würde, dass es den ausländischen Arbeitern in der Fleischindustrie besser geht?

    Man sollte immer bedenken, dass vonSeiten der Regierung ja auch für die hiesigen Arbeiter kaum bis keine Verbesserungen kommen, wie man ja bestens bei den Mindestlôhnen erkennen kann!
    Hier werden Löhne, die zwingend nötig wären, eine bessere Rente erarbeiten zu können, vollumfänglich blockiert, weil dies nicht erwünscht ist!
    Jede Verbesserung der Situation des Arbeiters, egal wo er herkommt, ob Deutscher, Migrant oder Saisonarbeiter auf dem Bauernhof, diese Arbeiter werden als das unterste Glied der Gesellschaft gesehen und als nicht förderungswürdig erachtet!

    Wen von den Politikern interessiert es denn schon wirklich, ob die heutigen Arbeiter am Ende ihrer immer länger werdenden Schaffenszeit mit der Rente noch Wohnen und Leben können oder nicht!

    Wichtig ist dieser Regierung, die wahrscheinlich auch wieder die nâchste stellt, nur die Wirtschaft, die Industrie und das Aktien Kapital!
    Allein die Tätigkeiten der Lobbyverbände deuten an, wie stark die Regierung von Jenen abhängig ist, die Lobbyisten schreiben Gesetzestexte, Verordnungen und Anordnungen selbständig oder arbeiten maßgeblich daran mit, um ihre Interessen gewahrt zu sehen!!!