Oury Jalloh, Demo, Rassismus, Polizei, Mord, Gewahrsam
Gedenkdemonstration zum 14. Todestag von Oury Jalloh in Dessau (Archiv) © Tim Lüddemann @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Initiative Schwarze Menschen

Rassistische Polizeigewalt auch hierzulande ein Problem

In Deutschland wird rassistischer Polizeigewalt verschwiegen – seit 1990 blieben rund 180 Fälle ohne Konsequenzen. Das wirft die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland Behörden und der Politik vor.

Mittwoch, 26.05.2021, 5:23 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 25.05.2021, 16:40 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |  

Ein Jahr nach dem Tod des Schwarzen George Floyd in den USA beklagt die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland ein Verschweigen von rassistischer Polizeigewalt. Auch in Deutschland ende Polizeigewalt in einigen Fällen tödlich, sagte der Sprecher der Initiative, Tahir Della, am Dienstag im Deutschlandfunk.

Er erinnerte an den Tod des Flüchtlings Oury Jalloh vor 16 Jahren. Dieser Fall werde bis heute nicht wirklich ernstgenommen. Der aus Sierra Leone stammende Asylbewerber war Anfang 2005 bei einem Brand in einer Dessauer Polizeizelle gestorben.

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180 Fälle seit 1990

Seit 1990 habe es insgesamt 180 Vorkommnisse von rassistischer Polizeigewalt in Deutschland gegeben, die tödlich geendet hätten, sagte Della. Die meisten seien ohne Konsequenzen geblieben. Die Fälle würden nicht als systemisches Problem behandelt, erklärte Della. Notwendig seien unabhängige Untersuchungen und eine größere Bereitschaft der Polizeibehörden, sich dem Problem zu stellen.

Della sprach aber auch von einem Wandel in der Gesellschaft: Bei vielen, vor allem jungen Menschen sei das Problembewusstsein gewachsen. Gefragt sei eine Zivilgesellschaft, die Einfluss auf die Politik nehme. Die Gesellschaft insgesamt sei aufgerufen, sich von rassistischen Bildern zu verabschieden, betonte der Sprecher. Rassismus sei in allen gesellschaftlichen Bereichen zu finden. (epd/mig)

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