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Forschungsschiff "Poseidon" wird zum Rettungsschiff © steffenz @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

„Alan Kurdi“ wieder frei

Neues Flüchtlingsrettungsschiff „Rise Above“ getauft

Der Dresdner Verein Mission Lifeline hat mit „Rise Above“ ein neues Rettungsschiff für den Einsatz im Mittelmeer. Mit 18 Knoten könne das Schiff auch mit der libyschen Küstenwache mithalten. Derweil kam das Rettungsschiff „Alan Kurdi“ wieder frei.

Montag, 12.04.2021, 5:20 Uhr|zuletzt aktualisiert: Sonntag, 11.04.2021, 20:16 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Ein neues Flüchtlingsschiff des Dresdner Vereins Mission Lifeline soll künftig Flüchtlinge im Mittelmeer retten. Der sächsische Landesbischof Tobias Bilz taufte am Freitag im schleswig-holsteinischen Elbhafen von Wewelsfleth die „Rise Above“. Der Verein hatte das ehemalige Torpedofangboot der Bundesmarine Ende 2019 erworben und baut es seitdem in Wewelsfleth zu einem Rettungsschiff um. Die Kosten belaufen sich nach Vereinsangaben auf rund 600.000 Euro und werden aus Spenden gedeckt. In den nächsten Wochen soll die „Rise Above“ ins Mittelmeer überführt werden, wo sie vor der nordafrikanischen Küste ihren ersten Einsatz beginnt.

Es sei ein Gebot der Nächstenliebe, Menschen vor dem Ertrinken zu retten, sagte der evangelische Bischof. Er unterstütze die lebensrettende Arbeit von Mission Lifeline, und ihn beeindrucke der hohe persönliche Einsatz der Crew. „Die zivile Seenotrettung übernimmt stellvertretend Aufgaben, die dringend einer politischen Lösung bedürfen“, sagte Bilz. Er sei stolz darauf, dass ein Schiff zur Rettung von Flüchtlingen von Sachsen aus losgeschickt werde.

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In etwa vier Wochen werde die „Rise Above“ ihre Fahrt beginnen, sagte Vereinsvorstand Axel Steier. Auf dem Weg nach Helgoland erfolge der Praxistest. Dann werde das Schiff Richtung Mittelmeer starten. Die zehn Mitglieder der Crew arbeiten ehrenamtlich. Das 25 Meter lange Schiff hat eine Krankenstation an Bord. Es kann zahlreiche Flüchtlinge aufnehmen und verfügt über aufblasbare Rettungsinseln. Mit 18 Knoten (rund 33 km/h) sei die „Rise Above“ schneller als andere Rettungsschiffe und könne auch mit der libyschen Küstenwache mithalten, sagte Steier.

Rettungsschiff „Alan Kurdi“ wieder frei

Wo die geretteten Flüchtlinge anlanden, sei noch offen. Frühere Schiffe des Dresdner Vereins waren nach Rettungseinsätzen beschlagnahmt worden. So war es auch dem Rettungsschiff „Alan Kurdi“ ergangen, der am Freitag per Richterspruch wieder freikam. Die italienische Küstenwache hatte die „Alan Kurdi“ wegen angeblich technischer Mängel im Oktober im Hafen von Olbia auf Sardinien festgesetzt, nachdem die Crew 133 Flüchtlinge im Mittelmeer gerettet hatte. Gegen die Festsetzung hatte Sea-Eye im Eilverfahren geklagt.

Nach Angaben des Vereins entschied ein italienisches Gericht, dass das Schiff nicht länger festgehalten werden dürfe. Der Verhandlungstermin in der Hauptsache, bei dem über die Rechtmäßigkeit der Festsetzung entschieden werde, soll am 3. November 2021 stattfinden. Vertreter des italienischen Verkehrsministeriums setzten sich den Angaben zufolge vor Gericht für strengere Regeln und höhere technische Auflagen für Rettungsschiffe ein. (epd/mig)

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