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Studie

Migrantenorganisationen in Wohlfahrtspflege strukturell benachteiligt

Migrantenorganisationen in der sozialen Hilfe werden vom Staat benachteiligt. Sie erhalten weniger Förderung als alteingesessene Wohlfahrtsverbände. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung hervor.

Donnerstag, 04.03.2021, 5:25 Uhr|zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 04.03.2021, 9:11 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Zuwandererorganisationen bieten in Deutschland vielfältige soziale Hilfen an, werden aber vom Staat nicht im gleichen Umfang gefördert wie alteingesessene Verbände der klassischen Wohlfahrtspflege. In einer am Dienstag in Berlin veröffentlichten Studie des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) empfehlen Wissenschaftler daher, die öffentlichen Zuwendungen passgenauer auf die sozialen Hilfen von und für Migranten zuzuschneiden.

„Oft besteht eine unzureichende personelle und materielle Ausstattung“, was sich im Mangel an hauptamtlichen Mitarbeitern ausdrückt, heißt es in der Studie. Auch in der Flüchtlingsarbeit stellen die Verfasser fest: „Nur wenige der Migrantenorganisationen erhalten eine Bundes- oder Landesförderung.“

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Unüberwindbare Hürden

Die Verfasser machen dabei strukturelle Benachteiligungsmechanismen fest. So seien Einbringung von Eigenmitteln oder Nachweise früherer Förderungen für viele der Migrantenorganisationen „eine unüberwindbare Hürde“.

Dabei reicht ihr Programm von Jugendarbeit über Hilfen bei Behördengängen bis zur Pflegeberatung. 85 Prozent der Migrantenorganisationen haben mindestens ein Angebot für Jugendliche, zumeist Freizeitangebote. Fast zwei Drittel bieten Hilfen für Geflüchtete an, knapp die Hälfte wendet sich mit mindestens einem Unterstützungsangebot an Senioren. 16 Prozent aller befragten Organisationen arbeiten mit behinderten Menschen und 12 Prozent bieten Pflegeberatung an.

Guter Zugang zur Zielgruppe

Am häufigsten sind die Organisationen in der Kultur-, Musik- und Kunstszene aktiv (65 Prozent), gefolgt vom Sozialen und dem Bildungssektor. Knapp die Hälfte arbeiten mit Schulen zusammen. Ihre Stärken liegen der Untersuchung zufolge in einem guten Zugang zu ihrer Zielgruppe, in ihrer Flexibilität und im Verständnis für die Bedürfnisse ihrer Klientel sowie in ihrer Fähigkeit, Ehrenamtliche zu mobilisieren.

In der vom Bundesfamilienministerium geförderten Studie wurden die Aktivitäten säkularer Organisationen untersucht. Für die Studie wurden in den beiden vergangenen Jahren 228 Organisation befragt, die überwiegend als eingetragene Vereine in den Ballungsgebieten tätig sind, während auf dem Land soziale Hilfen den Angaben zufolge stärker von religiösen Migranten-Gemeinden geleistet werden. (epd/mig)

Gesellschaft Leitartikel
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