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Ein Flüchtlingslager in Nigeria © World Food Programme (WFP)

Corona

Welternährungsprogramm warnt vor starkem Anstieg des Hungers und der Flucht

Die Corona-Pandemie führt laut Welternährungsprogramm zu einem drastischen Anstieg des Hungers und damit auch zu weiteren Migrationsbewegungen. Einer aktuellen Studie zufolge werden bis Ende des Jahres weltweit 270 Millionen Menschen unter akutem Hunger leiden.

Dienstag, 17.11.2020, 5:25 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 16.11.2020, 14:29 Uhr Lesedauer: 3 Minuten  |   Drucken

Hunger und Flucht hatten bereits vor Ausbruch von Corona Rekordhöhen erreicht. Einer neuen Studie zufolge könnten sowohl Welthunger als auch Vertreibung der Bevölkerung weiter rasant ansteigen. Demnach müssen Menschen ihr Zuhause verlassen und diejenigen, die auf die schwindenden Rücküberweisungen von Familie und Freunden aus dem Ausland angewiesen sind, suchen verzweifelt Arbeit, um ihre Familien zu unterstützen.

Der Bericht wurde Dienstag vergangener Woche von der Internationalen Organisation für Migration (IOM) und dem UN World Food Programme (WFP) veröffentlicht und zeigt, wie die Pandemie den Hunger und die Bedürftigkeit von Migranten, Familien, die auf Rücküberweisungen angewiesen sind, und Gemeinschaften, die durch Konflikte, Gewalt und Katastrophen aus ihrer Heimat vertrieben wurden, erhöht hat.

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Hunger schießt in die Höhe

Die beiden UN-Organisationen warnen davor, dass der soziale und wirtschaftliche Tribut der Pandemie verheerend sein könnte und fordern die Welt auf, diese katastrophalen Auswirkungen zu verhindern. Angesichts unmittelbarer und steigender humanitärer Bedarfe sei mehr Unterstützung notwendig, die sozioökonomischen Folgen der Krise müssten angegangen werden und die Bedürftigsten dürften nicht vergessen werden.

„Die sozio-ökonomischen Auswirkungen der Pandemie sind verheerender als die Krankheit selbst. Viele Menschen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen, die noch vor wenigen Monaten gerade so über die Runden kamen, stehen jetzt vor ihren zerstörten Lebensgrundlagen. Auch die Rücküberweisungen von Arbeitenden im Ausland an ihre Familien zu Hause sind versiegt und verursachen immense Not. Infolgedessen schießt der Hunger weltweit in die Höhe“, so WFP-Exekutivdirektor David Beasley.

Auswirkungen der Pandemie

„Die Auswirkungen der COVID-19-Krise auf Gesundheit und Mobilität der Menschen drohen globale Anstrengungen – auch im Rahmen des Globalen Pakt für eine sichere, geordnete und reguläre Migration– zunichte zu machen und behindern laufende Hilfe für Bedürftige. Es liegt in unserer kollektiven Verantwortung, die Rechte von Menschen, die migrieren oder fliehen, zu schützen und sie vor weiterem Schaden zu bewahren”, sagte IOM-Generaldirektor António Vitorino.

Die Auswirkung der Pandemie auf die Art und Weise, wie sich Menschen bewegen, ist der Studie zufolge beispiellos. Corona-Maßnahmen und -Einschränkungen, die in mehr als 220 Ländern eingeführt wurden, um die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen, schränkten die Mobilität und die Arbeitsmöglichkeiten der Menschen erheblich ein. Dadurch sei es für Migranten und Vertriebene schwieriger geworden, sich Nahrungsmittel zu leisten und ihre Grundbedürfnisse zu decken.

Hunger und Flucht

Hunger und Vertreibung sind eng miteinander verflochten. Hunger – vor allem in Verbindung mit Konflikt – ist ein kritischer Push-Faktor, der Menschen zur Flucht zwingt. Neun von zehn der schlimmsten Ernährungskrisen der Welt sind in Ländern, die gleichzeitig die größte Zahl von Binnenvertriebenen verzeichnen. Die Mehrheit der Vertriebenen lebt in Ländern, die von akutem Hunger und Mangelernährung betroffen sind.

Die 164 Millionen Wanderarbeitern weltweit gehören der Studie zufolge zu dem am schlimmsten von der Pandemie betroffenen Bevölkerungsgruppen. Sie arbeiten oft befristet oder saisonal für niedrige Löhne und ohne Zugang zu sozialen Schutzsystemen. Während Wirtschaftskrisen sind diese Bevölkerungsgruppen oft die ersten, die ihre Arbeit verlieren. Darüber hinaus könnten Unterbrechungen der landwirtschaftlichen Saisonarbeit schwerwiegende Auswirkungen auf die Produktion, Verarbeitung und Verteilung von Nahrungsmitteln haben, was die Verfügbarkeit und Erschwinglichkeit von Nahrungsmitteln vor Ort und weltweit weiter beeinträchtigen könnte.

Experten warnen vor verheerenden Folgen

Ohne nachhaltiges Einkommen, so warnt der Bericht, werden viele Migranten nicht nur zur Rückkehr in ihre Heimat gedrängt, auch Rücküberweisungen, die für rund 800 Millionen – oder jeden neunten – Menschen auf der Welt ein wichtiger Rettungsanker sind, werden zumindest temporär zurückgehen.

„Die Pandemie hat die Lebensgrundlagen von Migranten immer knapper werden lassen und die Weltbank erwartet 2021 einen Rückgang der weltweiten Rücküberweisungen an Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen um 14 Prozent“, warnen die Studienherausgeber. Die Folgen für die Ernährungssicherheit könnten verheerend sein. WFP geht davon aus, dass allein durch den erwarteten Rückgang der Rücküberweisung mindestens 33 Millionen weitere Menschen bis Ende kommenden Jahres Hunger leiden könnten. (mig)

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  1. Ute Plass sagt:

    „Die Pandemie hat die Lebensgrundlagen von Migranten immer knapper werden lassen und die Weltbank erwartet 2021 einen Rückgang der weltweiten Rücküberweisungen an Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen um 14 Prozent“, warnen die Studienherausgeber. Die Folgen für die Ernährungssicherheit könnten verheerend sein. WFP geht davon aus, dass allein durch den erwarteten Rückgang der Rücküberweisung mindestens 33 Millionen weitere Menschen bis Ende kommenden Jahres Hunger leiden könnten.“

    Diese schrecklichen Verwerfungen haben die wohlhabenden Staaten
    mit ihrer Corona-Hysterie mit zu verantworten. Welch ein Hohn, von
    Solidarität zu faseln, während diese vermeintliche Solidarität das Leben
    so vieler Menschen bedroht und sie noch weiter ihrer Lebensgrundlagen
    beraubt.
    Nicht dem Virus, welches, auch lt. WHO im Gefährdungsgrad saisonalen Grippen gleich kommt, sind diese grausamen Gedankenlosigkeiten zuzuschreiben, sondern den Maßnahmen von Regierungen und Bevölkerungen, die vor allem um sich selber kreisen.