Seenotrettung, Flüchtlinge, Mittelmeer, Alan Kurdi, Sea Eye, Schiff, Boot
Rettungsschiff Alan Kurdi im Mittelmeer © Sea Eye

Strafanzeige

Seenotrettung „Sea Eye“ zeigt AfD-Politiker an

Ein AfD-Politiker behauptet auf Facebook, der Nizza-Attentäter sei auf einem Rettungsschiff nach Europa gelangt. Dagegen wehrt sich Sea Eye jetzt mit einer Strafanzeige. Der AfD-Politiker hetze und missbrauche die Trauer der Betroffenen.

Montag, 02.11.2020, 5:21 Uhr|zuletzt aktualisiert: Sonntag, 01.11.2020, 16:04 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |   Drucken

Die Seenotrettungsorganisation Sea Eye hat Anzeige gegen den Berliner AfD-Politiker Georg Pazderski gestellt. Man habe Pazderski „wegen aller in Frage kommenden Straftaten“ angezeigt, teilte der Regensburger Verein am Samstagabend mit. Pazderski hatte am Samstag in einem Facebook-Post geschrieben, dass der Attentäter von Nizza auf dem von Sea Eye eingesetzten Rettungsschiff „Alan Kurdi“ nach Europa gelangt sei. Alles deute darauf hin, dass der Islamist seine Anwesenheit in Europa deutschen Seenotrettern verdanke, schreibt Pazderski.

„Er war nicht an Bord der ‚Alan Kurdi'“, erklärte die Organisation Sea Eye. Pazderski verbreite die Unwahrheit, um die Trauer und Betroffenheit der Menschen zu missbrauchen und sie gegen Seenotretter aufzuhetzen“, kritisierte der Sea-Eye-Vorsitzende Gorden Isler. Seit Pazderskis Facebook-Post erreichten Sea Eye verstärkt Anschuldigungen, Beleidigungen und schwere Vorwürfe. „Hier versucht ein Rechtspopulist auf schändlichste Weise das Leid der Opfer und deren Angehörige sowie die Betroffenheit der Menschen für seine eigene politische Agenda auszunutzen.“ Dies müsse Konsequenzen haben.

___STEADY_PAYWALL___

15.000 Menschen gerettet

Sea Eye habe seit dem Jahr 2015 mehr als 15.000 Menschenleben gerettet. Die Organisation stehe für das Leben, die Menschenrechte und ziviles Engagement, betonte Isler. „Wir waren alle schrecklich entsetzt über diesen Terroranschlag und verurteilen ihn aufs Schärfste“, sagte er zu dem Anschlag in Nizza. „Wir nehmen Anteil an der tiefen Trauer der Angehörigen und stehen an der Seite aller Menschen, die sich gegen Gewalt und Terror stellen.“

In Nizza hatte am Donnerstag bei einem Anschlag ein Mann drei Menschen in und nahe der Basilika Notre-Dame mit einem Messer getötet. Unter den Opfern waren der Küster der Kirche sowie zwei Frauen. Der mutmaßliche Attentäter soll laut Ermittlern ein 21-jähriger Tunesier sein, der nur wenige Tage vor dem Anschlag über Italien nach Frankreich gekommen sein soll. (epd/mig)

Zurück zur Startseite
UNTERSTÜTZE MiGAZIN! (mehr Informationen)

Wir informieren täglich über Migration, Integration und Rassismus. Dafür wurde MiGAZIN mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet. Um diese Qualität beizubehalten und den steigenden Ansprüchen an die Themen gerecht zu werden bitten wir dich um Unterstützung: Werde jetzt Mitglied!

MiGGLIED WERDEN
MiGLETTER (mehr Informationen)

Bestelle jetzt den kostenlosen MiGAZIN-Newsletter:

Auch interessant
MiGDISKUTIEREN (Bitte die Netiquette beachten.)