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Die libysche Flagge © Ben Sutherland @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Appell an Europa

Mehr als 100 Bootsflüchtlinge nach Libyen zurückgebracht

Erneut wurden Bootsflüchtlinge auf dem Mittelmeer aufgegriffen und nach Libyen zurückgebracht. Die Internationale Organisation für Migration fordert Europa erneut auf, solche Rückführungen zu beenden. In Libyen drohe den Menschen Haft und Folter.

Donnerstag, 23.07.2020, 5:20 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 22.07.2020, 20:15 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Auf dem Mittelmeer sind 131 Bootsflüchtlinge, die aus Libyen fliehen wollten, aufgegriffen und in das Land zurückgebracht worden. Die Menschen wurden von der libyschen Küstenwache in den Hafen der Hauptstadt Tripolis gefahren, wie die Internationale Organisation für Migration (IOM) am Mittwoch mitteilte. Unter den Flüchtlingen sind 13 Minderjährige. Ein IOM-Team leistete Erste Hilfe.

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Die UN-Organisation hat die europäischen Staaten mehrfach aufgefordert, die Rückführung von Flüchtlingen und Migranten nach Libyen zu beenden. Libyen sei kein sicherer Hafen, betont die IOM. In diesem Jahr wurden nach ihren Angaben bereits etwa 6.000 Migranten auf See abgefangen oder gerettet und nach Libyen zurückgebracht.

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Tausende Menschen riskierten in seeuntauglichen Booten ihr Leben, um vor Misshandlung, Ausbeutung und bewaffneten Konflikten in Libyen zu flüchten, erklärte die IOM. Werden sie aufgegriffen und zurückgebracht, landeten die meisten in Haftzentren mit extrem schwierigen Bedingungen, andere in inoffiziellen Lagern. Von manchen verliere sich die Spur, es sei zu befürchten, dass sie in die Hände krimineller Menschenschmuggler gerieten.

400.000 Menschen auf der Flucht

Wegen des Bürgerkriegs in Libyen sind den UN zufolge mehr als 400.000 Menschen in dem nordafrikanischen Land auf der Flucht. Deutschland, Frankreich und Italien hatten beim EU-Gipfel am Wochenende ihre Sorge über die zunehmenden militärischen Spannungen in dem Land geäußert.

Hauptkontrahenten in dem Konflikt sind der international anerkannte libysche Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch und Rebellengeneral Chalifa Haftar. Sie erhalten jeweils von verschiedenen ausländischen Mächten Hilfe. Als Unterstützer von Al-Sarradsch gilt etwa die Türkei, als Helfer Haftars bislang etwa Russland und Ägypten. (epd/mig)

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