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Yasin Baş © Baş, bearb. MiG

Hanau

Ein vorläufiger Tiefpunkt in Deutschland

Unter den Opfern befinden sich Gemeindemitglieder örtlicher Moscheen in Hanau. Moscheen, die zuvor Bombendrohungen erhalten haben. Ihre Rufe nach mehr Sicherheit wurden nicht erhört.

Von Freitag, 21.02.2020, 5:23 Uhr|zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 20.02.2020, 22:21 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |   Drucken

Noch vor wenigen Tagen wurden zahlreiche Mitglieder einer rechtsterroristischen Gruppierung bei einer bundesweiten Razzia festgenommen. Viele Menschen waren erleichtert, dass Deutschland vor einem weiteren rechtsterroristischen Anschlag verschont geblieben war. Diese Erleichterung sollte bedauerlicherweise nur von kurzer Dauer sein.

In der Nacht vom 19. Februar sind in der hessischen Stadt Hanau neun Menschen erschossen worden. Nach der Serie von Bombendrohungen und Angriffen auf mehrere Moscheen in der letzten Woche sind wir am absoluten Tiefpunkt angekommen: Dem Auslöschen von Leben! Dem Töten! Der Zerstörung!

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Deutschland durchlebt einen seiner grauenvollsten Tage. Die menschenverachtenden Taten von Hanau machen sprach- und fassungslos. Es fällt schwer, diese Zeilen zu schreiben, weil Eltern urplötzlich ihre Kinder verloren haben. Es fällt schwer, weil Kinder ihre Mütter und Väter verloren haben. Und es fällt schwer, weil Geschwister, Verwandte und Freunde unerwartet nicht mehr da sind.

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Unter den Opfern von Hanau befinden sich auch Gemeindemitglieder von Moscheen. Auch die Moscheen in Hanau hatten zuvor Drohungen erhalten. Eltern berichten, dass sie als die ersten Eilmeldungen publik wurden, ihre Söhne und Töchter anriefen, um zu fragen, wo sie sich befänden, und baten sie, nach Hause zu kommen. Das zeigt, dass sich die Angst und Unsicherheit immer mehr in unsere freie Gesellschaft ausbreitet. Genau das bezwecken diejenigen, die unsere Gesellschaft spalten und unser demokratisches System vernichten wollen.

Seit Jahren mahnen migrantische oder muslimische Organisationen vor der stetig wachsenden Zahl von Drohungen, Angriffen und Diskriminierungen. Die statistisch erfassten Zahlen, die bei Weitem nicht das wahre Ausmaß der Übergriffe, Gewalttaten, Beleidigungen oder Schmähungen zeigen, dürften nur die Spitze des Eisbergs darstellen. Das Unheil wird unaufhörlich vorausgesagt, findet jedoch oftmals wenig Gehör. Diese „Kassandrarufe“ müssen endlich ernst genommen werden.

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