Pegida, Dresden, Rechtsextremismus, Neonazis
"Pegida"-Aufmarsch in Dresden

Pegida über Mord an Lübcke

Ein Mord aus Hass alle zwei, drei Jahre ist doch normal

Der Mord an Walter Lübcke sei "normal", so ein Pegida-Teilnehmer vor laufenden Kameras, ein anderer bezeichnet Lübcke als "Volksverräter. Jetzt ist die Staatsanwaltschaft Dresden aktiv geworden.

Montag, 08.07.2019, 5:23 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 10.07.2019, 17:41 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Die Staatsanwaltschaft Dresden hat Ermittlungen wegen Aussagen einiger „Pegida“-Demonstranten zum Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) veranlasst. Es sei ein Verfahren gegen Unbekannt wegen Billigung von Straftaten eingeleitet worden, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Dresden, Lorenz Haase, dem „Evangelischen Pressedienst“ am Freitag und bestätigte damit einen Bericht des Berliner „Tagesspiegel“.

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Außerdem werde geprüft, ob noch weitere Straftatbestände in Frage kämen, sagte der Oberstaatsanwalt weiter. Dazu könnten demnach unter anderem Volksverhetzung und Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener zählen. Die Staatsanwaltschaft habe selbst die Initiative zu den Ermittlungen ergriffen, erklärte Haase. Ob auch Anzeigen gestellt worden seien, könne er nicht sagen.

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Das ARD-Magazin „Kontraste“ hatte am Donnerstagabend einen Beitrag ausgestrahlt, in dem mehrere „Pegida“-Anhänger Verständnis für den Mord an Lübcke geäußert hatten. Ein Befragter der Demonstration am vergangenen Montag sagte, Kanzlerin Angela Merkel (CDU) habe mit ihrer Flüchtlingspolitik Hass auf Politiker geschürt. „Sie hat das zu verantworten“, sagte er. Ein anderer „Pegida“-Anhänger sagte: „Im Vergleich zur linksextremen Gefahr ist ein Mord alle zwei, drei Jahre aus irgendwelchen Hassgründen relativ normal.“ Auch als „Volksverräter“ wurde Lübcke bezeichnet.

Tatverdächtiger sitzt in Untersuchungshaft

Lübcke war am Abend des 2. Juni auf der Terrasse seines Wohnhauses durch einen Kopfschuss getötet worden. Der zum Zeitpunkt seines Todes 65 Jahre alte CDU-Politiker war in rechten Kreisen verhasst, weil er eine humanitäre Aufnahme von Flüchtlingen befürwortete.

Ein Tatverdächtiger, der Rechtsextremist Stephan E., sitzt seit dem 16. Juni in Untersuchungshaft. Ein zunächst abgelegtes Geständnis hat E. inzwischen widerrufen. Nach Angaben des Verfassungsschutzes ist E. seit Jahrzehnten in der rechtsextremen Szene aktiv. (epd/mig)

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