Konzentrationslager, Sachsenhausen, KZ, Juden, Holocaust
Konzentrationslager in Sachsenhausen © Mikel Larreategi @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Vertrag aufgelöst

KZ-Gedenkstätte wurde von Rechtsextrmisten bewacht

Die Gedenkstätte Sachsenhausen wurde zeitweise von einem Unternehmen bewacht, das einem Rechtsextremisten gehört. Die Stiftung hat jetzt den Vertrag aufgelöst.

Dienstag, 23.04.2019, 5:21 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 24.04.2019, 17:38 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |   Drucken

Nach dem Einsatz eines Subunternehmens mit Kontakten zur rechtsextremen Szene trennt sich die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten von einem Wachschutz-Unternehmen. Der Auflösungsvertrag mit dem Unternehmen „City Control“ sei von beiden Seiten unterzeichnet worden, teilte die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten am Donnerstag in Oranienburg mit. Damit werde der laufende Vertrag vorzeitig zum 30. Juni beendet.

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Die Firma war den Angaben zufolge seit dem 1. Februar 2018 mit der Bewachung der Gedenkstätten Sachsenhausen und Ravensbrück beauftragt. Die reguläre Laufzeit des Vertrages hätte am 31. Januar 2020 geendet.

Nach Medienberichten hat die Firma „City Control“ Mitte Februar gegenüber der Gedenkstättenstiftung eingeräumt, dass sie in der Gedenkstätte Sachsenhausen bei sechs Schichten Mitarbeiter eines Subunternehmens aus Cottbus eingesetzt habe. Dessen Geschäftsführer ist nach Einschätzung des Verfassungsschutzes im rechtsextremen Milieu verankert. Weiter hieß es: „Diese für die Stiftung vollkommen inakzeptable Vorgehensweise stand im Widerspruch zu den vertraglichen Vereinbarungen.“

Vertragswidrige Tätigkeit

Laut Vertrag sei die Firma „City Control“ verpflichtet gewesen, keinerlei Kontakte zu Personen oder Organisationen zu unterhalten, die dem besonderen Charakter der Gedenkstätten und ihrem Bildungsauftrag entgegenstehen, betonte die Stiftung. Darüber hinaus hätten Subunternehmer ohne die ausdrückliche Zustimmung der Stiftung nicht tätig werden dürfen.

In der NS-Zeit waren in den Konzentrationslagern Sachsenhausen und Ravensbrück mehr als 300.000 Menschen inhaftiert. Zehntausende von ihnen wurden ermordet oder kamen auf andere Weise ums Leben. Im April 1945 schickte die SS die Häftlinge auf Todesmärsche in Richtung Nordwesten, um ihre Befreiung zu verhindern. Die in den Lagern verbliebenen kranken Häftlinge wurden in der zweiten Aprilhälfte 1945 von der sowjetischen Armee befreit. (epd/mig)

 

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