Nacht, Stern, Ramadan, Religion, Islam, Muslime, Dunkel, Licht
Stern in der Nacht © yeowatzup @ flickr (CC 2.0), bearb. MiG

Ramadan

Für Muslime beginnt der Fastenmonat

Ab Mittwoch beginnt für Muslime weltweit der Fastenmonat Ramadan. Die Fastenpflicht gehört zu den fünf Säulen des Islam. In dieser Zeit müssen Muslime von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf Genüsse verzichten.

Dienstag, 15.05.2018, 5:22 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 16.05.2018, 17:39 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Für die Muslime beginnt der Fastenmonat Ramadan in diesem Jahr am 16. Mai und endet am 15. Juni. Das Fasten gehört wie das Glaubensbekenntnis, die täglichen Gebete, die Armensteuer und die Pilgerfahrt nach Mekka zu den fünf Säulen des Islam. Der Monat Ramadan, der neunte im islamischen Mondjahr, wandert durch das Kalenderjahr. Der Ramadan beginnt und endet, wenn die Mondsichel nach Neumond erstmals wieder sichtbar ist. Der Beginn kann von Land zu Land unterschiedlich sein.

In Deutschland einigen sich die Islamverbände seit 2008 auf gemeinsame Daten. In Saudi-Arabien und vielen anderen arabischen Ländern wird auf die Sichtung der Mondsichel gewartet. Im Ramadan sind die Gläubigen aufgerufen, von Beginn der Morgendämmerung an bis Sonnenuntergang auf Essen, Trinken, Rauchen und Geschlechtsverkehr zu verzichten. Das Fastengebot gilt in gleicher Weise für Männer und Frauen. Befreit vom Fasten sind Alte und Kranke, Kinder, Schwangere und Reisende, Soldaten im Krieg und Menschen, die beruflich Höchstleistungen abliefern müssen.

Der Ramadan ist auch der Monat der guten Taten und der Läuterung von Körper und Seele. Mitmenschlichkeit und Versöhnung stehen im Mittelpunkt, die Gläubigen entrichten die Armensteuer Zakat oder unterstützen Bedürftige. Höhepunkt ist im letzten Drittel des Fastenmonats die „Lailat al-Qadr“, die „Nacht der Bestimmung“, in der nach der Überlieferung dem Propheten Mohammed erstmals Verse des Korans offenbart wurden. Viele Muslime beten dann die ganze Nacht durch, da sie auf Vergebung ihrer Sünden hoffen.

Fastenzeiten kennen die meisten Religionen

In den Moscheen finden während des gesamten Monats Koranunterweisungen statt. Abends treffen sich Muslime mit Verwandten und Freunden zum gemeinsamen Essen. In vielen islamischen Ländern verkürzen Geschäfte und Behörden im Fastenmonat die Arbeitszeiten.

An den Ramadan schließt sich das Fest des Fastenbrechens, das äußerlich dem christlichen Weihnachtsfest ähnelt, an. Die meisten Religionen kennen Fastenzeiten. Christen fasten von Aschermittwoch bis Ostern. (epd/mig)

Zurück zur Startseite
MiGAZIN ABONNIEREN (mehr Informationen)

MiGAZIN wird von seinen Lesern ermöglicht. Sie tragen als Abonnenten dazu bei, dass wir unabhängig berichten und Fragen stellen können. Vielen Dank!

WEITERE INFOS
MiGLETTER (mehr Informationen)

Bestelle jetzt den kostenlosen MiGAZIN-Newsletter:

Auch interessant
MiGDISKUTIEREN (Bitte die Netiquette beachten.)

  1. Nina sagt:

    Es müsste heißen „von Beginn der Morgendämmerung an bis Sonnenuntergang“, nicht „Sonnenaufgang“.

  2. karakal sagt:

    Auch wenn sich die Islamverbände in Deutschland aufgrund einer fehlerhaften Berechnung auf Mi., den 16. Mai als Beginn des Fastenmonats Ramaḍān geeinigt haben, so halten sich doch viele Muslime nicht daran, wenn z. B. nach einer anderen Berechnung oder tatsächlicher Sichtung der Mondsichel der Beginn auf Do., den 17. Mai fällt.
    Würde ich mich in Deutschland aufhalten, dann käme ich vielleicht heute, am Mittwoch, in eine Moschee, um dort vor den Augen der Fastenden demonstrativ zu essen und zu trinken und damit zu zeigen, daß ich mich durch die Dachverbände, die in so vieler Beziehung versagen, nicht auf eine einheitliche Linie einschwören lasse. Die Einheit liegt in der Vielfalt.
    Daher wäre es richtiger, den obigen Artikel mit den Worten anzufangen: „Für viele – oder: die meisten – Muslime in Deutschland (und nicht auf der Welt) beginnt …“ anstatt mit „Für die Muslime …“ Der Beginn kann nicht nur von Land zu Land, sondern auch innerhalb eines Landes, von Person zu Person und von Moschee zu Moschee verschieden sein.