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Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) © MiG

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Entscheidung über Asylanträge dauert über zehn Monate

Im Jahr 2017 brauchte das Bundesamt knapp elf Monate für die Bearbeitung eines Asylantrags. 2016 lag die durchschnittliche Bearbeitungsdauer noch bei 7,1 Monaten. Insgesamt wurden rund 600.000 Entscheidungen getroffen.

Dienstag, 08.05.2018, 5:21 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 08.05.2018, 17:35 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Im vergangenen Jahr hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge durchschnittlich 10,7 Monate gebraucht, um einen Asylantrag zu bearbeiten. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Fraktion der Linken hervor, wie der Bundestag am Montag in Berlin mitteilte. Bei den Erstanträgen traf die Behörde eine Entscheidung nach 10,8 Monaten, bei den Folgeanträgen lag die durchschnittliche Bearbeitungsdauer bei 10,0 Monaten. Am schnellsten wurden Anträge aus Albanien (5 Monate) bearbeitet, gefolgt von Syrien (7) und Irak (9,1).

2016 lag der Durchschnittswert bei 7,1 Monaten und damit um fast zwei Monate höher als noch 2015. Noch länger dauert es, um über die Anträge von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen zu befinden: Hier vergehen den Angaben nach 12,1 Monate. Etwas kürzer war die Entscheidungszeit im letzten Quartal 2017 mit zehn Monaten.

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Das Bundesamt hat 2017 rund 434.000 Verfahren aus dem Jahr 2016 und den Jahren davor übernommen. 2017 wurden 603.428 Entscheidungen getroffen, davon der überwiegende Teil aus den Jahren 2016 und früher. „Je mehr Altfälle abgebaut werden, desto höher steigt damit die statistische Bearbeitungsdauer“, heißt es in der Antwort der Regierung. Dieser Effekt wurde dadurch verstärkt, dass 2017 weniger neue Asylanträge gestellt wurden und die bearbeiteten Altfälle daher statistisch umso stärker ins Gewicht fielen.

Anker-Zentren

Die Daten sind in der momentanen Debatte über die künftige Einführung der sogenannten Anker-Zentren vor zentraler Bedeutung. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) plant, solche Flüchtlingslager bundesweit einzuführen. Erste Modellprojekte sollen noch in diesem Jahr beginnen. In den Zentren sollen die Flüchtlinge so lange bleiben, bis über ihren Asylantrag entschieden ist – das wären nach den jüngsten Daten derzeit im Schnitt knapp elf Monate. Bei Ablehnung sollen die Betroffenen direkt aus diesen Lagern abgeschoben werden.

Das Konzept ist umstritten. Widerstand kommt nicht nur aus mehreren Bundesländern, auch Flüchtlingsinitiativen und die Gewerkschaft der Polizei lehnen die Pläne strikt ab. (epd/mig)

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