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Universität © ninastoessinger auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Studie warnt

Flüchtlingsforschung zu sehr auf Deutschland fokussiert

Mit der Flüchtlingsmigration hat auch die Zahl der Forschungsprojekte zum Thema Flucht zugenommen. Allerdings bemängeln Forscher eine inhaltliche Verengung auf die Lage in Deutschland. Sie fordern Forschung über die EU-Grenzen hinaus.

Mittwoch, 21.02.2018, 6:20 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 21.02.2018, 17:25 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |   Drucken

Mit dem steigenden Zuzug von Flüchtlingen hat sich einer Studie zufolge auch die Zahl der Forschungsprojekte zum Thema Flucht ausgeweitet. Zwischen 2013 und 2016 hat sich die Zahl der Projekte verfünffacht, die sich wissenschaftlich mit Flucht, Flüchtlingspolitik und der Aufnahme Geflüchteter befassen, wie das Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) der Universität Osnabrück am Montag mitteilte. Dabei sehen die Forscher allerdings eine inhaltliche Verengung auf die Lage in Deutschland.

Download: Der Forschungsbericht „Flucht- und Flüchtlingsforschung in Deutschland: Akteure, Themen und Strukturen“ von J. Olaf Kleist kann von der Homepage des Projekts „Flucht: Forschung und Transfer“ heruntergeladen werden.

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Forschungsprojekte zu Aspekten der Gewaltmigration und zu Regionen außerhalb Europas seien dagegen seltener geworden. Vor allem die Situation von Flüchtlingen im globalen Süden werde zunehmend vernachlässigt, fanden die Forscher des IMIS und des Bonner Friedens- und Konfliktforschungsinstituts BICC heraus. Für die vom Bundesforschungsministerium geförderte Studie haben die Wissenschaftler Angaben zu mehr als 510 Forschungsprojekten ausgewertet.

2014 hätten weniger als 60 Prozent der Forschungsprojekte einen Deutschland-Bezug gehabt, hieß es. 2016 waren es schon 80 Prozent. „Die Flucht- und Flüchtlingsforschung hat mit Studien schnell auf den gesellschaftlichen Wissensbedarf reagiert. Die thematische und geografische Verengung wird dem globalen Ausmaß des Forschungsgegenstands jedoch nicht gerecht“, sagte der Forschungsdirektor des Bonner Institutes, Conrad Schetter. (epd/mig)

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