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Flüchtlinge in Griechenland: Plakate des Internationalen Suchdienstes vom Roten Kreuz im Hafen von Piräus / Athen, wo Tausende von Syrern und Irakis kampieren © Caroline Haga / IFRK

Vermisstensuche

Anfragen von Migranten weiter auf Rekordniveau

Die Zahl der Suchanfragen von Flüchtlingen, die Verwandte vermissen, ist ungebrochen hoch. Der Suchdienst des Deutschen Kreuzes spricht von einer beunruhigenden Entwicklung.

Dienstag, 23.01.2018, 6:20 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 23.01.2018, 17:20 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |   Drucken

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) verzeichnet eine anhaltend hohe Zahl an Suchanfragen von Migranten, die Verwandte vermissen. Von Januar bis Mitte Dezember wurden 2.700 Anfragen gestellt, wie aus vorläufigen Zahlen DRK-Suchdienstes hervogeht. Damit bleibt die Zahl auf Rekordniveau, obwohl im vergangenen Jahr weniger Migranten nach Deutschland gekommen sind.

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Im Rekordjahr 2016 hatte das DRK insgesamt rund 2.800 Anfragen registriert. Im Jahr 2014, also vor dem Höhepunkt der großen Fluchtbewegung nach Deutschland, hatte die Zahl noch bei 1.053 gelegen.

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Die neue DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt spricht von einer beunruhigenden Entwicklung: „Erschreckend ist vor allem die nach wie vor hohe Zahl von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen, die entweder selbst ihre Angehörigen suchen oder von diesen gesucht werden.“ Diese Zahl liege bei mehr als 1.000 Mädchen und Jungen und sei damit im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls nahezu unverändert.

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Identifizierung der Toten nicht immer möglich

Die meisten Schutzsuchenden, die in Deutschland Suchanfragen stellen, stammen aus Afghanistan, Somalia und Syrien. „Für Familien gibt es wohl nichts Schlimmeres als nicht zu wissen, ob ein Angehöriger noch lebt oder was mit ihm geschehen ist“, so Hasselfeldt. In etwa jedem zweiten Vermisstenfall könne der DRK-Suchdienst helfen oder zumindest Informationen liefern.

Doch bei einem Teil der Gesuchten müsse man leider davon ausgehen, dass sie auf der Flucht ums Leben gekommen sind, erklärt Hasselfeldt: „Da die Identifizierung der Toten auf den verschiedenen Fluchtrouten nicht immer möglich ist, werden viele Schicksale deshalb auch ungeklärt bleiben.“ (epd/mig)

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