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Syrische Flüchtlinge © Freedom House @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Flüchtlingspolitik

Ärzte ohne Grenzen wirft EU-Grenzschützern Gewalt gegen Kinder vor

Ärzten ohne Grenzen zufolge wenden EU-Mitgliedsstaaten vorsätzlich Gewalt an, um Kinder und Jugendliche davon abzuhalten, in der EU Asyl zu suchen. Das geht aus einem aktuellen Bericht der Organisation hervor.

Donnerstag, 05.10.2017, 6:22 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 10.10.2017, 17:17 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |   Drucken

„Ärzte ohne Grenzen“ wirft Grenzschützern von EU-Ländern Gewalt gegen Kinder und Jugendliche an der serbischen Grenze vor. „Für Kinder und junge Menschen, die versuchen, Serbien zu verlassen, ist Gewalt allgegenwärtig“, erklärte der Landeskoordinator in Serbien, Stephane Moissaing, zu einem am Mittwoch vorgestellten Bericht seiner Organisation. „Es ist erbärmlich und skandalös, dass EU-Mitgliedsstaaten vorsätzlich Gewalt anwenden, um Kinder und Jugendliche davon abzuhalten, in der EU Asyl zu suchen.“

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Die Dokumentation „Games of Violence“ umfasst medizinische und psychologische Daten sowie Aussagen von Betroffenen. Fast alle Kinder und Jugendliche, die im ersten Halbjahr 2017 psychosoziale Hilfe in Anspruch genommen und von Gewalt berichtet hätten, hätten Grenzschützer aus Bulgarien, Ungarn oder Kroatien als Täter genannt, heißt es in dem in Belgrad und Berlin veröffentlichten Bericht. Es sei ein wiederkehrendes Muster von Schlägen, Hundebissen und dem Einsatz von Pfefferspray erkennbar.

Körperliche und psychologische Wunden

Dies hinterlasse schwere körperliche und psychologische Wunden, sagte Moissaing. „Diese jungen Menschen werden so noch schutzbedürftiger und zudem in die Arme der Schlepper zurückgedrängt, die die EU und die Mitgliedsstaaten angeblich bekämpfen.“

Fast die Hälfte der Kinder (48 Prozent) gab dem Bericht zufolge an, von bulgarischen Grenzschutz- oder Polizeibeamten Gewalt erfahren zu haben. Die mobilen Teams von „Ärzte ohne Grenzen“ in Belgrad dokumentierten nach eigenen Angaben zudem 62 Fälle vorsätzlicher Gewalt an der Grenze von Serbien zu Ungarn sowie 24 Fälle an der Grenze zu Kroatien. „Ärzte ohne Grenzen“ ist nach eigenen Angaben seit Ende 2014 in Serbien aktiv. An den Ein- und Ausreisestellen des Landes bieten Teams medizinische und psychologische Hilfe für Flüchtlinge, Asylsuchende und Migranten an und stellen Unterkünfte sowie sanitäre Einrichtungen zur Verfügung. (epd/mig)

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  1. Matze sagt:

    Irgendwelche Quellen zu den Anschuldigungen?