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Griechenland © takistmr @ flickr.com (CC BY 2.0)

EU-Bericht

Unmenschliche Bedingungen für Flüchtlinge in Griechenland

In griechischen Flüchtlingsunterkünften herrschen einem EU-Bericht zufolge unmenschliche Bedingungen. Die Einrichtungen seien überfüllt und verdreckt. Kinder berichteten von Haft in Zellen. Griechenland weist die Vorwürfe in Teilen zurück, teilweise gelobt sie Besserung.

Mittwoch, 27.09.2017, 4:20 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 27.09.2017, 17:18 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |   Drucken

Der Europarat prangert in einem Bericht unmenschliche Bedingungen für Flüchtlinge und andere Migranten in Griechenland an. Bei Besuchen im Frühjahr und Sommer vergangenen Jahres fanden Experten des Anti-Folter-Komitees der Organisation in den sogenannten Hotspots und anderen Einrichtungen mehrfach massiv überfüllte, verdreckte und nicht einmal mit dem Mindesten ausgestattete Lager vor, heißt es in dem am Dienstag in Straßburg veröffentlichten Report.

Im Hotspot Moria auf Lesbos traf die Delegation des Europarats in einem einzigen 46 Quadratmeter großen Raum 43 Menschen an, darunter Familien mit kleinen Kindern. In einem anderen Lagerteil seien nicht allen der 107 Insassen eine Matratze und keinem eine Decke gegeben worden. „Viele sanitäre Einrichtungen der Gebäude-Einheiten waren entweder beschädigt oder in einem extrem verrotteten und unhygienischen Zustand; mehrere waren von Abwässern überflutet worden.“

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Kinder in Zellen eingesperrt

Auf der Insel Chios fand die Delegation unbegleitete Minderjährige vor, die in keiner Weise von den Erwachsenen getrennt waren. Der Europarat unterstrich, dass Kinder und Jugendliche besonderen Schutz brauchen, insbesondere vor Missbrauch. An einem anderen Ort war das Gegenteil der Fall und Kinder berichteten davon, dass sie in Zellen eingesperrt seien und nur eine halbe Stunde pro Tag an die frische Luft dürften.

Die griechische Regierung nahm zu den Vorwürfen in einem eigenen Bericht Stellung. Dabei ging sie auf zahlreiche Punkte detailliert ein. Teilweise wurden Maßnahmen als letzter Ausweg gerechtfertigt, in vielen Fällen versprach die Regierung Abhilfe oder berichtete von Verbesserungen, zum Beispiel von Transfers von Minderjährigen in wesentlich besser ausgestattete Einrichtungen. (epd/mig)

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