Islamfeindlichkeit, Moscheebau, Islamophobie, Flüchtlinge
Islamfeindlichkeit © Motiv aus dem Plakat zur Ausstellung "Angezettelt".

Diskussion

Experten beklagen zunehmende Islamfeindlichkeit

Muslime sind zunehmend Vorurteilen und Diskriminierung ausgesetzt. Sie fühlten sich als Deutsche, würden aber nicht so behandelt. Experten diskutierten über den Islam, die Muslime und die wachsende Islamfeindlichkeit.

Dienstag, 30.05.2017, 4:19 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 30.05.2017, 17:36 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Muslime sind nach Einschätzung von Experten in Deutschland zunehmend Vorurteilen und Diskriminierung ausgesetzt. „40 Prozent der Bundesbürger sind der Meinung, die deutsche Gesellschaft wird vom Islam unterwandert“, sagte der Konfliktforscher Andreas Zick am beim evangelischen Kirchentag in Berlin. Studien zeigten, dass demografische Differenzen dabei zunehmend verschwinden: „Es sind nicht nur Ungebildete, die den Islam gezielt abwerten“, sagte der Sozialpsychologe.

Die SPD-Politikerin Kerstin Griese kritisierte, über Muslime werde im Bundestag besonders dann gesprochen, wenn es Probleme gebe. „Ich würde mir wünschen, dass auch in der Politik mehr wahrgenommen wird, dass Muslime ein Teil Deutschlands sind“, sagte Griese, die auch Mitglied im Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist. Mit der AfD habe zum ersten Mal eine deutsche Partei den Islam als Feinbild erklärt. Die zunehmende Islamfeindlichkeit sei auch eine Herausforderung für die Christen: „Menschen aufgrund ihrer Religion zu diskriminieren ist ein echtes Problem für alle, die sich mit einer Religion verbunden fühlen.“

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Ungleiche Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung

Als einen riesigen Schritt nach vorne bezeichnete Griese die Einführung des islamischen Religionsunterrichts. „Religionsunterricht schafft Normalität und ist wichtig für die Demokratie.“ Nur wenn man über die eigene Religion Bescheid wisse, könne man andere verstehen, betonte Griese bei einer Podiumsdiskussion mit dem Titel „Wie siehst du mich? Selbst- und Fremdbilder von Musliminnen und Muslimen“.

Die Ethnologin Nina Mühe, die 2001 vom Christentum zum Islam konvertierte, sagte, die Selbstwahrnehmung von Muslimen in Deutschland entspreche nicht der Fremdwahrnehmung. Manche Muslime fühlten sich als Deutsche, hätten aber nicht den Eindruck, von anderen auch so wahrgenommen zu werden. Die Frage, ob man Muslim und gleichzeitig deutsch sein könne, werde in der heutigen Zeit noch immer diskutiert. Sie forderte, „in jedem Teilbereich des Lebens, dieses Wir und Ihr immer wieder aufzubrechen“. (epd/mig)

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