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Gelichter

Der zensierte Teil dieses Textes würde die Bevökerung verunsichern

Bei den von den in der Silvesternacht in Köln kontrollierten Nordafrikanern sind per datum exakt 30 auch wirklich als Nordafrikaner identifiziert. Aber ist ja auch egal. Die sehen ja eh alle gleich aus. Von Sven Bensmann

Von Dienstag, 17.01.2017, 5:23 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 17.01.2017, 20:51 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Köln und Silvester, zwei Themen die offenbar nicht mehr so recht zusammengehen: Nach dem völligen Versagen vor einem Jahr hatte die Polizei dieses Mal alles besser machen wollen; und am Ende doch nur alles anders gemacht.

Statt hoffnungslos unterbesetzt an der ihr von Staat und Bürgern jedweder Couleur angetragenen Aufgabe spektakulär zu scheitern, probte die Polizei dieses Jahr in Köln schonmal für den Polizeistaat.

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Und statt keine besonderen Vorkommnisse zu vermelden, erklärte sie, den Untergang des Abendlandes gerade nochmal so, durch entschlossenes Handeln, verhindert zu haben.

Und sie erklärte auch, so in etwa 1000 „Nafris“ kontrolliert zu haben. „Nafri“ ist übrigens polizeideutsch für Nordafrikaner. Und „rund 1000“ ist polizeideutsch für „674“.

Jetzt sind Nordafrikaner es ja die Zeit offensichtlich nicht wert, die es braucht „Nordafrikaner“ auszuschreiben oder -zusprechen, so dass ein weitsichtiger deutscher Schreibtischtäter angefangen hat, einfach abzukürzen. Neu ist nun, dass sie, wie sich zeigt, aber wohl den Exekutanten ebenso nicht die Zeit wert sind, die es braucht, sie zu kontrollieren, um sie denn auch tatsächlich zu kontrollieren. Denn von den kontrollierten Nordafrikanern sind per datum exakt 30 auch wirklich als Nordafrikaner identifiziert. Aber ist ja auch egal. Die sehen ja eh alle gleich aus. Und kriminell sind sie auch alle. Selbst die Deutschen.

Naja, Polizisten halt. Die sehen ja auch alle gleich aus. Und sehen meist auch gleich so aus, als wollten sie in ein kleines Land einrücken. Das ist übrigens polizeideutsch für „deeskalierend“.

Ich fühle mich aber durch all diese schussbewaffneten Uniformträger in der Öffentlichkeit nicht deeskaliert. Ist ja schließlich nicht so, als hätte Deutschland damit eine besonders glückliche Tradition. Und einen Innenminister, der in die Mikros ein „Wir werden einen Polizeistaat aufbauen“ diktiert hätte, ist mir ebenso nicht bekannt. Immer heißt es: „Wir müssen angesichts der Bedrohungen präsenz zeigen“, oder: „Wollen den Menschen ein Gefühl der Sicherheit geben“. Und: „Ein Teil dieser Antworten würde die Bevölkerung verunsichern“.

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