Moschee, Islamfeindlichkeit, Ditib, Baustelle
Eine DITIB Moschee in Hamm © Facebook/MuratKayman

Psychologin

Widerspruch hilft gegen Rechtspopulismus

Wie geht man mit Rechtspopulismus um? Und was bringt die Debatte um "kriminelle Flüchtlinge"? Psychologin Bettina Doering rät zum Widerspruch und warnt vor falschen Verdächtigungen. Die Kriminalstatistik der Polizei sei eindeutig.

Von Leonore Kratz Donnerstag, 08.12.2016, 8:21 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 19.12.2016, 16:22 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |   Drucken

Die hannoversche Psychologin Bettina Doering rät zu Widerspruch gegen Rechtspopulisten. „Wir können Zweifel säen, möglicherweise passiert etwas in den Köpfen der Menschen“, sagte die Leiterin des niedersächsischen Demokratiezentrums am Mittwoch dem Evangelischen Pressedienst. In Deutschland herrsche Meinungsfreiheit und kein Widerspruchsverbot. Sie forderte dazu auf, sich gezielt vor Betroffene zu stellen und zu sagen: „Ich teile diese Meinung nicht.“

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Als Beispiel führte die Psychologin die Diskussion um die Vergewaltigung und Ermordung einer Studentin in Freiburg an. Die Tatsache, dass ein afghanischer minderjähriger Flüchtling als mutmaßlicher Täter festgenommen wurde, nutzten Rechtspopulisten, um Afghanen pauschal als Kriminelle darzustellen. Ähnliches gelte für die Vergewaltigungen in Bochum, für die ein irakischer Flüchtlinge verantwortlich sein soll.

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Diskussion um den Migrationshintergrund hilft nicht

Die Diskussion um den Migrationshintergrund der Verdächtigen helfe dem Opfer und den Angehörigen überhaupt nichts, betonte Doering, die das Demokratiezentrum leitet, das als Koordinierungsstelle beim Landespräventionsrat Niedersachsen fungiert. Viele Menschen sähen sich dadurch in ihren Vorurteilen und ihrer Angst vor dem Fremden bestätigt. Durch rechtspopulistische Hasskommentare werde jedoch eine Bevölkerungsgruppe diskriminiert und ausgegrenzt. „Im schlimmsten Fall führt das zu einer neuen Gewalttat“, warnte Doering

Wer sich diskriminierenden Äußerungen zum Zusammenhang von Kriminalität und Nationalität entgegenstellen wolle, könne auf die Kriminalstatistik der Polizei verweisen: Im vergangenen Jahr sei die Zahl der Gewaltstraftaten bei Mord und Totschlag bundesweit um 2,9 Prozent und bei Vergewaltigung um 4,4 Prozent gesunken. „Und das trotz der zunehmenden Zahl von Menschen mit Migrationshintergrund“, sagte Doering. (epd/mig)

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