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Integrationskurs (Symbolfoto)

2017 fläschendeckende Einführung

Bund testet Kurse für Flüchtlinge mit unklarer Bleibeperspektive

Kurse für Asylbewerber mit unklarer Bleibeperspektive werden derzeit mit wenigen hundert Plätzen getestet. 2017 sol das Programm fläschendeckend ausgebaut werden. Bei diesen Kursen steht der Spracherwerb nicht im Vordergrund.

Donnerstag, 10.11.2016, 8:20 Uhr|zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 10.11.2016, 15:51 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Der Bund hat die im Zuge des Integrationsgesetzes verabredeten Kurse für Asylbewerber mit unklarer Bleibeperspektive gestartet. Seit August laufe ein Modellprojekt in 13 Bundesländern, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Mittwoch dem Evangelischen Pressedienst. Vermittelt wird dort praktisches Wissen zum Alltag, Zusammenleben und Sitten in Deutschland. Derzeit stünden nur wenige hundert Plätze zur Verfügung. Das Programm soll 2017 flächendeckend ausgebaut werden. Es werde mit einem Teilnehmerpotenzial von bis zu 88.000 Personen gerechnet.

Die Kurse richten sich an Asylbewerber, bei denen aufgrund der Nationalität nicht sicher ist, ob ihr Antrag auf Schutz positiv beschieden wird. Dazu gehören unter anderem Afghanen. Menschen mit sicherer Bleibeperspektive, etwa Syrer, haben seit dem Integrationsgesetz Anspruch auf frühen Zugang zum Integrationskurs. Menschen aus sogenannten sicheren Herkunftsstaaten sind vom Angebot ausgeschlossen. Das gilt auch für die neuen Orientierungskurse.

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Spracherwerb steht nicht im Vordergrund

Bei den Kursen für Asylbewerber mit unsicherer Perspektive steht nach Angaben des Bundesinnenministeriums anders als bei den Integrationskursen nicht der Spracherwerb im Vordergrund. Die Kurse umfassen 300 Stunden mit jeweils 50 Stunden zu verschiedenen Modulen, die von einer Lehrkraft ausgesucht werden. Themen sind Alltag, Arbeit, Einkaufen, Gesundheit, Mediennutzung, Wohnen, aber auch Sitten und Werte in Deutschland.

Ein Modellprojekt für solche Kurse war auf Drängen der SPD bei den Koalitionsverhandlungen über das Integrationsgesetz im Mai verabredet worden. Die Kurse sollen dabei helfen, dass Menschen, die teilweise lange auf einen Asylbescheid warten, ein Bildungsangebot bekommen und zugleich dafür sorgen, dass diejenigen, die bleiben, nicht erst mit der Entscheidung der Behörden mit Integrationskursen beginnen. Für den bundesweiten Start sind nach Angaben des Innenministeriums noch Abstimmungen mit den Ländern notwendig, um sinnvolle Ergänzungen zu bestehenden Angeboten zu schaffen. Dies ist für Ende November geplant. Am Freitag will Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) einen Erstorientierungskurs des Modellprojekts in Berlin besuchen. (epd/mig)

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