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Zerbrochene Fensterscheibe (Symbolfoto) © iwanp. auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Vorjahresvergleich

Mehr Straftaten gegen Flüchtlingsunterkünfte trotz weniger Asylbewerber

Obwohl weniger Flüchtlinge nach Deutschland kommen verzeichnet das Bundeskriminalamt mehr Straftaten gegen Asylunterkünfte. In diesem Jahr rechnet das BAMF deutlich weniger als 300.000 Flüchtlinge.

Montag, 07.11.2016, 8:25 Uhr|zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 10.11.2016, 15:50 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Trotz sinkender Flüchtlingszahlen liegt die Zahl der Straftaten gegen Asylunterkünfte bisher höher als im Vorjahr. Das Bundeskriminalamt verzeichnete laut einem Bericht der Neuen Osnabrücker Zeitung in den ersten zehn Monaten des Jahres 832 Angriffe gegen Flüchtlingsheime in Deutschland. Das sei fast ein Viertel mehr als im Vorjahreszeitraum. Im vergangenen Jahr seien von Januar bis Ende Oktober 637 solcher Straftaten registriert worden.

Nach vielen Fällen zu Jahresbeginn gehen die Zahlen dem Bericht zufolge jedoch nach und nach zurück. Mit 772 sei der größte Teil der Übergriffe auch in diesem Jahr rechts motiviert gewesen, hieß es. Bei 60 Delikten könne eine politische Motivation noch nicht sicher ausgeschlossen werden.

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In 330 Fällen kam es zu Sachbeschädigung. Bei 188 Delikten verteilten die Täter rechtsextreme oder fremdenfeindliche Propaganda. Bei 144 Straftaten wurde Gewalt angewandt. Es habe 63 Brandstiftungen und zwölf Vergehen gegen das Sprengstoffgesetz gegeben. In vier Fällen brachten die Täter Sprengstoff zur Explosion.

Bundesamt: Weniger Flüchtlinge

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) rechnet mit deutlich weniger als 300.000 neuen Flüchtlingen in diesem Jahr. Voraussetzungen dafür seien jedoch, dass das Abkommen mit der Türkei halte und die Absprachen mit Griechenland und Italien verlässlich funktionierten, sagte Bundesamtschef Frank-Jürgen Weise dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) in Halle.

Weise sprach sich gegen ein Bundesmigrationsministerium aus. Nach seiner heutigen Erfahrung würde er dazu „eher nein“ sagen. Viele Themen rund um die Flüchtlingsfrage müssten zwischen Bund, Ländern und Kommunen bearbeitet werden. „Ein Amt, das in einer modernen Form arbeitet, nämlich sich abstimmt mit allen Beteiligten und dann in seinem Bereich gute Arbeit macht, ist der bessere Weg.“

Weise, der auch Chef der Bundesagentur für Arbeit ist, nahm zugleich die Wirtschaft in Schutz. Aus seiner Sicht tue sie genug für die Integration von Flüchtlingen, sagte er. Gute Chancen auf einen direkten Einstieg in die Arbeit gebe es im Handwerk. Allerdings räumte Weise auch ein: „Die wirklich industrialisierten Arbeitsplätze sind für geflüchtete Menschen im Moment fast unerreichbar.“ (epd/mig)

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