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Essay

Schöner, neuer Faschismus

Wahlerfolge für die AfD sind kein Ausdruck demokratischer Normalität, sondern einer Radikalisierung des Landes. Um die Demokratie zu deformieren, braucht es keinen neuen Führer. Es wird Zeit, die Bedrohung durch die Neue Rechte endlich ernst zu nehmen. Von Michael Kraske

Von Michael Kraske Freitag, 02.09.2016, 8:13 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 07.09.2016, 15:22 Uhr Lesedauer: 17 Minuten  |  

Ja, die AfD trifft ganz offenkundig einen Nerv. Die Partei ist Seismograph für das Unbehagen gegen „die da oben“, für die Sehnsucht nach einer Gemeinschaft, in der das Böse vermeintlich am fremdartigen Aussehen erkennbar ist, und für die Rebellion der Abgehängten, die ahnen, dass nicht nur sie, sondern auch ihre Kinder ganz unten bleiben werden. Da, wo es schlechte oder keine Arbeit gibt und wo dem fragilen „Ich“ nur die Liebe zur Heimat bleibt, die es vor Fremden und Eindringlingen zu verteidigen gilt. Und sie ist Auffangbecken für alle, die weniger oder gar keine Flüchtlinge wollen. Insofern liefern die Wahlerfolge für die AfD ein ehrliches, ungeschöntes Bild von Deutschland, das doch so gerne ein Sommermärchen wäre. In Wahrheit sind wir zerrissen. Auf der einen Seite diejenigen, die ein modernes Deutschland mit einer pluralistischen Gesellschaft wollen. Immer noch die Mehrheit. Und auf der anderen Seite die wachsende Zahl der anderen, die wieder deutsches Blut für deutschen Boden fordern.

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Das aber ist nicht Ausdruck einer wiederhergestellten Normalität, wie abwiegelnd behauptet wird, und die Gewöhnung an Wahlerfolge sogenannter Rechtspopulisten macht deren Inhalte nicht weniger radikal. „Er ist wieder da“ heißt ein Roman über die Rückkehr Adolf Hitlers ins heutige Deutschland. „Es ist wieder da“ beschreibt viel besser, was gerade passiert. Völkische Ideologie und Demokratieverachtung sind zurück und gebärden sich als Mehrheitsmeinung. Die AfD ist keine neue NSDAP und in ihren Reihen finden sich mehrheitlich keine schreienden Männlein mit Oberlippenbart. Sehr wohl jedoch ein AfD-Funktionär, der in Leipzig mit dem Nummernschild L-AH-1818 rumfährt. In der rechten Szene steht die Buchstabenkombination AH für Adolf Hitler, ebenso wie die Zahlenkombination 18. Das mag Zufall sein oder geschmacklose Provokation oder Ausdruck der Gesinnung. Sehr wohl findet sich in der AfD ein Rassentheoretiker, der nicht nur Afrikanern biologistisch die „Reproduktionsstrategie“ eines „Ausbreitungstyps“ andichtet wie in unseligen Zeiten, sondern auch in Anlehnung an das „tausendjährige Reich“ die tausendjährige Geschichte deutscher Städte beschwört. Eine lächerliche Goebbels-Karikatur, sicher, aber durchaus erfolgreich.

Wir sind die Deutschen!

Wichtiger als diese diskursiven Totalausfälle ist, wofür die AfD inhaltlich steht. Ihr Vize Alexander Gauland hat sich in einer Rede positiv auf eine Zeile aus dem Liedtext der Neonazi-Band „Gigi und die braunen Stadtmusikanten“ bezogen, in dem es heißt: „Heute sind wir tolerant und morgen fremd im eigenen Land“. Neonazis zu zitieren spricht für sich. Wer das tut, macht sich mit ihnen gemein. Sieht man darüber aber mal großzügig hinweg, bleibt als ideologischer Kern: Das Deutsche muss geschützt werden vor dem und den Fremden. Oder wie Gauland es sagt: „Es ist ihre Aufgabe, in den Kirchen dagegen zu wirken, dass dieses Land von der Erde verschwindet und sozusagen nur noch irgendeine uns fremde Bevölkerung hier lebt. Wir sind die Deutschen. Und wir wollen es bleiben!“ Er warnt vor einer „Politik der menschlichen Überflutung“ und nimmt dabei in Kauf, Menschen auf der Flucht mit einer Naturkatastrophe gleichzusetzen und auf diese Weise Ängste zu schüren, die sich in Gewalt entlädt.

Das Konstrukt einer bedrohten deutschen Kultur und Identität findet sich bei Gauland ebenso wie bei Thilo Sarrazin oder der sogenannten Identitären Bewegung. Die raunenden Untergangs-Propheten fürchten die „Umvolkung“ oder die Abschaffung Deutschlands oder den „Volkstod“, je nach Hang zur Dramatik. Stets wird der Vorwurf, rassistisch zu argumentieren, empört zurückgewiesen. Im Gegenteil fordere man ja lediglich eine Art Selbstbestimmungsrecht für jede Kultur und jedes Volk. Egal, ob für Deutsche, Mecklenburger, Schotten oder Südtiroler. Aber dieses vermeintliche Freiheitsrecht ist bei genauerem Hinsehen ein Kollektivzwang, der die grundgesetzlich garantierten, individuellen Freiheitsrechte außer Kraft setzt. Das Grundgesetz garantiert nämlich dem Individuum Würde, Freiheit des Wortes und Schutz vor Diskriminierung, unabhängig von dessen Herkunft. An keiner Stelle wird der Schutz ethnischer Homogenität oder einer wie auch immer gearteten deutschen Kultur garantiert.

Schicksalsgemeinschaft reloaded

Alexander Gauland ruft öffentlich dazu auf, das Erbe der Väter und Vorväter zu bewahren. Das ist ebenso zynisch wie geschichtsvergessen. Nun haben unsere Väter oder Großväter nämlich befeuert von einer nationalistischen und rassistischen Ideologie Krieg, Vernichtung und Massenmord über Europa gebracht und einen schrecklichen Preis dafür bezahlt. Mein eigener Großvater litt in russischer Kriegsgefangenschaft, die Familie musste flüchten und wurde auseinandergerissen. Die Großväter haben uns ein katastrophales Erbe hinterlassen, das eben nicht bewahrenswert war, sondern einen radikalen Traditionsbruch erforderte sowie einen Neuanfang mit humanistischen und demokratischen Werten. Gauland dagegen beschwört die vom Blut gebildete Schicksalsgemeinschaft, um seine Anhänger gegen Migranten zu mobilisieren: „Wir sind nicht gegen Fremde. Aber es ist unser Land! Und es ist unser Volk! Und es ist nicht das Land von Fremden.“ Als wollte irgendjemand den Deutschen ihr Land wegnehmen. Als könnten nicht auch Migranten gleichberechtigte und verlässliche Mitbürger werden. Als gebe es nur wir gegen die, deutscher Freund gegen fremden Feind.

Der Schutz des deutschen Volkes vor „Vermischung“, „Überflutung“ oder „Bevölkerungsausaustausch“ ist klassisch völkische Ideologie – und die wirksamste Werbebotschaft der Neuen Rechten. Sie ist weder harmlos noch hat sie demokratische Wurzeln, aber sie ist populär, auch in Anklam, Rostock und Pasewalk. Damit verbunden ist der Glaube, es ginge weniger kriminell und unsicher zu, wenn alle nur deutsch genug wären. Ganz so, als könnte ein Serienmörder oder Vergewaltiger nicht auch Karl-Heinz heißen.

AfD gegen die eigene Ohnmacht

Die Neue Rechte hat ihre ideologischen Wurzeln im Gegensatz zur Alten Rechten nicht im Nationalsozialismus, vielmehr beruft man sich auf Vorstellungen der sogenannten Konservativen Revolution der Weimarer Republik und der französischen Nouvelle Droite, was im Übrigen sogar die NPD tut. Schon in der Weimarer Republik sah Oswald Spengler das Abendland untergehen, träumte Staatsrechtler Carl Schmitt vom Pluriversum der Völker. Wer heute wieder Blut- und Boden-Phantasien reanimiert und sich dabei auf die Nationalrevolutionäre von damals beruft, muss wissen: Auch die Konservativen Revolutionäre waren keine Demokraten, sondern Anti-Demokraten, heute würde man Rechtsextremisten sagen, die das vermeintlich degenerierte parlamentarische „Schwatzbudensystem“ überwinden und durch ein „organisch“ gewachsenes System ersetzen wollten, in dem ein autoritärer Herrscher den Willen der homogenen Volksgemeinschaft zum Ausdruck bringt.

Nun leben wir nicht in der Weimarer Republik und viele, die in Mecklenburg-Vorpommern und anderswo AfD wählen oder für sie kandidieren, wollen einfach ihrer Ohnmacht Luft machen, sie wollen gehört werden, aufrütteln; wollen, dass ihre Ängste ernst genommen werden und ihr Bedürfnis nach Sicherheit erfüllt wird. Unter Kandidaten und Wählern finden sich Enttäuschte und solche, die einfach nur wollen, dass es besser wird – in ihrer Stadt, für ihre Familien, für Deutschland. Das ändert nichts daran, dass die AfD mit ihren Zielen und ihrer Rhetorik der Demokratie schadet. Dass sie antidemokratische Stimmungen bedient, Hass gegen Migranten schürt und Radikalisierung betreibt. Und dass auch jeder Wähler mit einer Stimme für die AfD mitradikalisiert, Protest hin oder her.

Leitartikel Meinung

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  1. Realist sagt:

    Lars_M Ihre Aussagen zeugen von mangelnder Selbstkritik. Sie geben überhaupt keine Anwort auf die Probleme unserer Zeit.

    „Nebenbei bemerkt: Ich muss keine 80 Mio Menschen auf dem Staatsgebiet der Bundesrepublik haben, 50 Mio reichen auch. Bevölkerungsarme Gebiete wie im MV vorhanden (Uckermark) werden renaturiert. Das ist ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz.“

    Wollen Sie mit dieser Aussage demonstrieren, dass Ihnen dieses Land egal ist? Eine bessere Wahlkampfhilfe für die AFD kann man ja nicht machen. Es ist ja nicht so, dass eine zu erwartende Altersarmut und Kinderlosigkeit Dinge sind, die den Leuten „Spass“ machen. Ich möchte wirklich wissen, was in Ihrem Kopf vor sich geht. Soll man Ihrer Meinung nach eine Politik machen, die auf eine Bevölkerungsschrumpfung hinausläuft? Mit Ihrer Einstellung bewirken Sie doch nur, dass sich die Leute in Scharen abwenden.

  2. Thilo sagt:

    Ein Rat die Redaktion: Mit dem Wörtchen „völkisch“ muss man vorsichtig sein, da es sich, anders als überall behauptet wird, eigentlich um keinen Begriff handelt, den die Nationalsozialisten gerne verwendet haben. Hitler hat sich über die „Völkischen“ lustig gemacht. Insofern liegt Frauke Petra schon richtig, wenn sie für einen entspannten Umgang mit dem Begriff plädiert.

    „Nicht umsonst hat die junge Bewegung sich einst auf ein bestimmtes Programm festgelegt und das Wort „völkisch“ dabei nicht verwendet. Der Begriff völkisch ist infolge seiner begrifflichen Unbegrenztheit keine mögliche Grundlage für eine Bewegung und bietet keinen Maßstab für die Zuge- hörigkeit zu einer solchen.“

    Vgl. http://www.sehepunkte.de/2008/09/14292.html

  3. The Answer sagt:

    Die Zahl der aller Wahlberechtigten Ossis liegt bei insgesamt 11,2 Mio. Zum Vergleich, allein in NRW sind 13,8 Mio. wahlberechtigt. Deutsche mit Migrationshintergrund sind etwa 6 Mio. Vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung ist das Problem AfD ein temporäres Problem. Die Flüchtlingspolitik ist auch nicht die Ursache für das Aufkommen der AfD. Die Ursachen sind in erster Linie in der verwurzelten Zurückgebliebenheit der Hillbilly-Ossis, die auch nach über 26 Jahren Mauerfall nicht in der Zivilisation angekommen sind, zu sehen und zweitens die mediale Rückung der AfD in den Vordergrund bei gleichzeitig hoher Frequentierung.

  4. The Answer sagt:

    Korrektur: Deutsche mit Migrationshintergrund sind etwa 6 Mio. wahlberechtigt.

  5. Jusuff sagt:

    Die AFD wird von Erfolg zu Erfolg eilen, weil es den Linken an jeder Selbstkritik mangelt. Die Zuwanderungspolitik wird als eine reine Erfolgsgeschichte verkauft, die der Menschheitsbeglückung dient. Von den Schattenseiten wurde nie oder nur selten gesprochen.

  6. Lars_M sagt:

    @ AFDlerin: Wie es scheint, versucht eine bestens geschulte Parteiideologin in bester demagogischer Manier die „Werte“ ihrer Partei den Leser_innen hier zu vermitteln. Als Erstes möchte in den hier Mitlesenden etwas zum Nachdenken mitgeben:

    Zitat: „Von der NPD unterscheiden wir uns vornehmlich durch unser bürgerliches Unterstützer-Umfeld, nicht so sehr durch Inhalte.“ Quelle: http://www1.wdr.de/daserste/monitor/sendungen/offener-rassismus-100.html

    Dieses Zitat stammt von Herrn Dubravko Mandic. Mir ist nicht bekannt, dass Herr Mandic bisher aus der Partei ausgeschlossen wurde. Übrigens ist es sehr bezeichnend, dass ein gebürtiger Jugoslawier sich in einer Partei engagiert, die Menschen aus Deutschland ausweisen möchte. Herr Mandic hat anscheinend vergessen, dass er selber ein Einwanderer war und die Vorzüge dieses Staates genossen hat.

    Udo Pastörs, der als Spitzenkandidat der NPD zu den Wahlen in MV angetreten ist, sagt selbst, dass ihn Herr Holm von der AfD kopiert. Quelle:
    https://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2016/NPD-und-AfD-Original-und-Kopie-,afdnpd100.html

    Die AfD in Stade zeigt, wie die „Wahrheit“ funktioniert. Auf einem gefälschten Foto sieht man einen am Boden liegenden Polizisten, auf dem ein vermeintlicher Antifa-Aktivist einschlägt. Komisch nur, dass das Foto in Athen aufgenommen wurde und der Schläger per Bildbearbeitung zu einem Antifa-Aktivisten mutierte. Soviel zum Thema „Lügenpresse“.

    https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/lueneburg_heide_unterelbe/Fake-Foto-bringt-Stader-AfD-in-Erklaerungsnot,afd780.html

    Wikipedia definiert den Begriff Migrant folgendermaßen: „Als Migranten werden jene Menschen bezeichnet, die von einem Wohnsitz/Land zu anderen Wohnsitzen/Ländern wandern beziehungsweise durchziehen.“ Quelle https://de.wikipedia.org/wiki/Migrant Folglich kann ein hier geborenes Kind von Migranten kein Migrant sein. Es gehört nun mal zum strukturellen Rassismus einer solchen Klientel wie die Ihrige, dass Menschen mit anderem Aussehen seit fünf Generationen deutsche Staatsbürger sind und immer noch als „Migranten“ gelten. Übrigens ist nach dieser Logik Ihr seelenverwandter Herr Thilo Sarrazin auch ein Migrant. Sein Familienname stammt aus Frankreich. Wie lange die Sarrazins in Deutschland leben, ist dementsprechend irrelevant.

    Es gibt keine „deutsche Kultur“ im Definitionssinn. Ein Ostfriese hat einen anderen kulturellen Background als ein Bayer. Sie eint nur die Sprache. Aber vielleicht können wir dank AfD die Bayern von Deutschland separieren? (Sarkasmus ein und aus).

    Dass Länder wie China, Japan usw. ohne Massenzuwanderung auskommen, bedarf des fundierten Quellennachweises. Ansonsten ist es eine pauschale Aussage ohne inhaltlichen Wert.

    Sie behaupten, dass in Mittelalter die Frauen in Europa großzügiger behandelt wurden? Sie haben Recht: Nachdem die Frauen dank christlicher Extremisten als „Hexen“ auf dem Scheiterhaufen verbrannten, brauchten sie wirklich keine schlechte Behandlung aller Art mehr ertragen (Sarkasmus ein und aus).

    Zur Kriminalität aus den Grenzregionen: Sie meinen doch bestimmt die christlich-deutschen Einbrecher aus Brandenburg und Niedersachsen? So etwas soll vorkommen.

    Nun zur Rentenlüge, die nicht aus den Köpfen zu bekommen ist: Meine Rente ist auch mit genügend Kindern nicht sicher. Wie Ihnen bekannt sein sollte, wird die Rente über ein Umlagesystem finanziert. Dieses funktioniert aber nur, wenn genügend Menschen einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit mit entsprechenden Einkommen nachgehen. Bei Geringverdienern, die nach der u.a. Quelle 2013 immerhin 7 Mio. Menschen in Deutschland ausmachen, fließt zu wenig in die Rentenkassen. Was nützen mir Arbeitnehmer, die dank der Profitgier einiger weniger zwar arbeiten, aber nur wenig zur Solidargemeinschaft beitragen? Also, Kinder bringen nur etwas, wenn sie nicht nur existieren, sondern einzahlen. Und Sie wissen selbst am besten, wer Arbeitsplätze vernichtet. Übrigens wandern viele hochqualifizierte Deutsche selbst ins Ausland ab. Weil ihnen die Wirtschaft nichts bietet und nach Fachkräfte schreit, die sie selbst vergrault?

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/geringverdiener-jeder-vierte-deutsche-muss-fuer-niedriglohn-arbeiten-a-913074.html

    Ihre Behauptung, dass die Mehrzahl der Europäer so denkt wie die Mecklenburger, ist eine pauschale Aussage ohne Inhaltswert, die eher Ihrem Wunschdenken zuzurechnen ist.

    Der Kuchen wird nach Ihrer neoliberalen Lesart eher in 999 Stücke für ein paar Superreiche aufgeteilt und um das letze Stück kämpfen die von Ihnen so geliebten „Biodeutschen“.

    Ihr Vergleich mit den 20 Nachbarskindern und dem staatlichen Gemeinwesen hinkt wie die berühmten Äpfel und Birnen. Sie vermischen Privates mit dem Gemeinwesen. Ich bin als Privatperson z.B. nicht verpflichtet, einen geflüchteten Menschen in meiner Wohnung aufzunehmen. Das sieht bei einer Turnhalle, die unter das Eigentum des Staates fällt, anders aus. Dieses Gemeinwesen finanziere ich mit meinen Steuern, wie Millionen Einwanderer auch, die mit ihrer Arbeit das Gemeinwesen am Leben erhalten. Übrigens, zu einer gerechten Beteiligung am Gemeinwesen verlange ich, dass Sie für Ihr Auto nicht 100 EUR Steuern zahlen, sondern mindestens 3000 EUR. Wenn Sie unbedingt die Infrastruktur mit Autofahren belasten müssen, was geht mich das an?

  7. AFDlerin sagt:

    @Lars_M Ihre Ausführungen erklären aber nicht, wieso viele Kommunen mit hohem Migrationsanteil hochverschuldet sind. Sie erklären auch nicht, wieso wir 50% nur für die Schuldentilgung und Arbeit und Soziales ausgeben (im Bundeshaushalt). Das ist nicht die Schuld der „bösen“ Superreichen. Das ist die Konsequenz einer linken Politik.
    Von den Lasten der Kommunen, die durch die Immigration entstehen, reden Sie nicht, Sie reden auch nicht über die Lasten für die Sozialkassen, über die Probleme, die hinsichtlich des Wohnraums entstehen usw. Für Sie ist die Zuwanderung offensichtlich kein PRAKTISCHES Problem. Man muss kein „Rechter“ sein, um zu erkennen, dass es handfeste PRAKTISCHE Probleme gibt, die vor allem die „kleinen“ Leute treffen. Meine Frage an Sie: Haben Sie zu viel Geld, zahlen Sie zu wenig Steuern oder leben Sie vom Staat? Sind Sie ein Gutverdiener?

    PS: „Ich bin als Privatperson z.B. nicht verpflichtet, einen geflüchteten Menschen in meiner Wohnung aufzunehmen.“ Falsch, haben Sie noch nie etwas von „Zwangszuweisungen“ gehört? Kann alles wieder kommen. Ob Sie jemand privat versorgen oder staatlich, ist im Prinzip ziemlich egal, Beides kostet Sie Geld.

    „Dieses Gemeinwesen finanziere ich mit meinen Steuern, wie Millionen Einwanderer auch“ Sie haben ja so recht. Sagen Sie das doch mal denen, die kaum lesen und schreiben können.

    „Übrigens, zu einer gerechten Beteiligung am Gemeinwesen verlange ich, dass Sie für Ihr Auto nicht 100 EUR Steuern zahlen, sondern mindestens 3000 EUR. Wenn Sie unbedingt die Infrastruktur mit Autofahren belasten müssen, was geht mich das an?“

    Sind Sie ein Jünger Mao-Tse-Tungs? Sie Sind ja sooo sachlich

    „Herr Mandic hat anscheinend vergessen, dass er selber ein Einwanderer war und die Vorzüge dieses Staates genossen hat.“ Aha Sie bestreiten also nicht, dass es „Vorzüge“ gibt. Interessant.

    Die NPD hat mit der AFD rein gar nichts zu tun. Die haben doch das „Panzerknackerimage“. Man sagt ihnen nach, dass sie die Demokratie abschaffen wollen. Die AFDler hingegen wollen die Demokratie retten und eine Politik machen, die den Deutschen nützt. Sie wollen die Deutschen vor dem Sozialismus für die Welt retten. So sieht es aus! A lles F ür die D emokratie.

  8. Anton sagt:

    @Lars_M Die Welt hat sich seit unserer Kindheit dramatisch verändert sowohl die Gesellschaft als auch die Arbeitswelt. Das sind alles Faktoren, die einer Partei wie der AFD in die Hände spielen. Zum Artikel: Die Großväter haben „uns“ k e i n katastrophales Erbe hinterlassen. Sie haben Deutschland nach dem Krieg aufgebaut. Ihnen war viel mehr klar als uns, dass nicht irgendwelche demokratischen Ideologien, sondern der Wohlstand elementar für den Frieden ist. Dieser Wohlstand wird hierzulande jedoch heutzutage als frei „verteilbar“ erachtet. Kann das gut gehen?
    Die Katastrophe, welche die Großväter erlitten haben, wollten sie uns ersparen. Dieses Erbe wird nun leichtsinnig verspielt.

  9. Lars_M sagt:

    @ AFDlerin: Was ich bisher aus diesem Diskurs mit ihnen als Quintessenz schließen konnte, ist die Tatsache, dass Sie grundsätzlich ohne Angabe von Quellen argumtentieren. Aber das ist bei Rechten nichts Neues. Rechtspopulisten arbeiten mit einfachen Parolen, die der Stammtisch bereitwillig auffängt und glaubt. Die Gegner müssen, um solche „Argumente“ zu entkräften, sich präziser und intensiver in den Sachverhalt einarbeiten. Dieser Vorgehensweise gehen leider viele einfach strukturierte Menschen auf dem sprichwörtlichen Leim. Also, werte AFDlerin, statt populistischen Geschwurbel hätte ich gern nachvollziehbare Quellen.

    Das Land Mecklenburg Vorpommern hatte 2015 einen Anteil von Menschen, die keine deutsche Staatsbürgerschaft haben, von 3,03 Prozent. Bei diesem lächerlich geringen Anteil an der Gesamtbevölkerung MV’s geht natürlich sofort das Abendland unter.
    http://www.svz.de/regionales/mecklenburg-vorpommern/mv-wird-bunter-48400-auslaender-id10057896.html

    In Deutschland leben nach der u.a. Quelle 2016 insgesamt 1,09 Mio geflüchtete Menschen. Bei einer Einwohnerzahl von 82,18 Mio Menschen (Stand 2015) entspricht das einen Anteil von rund 1,33 Prozent. Bei dieser horrenden Anzahl von Menschen, die uns angeblich in unserer Integrität bedrohen, kann ich Ihnen nur raten, langsam die Koffer zu packen. Übrigens liegen die Ursprünge der Probleme mit der Einwanderung in den 1950er Jahren, die aus der damaligen Politik der CDU herzuführen sind. Wenn Sie das als linke Politik bezeichnen wollen, bitteschön. Aber dann war mit Verlaub gesagt im Verhältnis dazu Adolf Hitler ein Kommunist.
    http://www.fluechtlingskrise.info/fluechtlinge/index.php
    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/2861/umfrage/entwicklung-der-gesamtbevoelkerung-deutschlands/
    Ich habe nirgends behauptet, dass alle Geflüchteten liebe Menschen sind, die nur das Beste wollen und sich nahtlos integrieren. Schlechte Menschen gibt es in jeder Ethnie. Was Sie und Ihre Klientel betreiben, ist nichts anderes als alle über einen Kamm scheren. Also die altbekannten rassistischen Stereotype. Die Lebensrealität ist komplexer als Ihr Freund/Feind-Denken es uns weiß machen kann. Zwangszuweisungen, wie sie nach dem Zweiten Weltkrieg üblich waren, halte ich für unwahrscheinlich und nur der Paranoia der rechten Kreise geschuldet.
    Und was mich angeht: Ich genieße mein Leben ohne Frustpotential bei gutem Gehalt und hatte noch nie Probleme mit anderen Menschen gleich welcher Herkunft. Ich habe das Gefühl, dass die Menschen in den neuen Bundesländern vor so viel Frust auf alles ihr Leben nicht mehr genießen können und weil der „böse Ausländer“ schuld ist, rechten Rattenfängern ihre Stimme geben. Die Probleme der neuen Bundesländer fingen aber ab 1990 an. Lange, bevor überhaupt ein Geflüchteter einen Fuß auf deutschen Boden setzte.

    Sie haben die Bemerkung über die Kosten des motorisierten Individualverkehrs sehr wohl verstanden. Wenn Leute wie Sie Menschen nur als Kosten-/Nutzenfaktor sehen, die dem Staat auf „der Tasche liegen“, gibt es für das Gemeinwesen weit höhere Belastungen, über die sehr gern hinwegesehen werden, solange „freie Fahrt für freie Bürger“ herrscht, nicht wahr?

    Ein Vorzug dieses Staates ist z.B. da Recht auf freie Meinungsäußerung, ohne dafür staatliche Konsequenzen tragen zu müssen. Das hatte die damalige Sozialistische Republik Jugoslawien nicht zu bieten. Dessen ungeachtet erzählen Sie mir bitte nichts vom Pferd. Jeder halbwegs intelligente Mensch, der eine Suchmaschine bedienen kann, findet die Informationen dazu. Solange die AfD rechtsextreme Parteimitglieder wie Herrn Mandic nicht ausschließt, ist Ihr Geschwurbel von Demokratie retten nur lächerlich.