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Gelichter

Noch mehr Schweinereien

Und ausgerechnet jetzt kommen auch noch all die Muslime zu uns, deren Häuser wir zerbombt und deren Höfe wir mit genveränderten Superorganismen und schlechtgekühlten, dafür praktisch kostenlosen, Hühnerhälsen ruiniert haben. Und die essen ja auch kein Schweinefleisch.

Von Sven Bensmann Dienstag, 12.07.2016, 8:22 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 13.07.2016, 18:05 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Das kam gerade noch rechtzeitig. Diese letzten Wochen voll der großen Themen, mit der Spaltung Europas durch ein Referendum, der Spaltung der USA entlang der sogenannten „Rassen“, der Spaltung der AfD in Antisemiten und andere Rassisten, die Spaltung der europäischen Fußballmannschaften in erfolgreiche und deutsche – obwohl sich Jogi Löw keinesfalls zu selten öffentlich den Sack gestreichelt hat – und all den anderen wichtigen Themen, hat sich gerade rechtzeitig noch Angela Merkel mit einer sehnlichst erwarteten Lappalie zu Wort gemeldet: in der neuesten Ausgabe ihrer stets informationsarmen „Interviews“ mit ungelenken Stichwortgebern und Fragenvorlesern, neudeutsch „Podcast“, fordert sie vehement die dringlichst notwendige, unabdingbare Toleranz für den deutschen Schweinebraten ein.

Vegetarier, Ernährungsexperten, der allgemeine Trend zur Orthorexie – der „richtigen Ernährung“ – in gesunden und weniger gesunden Ausformungen und dutzende andere Ernährungs-„Trends“ haben dem guten deutschen Schweinebraten, jenem Stück Gammelfleisch ungeklärter Provenienz mariniert in mehr Steroiden und Antibiotika als ein russischer Olympia-Athlet mit Syphilis, schwer zugesetzt.

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Und ausgerechnet jetzt kommen auch noch all die Muslime zu uns, deren Häuser wir zerbombt und deren Höfe wir mit genveränderten Superorganismen und schlechtgekühlten, dafür praktisch kostenlosen, Hühnerhälsen ruiniert haben. Und die essen ja auch kein Schweinefleisch. Sicher, das haben die Juden auch nicht – und das Problem wurde bereits vor rund 70 Jahren weitgehend gelöst, jener anderen „dunklen Phase“ der Geschichte des deutschen Schweinebratens, als ein kalbschnitzelfressender, österreichischer Vegetarier das Land regierte.

Unvergessen noch heute auch jener regnerische Tag im März 2016, als die CDU Schleswig-Holsteins wacker und zum Wohle des schlachtreifen Mastschweins eine Schweinefleischpflicht in deutschen Kantinen erkämpfen wollte und dafür vom linksversifften Kieler Plenum nur lautes Gelächter erntete.

Da tut es natürlich dringend Not, dass in diesen Zeiten des alltäglichen Fleischzergrillens, zwischen all den teuren Steaks aus Argentinien, dem Grillkäse und den vielen anderen Spezialitäten der Youtube-Startseite, einer aufsteht und sagt: „Nein!“, dass einer dafür sorgt, dass eines nicht mehr fehlt: das Kilo Schweinefleisch zu 19 Cent vom Lidl-Grabbeltisch.

Großställe mit 80.000 Schweinen, die nicht mehr wissen, wohin mit der ganzen Gülle, mit einem höheren Medikamentenverschleiss als eine mittlere deutsche Großstadt und mehr Krankenhauskeimen als jede Quarantänestation sind immerhin ein Stück Heimat. Und dieses Stück hat schon genug unter Bürgerprotesten von Nachbarn gelitten, die einfach nicht verstehen, dass sie damit der Propaganda des IS direkt in die Karten spielen.

Gut, dass nun endlich jemand den Schweinebraten zur Chefsache gemacht hat, auf dass auch schon bald sämtliche vegetarischen Schweineschnitzel aus den Supermarktregalen verschwinden und die Flammen der brennenden roten Mühle des IS friedlich über Rügenwald flackern.

Disclaimer:

Diese Botschaft wurde Ihnen präsentiert von der Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland in Zusammenarbeit mit den deutschen Schweinemästern, sponsored by antimuslimische Ressentiments™.

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