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Studie

Alterung der Gesellschaft fordert Sozialdienste heraus

Deutschland hat lange Zeit vom demografischen Wandel profitiert. Die Lebenserwartung ist kräftig gestiegen und wir haben viel Geld gespart, weil weniger Nachwuchs zu versorgen war. Doch diese goldenen Jahre gehen bald vorbei. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor.

Dienstag, 12.04.2016, 8:20 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 08.01.2020, 15:44 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |   Drucken

Der demografische Wandel wirkt sich stark auf die Arbeit der sozialen Einrichtungen und Dienste aus. Das ist das Resultat einer Studie, die das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung im Auftrag des Deutschen Caritasverbandes erstellt hat, und die am Montag in Berlin vorgestellt wurde. Die Veränderungen im Altersaufbau der Gesellschaft zeigten sich regional äußerst unterschiedlich, heißt es in der Erhebung. Besonders im Osten Deutschlands bestehe schon jetzt akuter Handlungsbedarf.

Zugleich betonten die Forscher, es seien Daten und Prognosen bis auf die Kreisebene erforderlich, um die passenden Handlungsempfehlungen für die soziale Arbeit vor Ort zu entwickeln.

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Die Forscher haben laut den Angaben anhand von knapp 100 Indikatoren die Auswirkungen des demografischen Wandels auf die besonders betroffenen Fachgebiete Kinder- und Jugendhilfe, Altenhilfe sowie Migration und Integration untersucht. Anhand sogenannter soziodemografischer Indikatoren für die Landkreise und kreisfreien Städte wurden Regionen mit ähnlicher demografischer Entwicklung ermittelt und zu Gruppen zusammengefasst, um für diese Regionstypen Handlungsstrategien aufzeigen zu können.

„Die Studie zeigt deutlich, wenn die sozialen Dienstleistungen in die kommunale Planung einbezogen werden und der Sozialraum gemeinsam mit den Bürgern gestaltet wird, sind die Erfolge für die Zukunftsfähigkeit am größten“, betonte Caritas-Präsident Peter Neher. Der sozialräumliche Ansatz, die Kooperation und Vernetzung verschiedener Akteure und Fachbereiche seien entscheidende Erfolgsfaktoren für die Bewältigung der zukünftigen Aufgaben.

Deutlich werde auch, dass in allen drei Fachbereichen der Handlungsbedarf in den neuen Bundesländern besonders dringend sei. Denn dort zeigten sich die Auswirkungen des Alterns der Gesellschaft schon jetzt sehr stark. „Um die Herausforderungen zu bewältigen, ist die Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Kommunen gefordert“, so Neher. Dazu gehöre auch die Solidaritätsbereitschaft zwischen Ländern und Regionen mit sehr unterschiedlicher Wirtschaftskraft. (epd/mig)

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