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Journalisten-Verband kritisiert

Recherchen in Flüchtlingsunterkünften werden verhindert

Vor allem in Rheinland-Pfalz und Sachsen werden Journalisten daran gehindert, in Flüchtlingsunterkünften zu recherchieren, kritisiert der Deutsche Journalisten-Verband. Länder und Betreiber der Einrichtungen seien in der Pflicht, Berichterstattung zu ermöglichen.

Mittwoch, 26.08.2015, 8:21 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 26.08.2015, 17:08 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |   Drucken

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hat die Betreiber von Flüchtlingsunterkünften aufgefordert, Journalisten Zutritt zu den Heimen zu gewähren. „Journalistische Arbeit in Flüchtlingsunterkünften darf nicht zum Tabu gemacht werden“, sagte der DJV-Vorsitzende Michael Konken am Dienstag in Berlin. Laut einer Umfrage des Verbands gebe es in mehreren Bundesländern Probleme für Journalisten, die Unterkünfte betreten und dort recherchieren wollten.

Nach Angaben von DJV-Sprecher Hendrik Zörner handelte es sich dabei vor allem um Rheinland-Pfalz und Sachsen. Auch der Landesverband Hamburg habe vereinzelte Schwierigkeiten gemeldet, sagte Zörner dem Evangelischen Pressedienst. Die Umfrage sei noch nicht abgeschlossen, da aus einigen Bundesländern noch die Ergebnisse ausstünden.

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Konken erklärte, die Öffentlichkeit wolle wissen, wie die Flüchtlinge untergebracht seien, wie sie lebten und welche Erfahrungen sie machten. Das sei nur möglich, wenn Journalisten mit den Menschen sprechen und diese in ihrem Heimalltag beobachten könnten. „Die Berichterstattung der Medien darf nicht auf Ereignisse außerhalb der Unterkünfte beschränkt werden, wie zuletzt etwa in Heidenau“, sagte er mit Blick auf die sächsische Stadt, in der es am Wochenende massive Ausschreitungen Rechtsextremer vor einem Flüchtlingsheim gab.

Der DJV-Vorsitzende betonte, dass Journalisten die Privatsphäre der Flüchtlinge zu achten hätten: „Es geht nicht darum, die Menschen mit Mikrofon und Kamera zu bedrängen, sondern mit ihnen zu sprechen, wenn sie dazu bereit sind.“ Länder und Kommunen als Betreiber der Einrichtungen seien in der Pflicht, Berichterstattung zu ermöglichen, statt diese zu verhindern, sagte Konken. (epd/mig)

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