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07.04.2015 – Tröglitz, Asyl, NSU, V-Mann, Pegida, Ausländer, Türkei

Nach dem Brandanschlag in Tröglitz; Ausländerfeindliche Einstellungen in Bayern weit verbreitet; Gabriel nutzt NSU-Morde als Argument für Datenspeicherung; Pegida stellt Bürgermeister-Kandidatin auf; Türkei sperrt Twitter und Youtube; Fremdenhass und Rechtsextremismus im Keim ersticken

Von Dienstag, 07.04.2015, 8:10 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 06.04.2015, 21:59 Uhr Lesedauer: 5 Minuten  |  

Die Themen des Tages sind:

Dass deutsche Politiker nach Terroranschlägen die Vorratsdatenspeicherung fordern, ist nicht neu. Neu ist dagegen, dass der SPD-Chef die Mordserie des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) als Argument für die Wiedereinführung des umstrittenen Gesetzes benutzt.

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Thüringen wird bei der Abschaltung der V-Leute des Verfassungsschutzes Ausnahmen zulassen. Die regierende Linkspartei versichert aber: „Wir halten den Geheimdienst an der kurzen Leine“.

Rechtsextreme Provokation bei einer Gedenk-Demo für NSU-Opfer in der Nordstadt: Ein Mann hat das Gedenken an den 2006 ermordeten Dortmunder Mehmet Kubasik und die anderen acht von der Neonazi-Terrorgruppe getöteten Menschen verhöhnt. Er zeigte bei der Veranstaltung den Hitlergruß.

Vor neun Jahren wurde Halit Yozgat in Kassel mutmaßlich von dem NSU erschossen. Barbara John, Ombudsfrau für die Angehörigen der NSU-Mordopfer, fordert im Interview eine umfassende Aufklärung der Tat und kritisiert die Arbeit des hessischen Untersuchungsausschusses.

Am 6. April 2006 wurde Halit Yozgat von rechtsextremen Terroristen des NSU erschossen. Anlässlich seines neunten Todestages gab es eine Gedenkveranstaltung in Kassel.

Alle zwei Jahre untersucht die Uni Leipzig in ihrer „Mitte“-Studie, wie verbreitet rechtsextreme Einstellungen in Deutschland sind.

Das Ergebnis für Bayern ist erschreckend: Nur in Sachsen-Anhalt ist der Zustimmungswert zu ausländerfeindlichen Einstellungen höher.

Der thüringische SPD-Landesvorsitzende Andreas Bausewein fordert, Fremdenhass und Rechtsextremismus schon im Keim zu ersticken. «Es braucht den Aufstand aller Demokraten schon bei kleinsten Anzeichen».

Als im März die Meldung von einer Schlägerei in einem Bremer Einkaufszentrum durch die Presse geht, fallen in Online-Kommentaren Worte wie „Intensivtäter“ und „Asoziale“.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge will die Zahl der alten Asylverfahren in diesem Jahr deutlich reduzieren. „Wir wollen bis zum Jahresende so viele Altverfahren wie möglich abbauen“.

Droht nach dem Brand von Tröglitz wieder eine Serie von Anschlägen auf Asylbewerberheime wie vor 20 Jahren? Nein, denn die deutsche Gesellschaft und Politik von heute sind nicht mehr die von damals. Sie haben bittere, aber auch gute Erfahrungen gesammelt.

Nach dem Anschlag auf ein geplantes Flüchtlingsheim herrscht in Tröglitz Entsetzen und eine Jetzt-erst-recht-Stimmung. Innenminister Holger Stahlknecht kündigt an, dass die Gemeinde wieder Asylbewerber aufnehmen wird.

Tröglitz‘ Ex-Bürgermeister und seine Frau demonstrierten nach dem Anschlag auf eine Asylunterkunft für Toleranz. Nun werden sie erneut bedroht. Die Familie mit sieben Kindern bekommt Polizeischutz.

Im NPD-Verbotsverfahren wollen die Länder dem Bundesverfassungsgericht neue Beweise vorlegen. Die Richter verlangen bis zum 15. Mai zusätzliche Belege für das aggressive und antidemokratische Auftreten der rechtsextremen Partei und klare Beweise, dass V-Leute in NPD-Führungszirkeln abgeschaltet sind.

Die frühere AfD-Politikerin Tatjana Festerling tritt für Pegida bei der Bürgermeisterwahl in Dresden an. Zur Kundgebung am Ostermontag kamen wieder mehr Anhänger.

Behgjet Pacolli ist der wohlhabendste Sohn des armen Mini-Staates und brachte es bis zum Vizepremier. Nun muss er eine neue Erfahrung machen: Die Menschen wenden sich ab von seiner Art Business.

Die Islamisten der Nusra-Front haben im Nordwesten Syriens 300 Kurden verschleppt. Die Männer und Kinder seien an einem Kontrollpunkt bei Aleppo in die Gewalt der Dschihadisten geraten.

Zum zweiten Mal sperren türkische Behörden den Zugang zu Twitter und Youtube. Es geht um ein Foto, das die Behörden nicht im Netz sehen wollen. Nur Facebook entgeht der Sperre schnell.

Integration und Migration

Nach dem Brandanschlag in Tröglitz

Gabriel nutzt NSU-Morde als Argument für Datenspeicherung

Deutschland

Pegida stellt Bürgermeister-Kandidatin auf

Ausland

Türkei

Nachtrag vom 05.04.2015

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