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Tobias Busch, Immigrierte Chefs, Kolumne, MiGAZIN
MiGAZIN Kolumnist Tobias Busch - schreibt über Auswirkungen von Migrationsbewegungen © privat, bearb. MiG

Immigrierte Chefs

Das Dilemma der Schweiz mit ihrer Zuwanderungsbegrenzung

Ein Jahr nach dem Volksentscheid zur Begrenzung der Zuwanderung, haben die Schweizer nun ein Gesetz vorgelegt. Aber sind erfolgreiche Teilhabe an der globalen Wirtschaft und gleichzeitig Abschottung gegen Fremde überhaupt möglich? Von Tobias Busch

Von Montag, 23.02.2015, 8:23 Uhr|zuletzt aktualisiert: Samstag, 28.03.2015, 19:13 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Gerade habe ich eine Woche in der Schweiz verbracht. Rund ein Jahr nach dem erfolgreichen Volksbegehren zur Begrenzung der Zuwanderung zeigt sich, was eigentlich vorher klar war: man kann auf Dauer nicht beides haben: unbegrenzte erfolgreiche Teilhabe an der globalen Wirtschaft und gleichzeitig Abschottung gegen fremde Menschen und Einflüsse. Das Unbehagen darüber, dass es an den Universitäten in manchen Fächern keinen einzigen Ur-Schweizer Professor mehr gibt, ist nachvollziehbar. Aber wie ist es dazu gekommen?

Es gab offenbar über viele Jahre bei jeder Neubesetzung eine bessere ausländische Alternative. Das wiederum kommt der Leistungsfähigkeit der jeweiligen Universität und ihrer späteren Absolventen unmittelbar zu Gute. Nimmt man nun umgekehrt nicht mehr die Besten, sondern sucht die Kandidaten nach Nationalität aus, wird auf mittlere Sicht das Niveau der Hochschulen sinken.

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Volksentscheid zu Lasten der Qualität

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Die gleiche Logik gilt in allen Hochleistungsbereichen: keine Fußballmannschaft der Welt ist ohne Immigranten und Ausländer auf oberstem Niveau wettbewerbsfähig – schon gar nicht die Nationalmannschaft der Schweiz. Sie besteht zu nahezu 100% aus Immigranten. Kaum ein IT Team, das wirklich komplexe Fragen lösen muss, kommt ohne Ausländer aus; ein beachtlicher Teil des Managements in der Wirtschaft, viele Spitzenleister in Forschung und Entwicklung und auch ein Teil der guten Zahnärzte oder Handwerker, die in der Schweiz arbeiten, sind nicht dort geboren.

Mit anderen Worten: Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit wären deutlich niedriger, wenn diese Zuwanderungsbegrenzung 10 oder 20 Jahre früher gegriffen hätte. Niemand kann heute sagen, wie die Schweizer Politik dieses offensichtliche Dilemma lösen soll, das ihr der Volksentscheid beschert hat. Aber die Diskussion ist in vollem Gange.

Alternative zu legaler Einwanderung ist illegale Einwanderung

Auch am anderen Ende der sozialen Skala sind die Folgen gravierend. Die Schweiz war ein Land, das den Ehrgeiz und den Leistungswillen auch der weniger qualifizierten Immigranten gut für sich zu nutzen wusste. Davon geht viel verloren, wenn die Menschen in die Illegalität gedrückt werden; auch unter diesem Aspekt ist der Volksentscheid – wirtschaftlich betrachtet – ein gewaltiges Wertvernichtungsinstrument.

Das gilt auch für Deutschland

Das Gleiche gilt natürlich auch für die Einwanderung nach Deutschland, die unter der Überschrift „politisches Asyl“ stattfindet. Es gibt wirtschaftlich kaum etwas Idiotischeres, als leistungsbereite, ehrgeizige und motivierte Menschen monate- und jahrelang in Heime und Auffanglager zu stecken und ihnen das Arbeiten zu verbieten. Es gibt in Deutschland viele Bürger, die – zum Teil ehrenamtlich – daran arbeiten, diesen Unsinn etwas einzudämmen. Trotzdem gehen die so entstehenden Schäden wahrscheinlich in die Milliarden – von den sozialen Folgen gar nicht zu sprechen. Das muss sich ändern!

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