Hinweise auf Fremdenhass

Haben Nazis 55-jährigen Ruander zu Tode geprügelt?

Ein 55-jähriger Ruander wurde zu Tode geprügelt. Die Polizei konnte drei Tatverdächtige festnehmen und hat Hinweise auf eine fremdenfeindliche Gesinnung der Verdächtigen. Für den Ausländerbeirat ist es höchste Zeit für eine Antirassismusstrategie.

Freitag, 31.10.2014, 8:22 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 03.11.2014, 22:50 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |   Drucken

Der gewaltsame Tod eine Afrikaners in Limburg hat Trauer und Entsetzen ausgelöst. „Wir sind tief bestürzt, dass auch in Hessen offenbar immer noch die Herkunft eines Menschen Anlass für Gewalt oder feigen Totschlag sein kann“, sagte der Vorsitzende des Landesausländerbeirats Hessen, Enis Güleğen, am Donnerstag in Wiesbaden.

Am Mittwoch hatte die Polizei mitgeteilt, dass ein 55-jähriger Ruander in der vergangenen Woche in einer Unterkunft der Stadt Limburg totgeprügelt worden war. „Nach dem vorläufigen Obduktionsergebnis hat der Mann Verletzungen am Oberkörper und Kopf durch massive Gewalteinwirkung erlitten, was zu inneren Blutungen, dem Einatmen von Blut und damit dem Ersticken führte“, teilte die Polizei mit. Drei Tatverdächtige wurden wenig später wegen des Verdachts auf Totschlag verhaftet. Laut Staatsanwaltschaft gibt es Hinweise auf eine fremdenfeindliche Gesinnung der Verdächtigen. Eine Sonderkommission ermittelt.

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Güleğen lobte Polizei und Staatsanwaltschaft, die mit der Einrichtung einer Sonderkommission richtig gehandelt hätten. „Allerdings erwarten wir jetzt eine schnelle und lückenlose Aufklärung.“ Mit Ermittlungsergebnissen ist in den kommenden Tagen aber nicht zu rechnen, teilte die Limburger Staatsanwaltschaft mit. „Die heiße Phase unserer Ermittlungen wird noch ein oder zwei Wochen dauern“, sagte der Sprecher der Behörde.

Für Güleğen steht bereits fest: Der Fall zeige erneut, wie dringend es in Hessen einer aktiven politischen Antidiskriminierungs- und Antirassismusstrategie bedürfe: „Wir erwarten, dass das Land jetzt entschieden handelt und dafür auch richtig Geld in die Hand nimmt.“ (epd/mig)

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