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Wahn & Sinn

Deutschland – alternativlos

TINA - there is no alternative - dies ist Merkels Regierungsprogramm. Aber stimmt das wirklich? Gibt es eine Alternative für Deutschland? Und wie könnte diese aussehen?

Von Dienstag, 30.09.2014, 8:23 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 01.10.2014, 22:01 Uhr Lesedauer: 3 Minuten  |   Drucken

Mängelberichte sind derzeit in Mode. Bei der Bundeswehr kommt dabei meist so etwas heraus, wie, dass man zwar 100 Hubschrauber hat, davon aber keiner fliegt, dass man ein Sturmgewehr hat, dass bei Sonnenschein nicht mehr geradeaus schießt, oder dass beim durchschnittlichen Soldaten kaum mehr als drei Gehirnzellen noch funken – weniger als die Hälfte des Geforderten.

Zeit für eine Alternative. Also für Deutschland. Japan soll ja ganz schön sein; ist aber ziemlich überlaufen. In Kanada hat man’s da ruhiger; aber scheißkalt isses auch. Costa Rica vielleicht. Die haben ihr Militär einfach abgeschafft und stattdessen Schulen gebaut – und sind heute der wohlhabendste, sicherste und stabilste Staat in der Gegend. Mangelhaft gewartete Kampfhubschrauber für die es keine Ersatzteile gibt, gibt’s da nicht.

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Allerdings: dann wäre man ja plötzlich Migrant – und die sind schließlich alle kriminell. Wer will schon kriminell sein? Andererseits vögeln Migranten den Einheimischen auch die Frauen weg. Und das wiederum kann schon gefallen. Wenn einem so etwas gefällt. Um einen Job muss man sich immerhin keine Gedanken machen: Man nimmt einfach einem Heimischen die Arbeit weg.

Das ist eben alles nicht so einfach. Dann vielleicht mit dem ganzen Land migrieren. Vielleicht wäre das eine Alternative für Deutschland: Raus aus Mitteleuropa, der EU und dem Euro. Einen Neuanfang wagen auf einem anderen Kontinent… Das Ausland denkt dann jedoch gleich an Blitzkrieg – auch der ist nicht besonders populär: Eine Alternative für Deutschland zu finden, fällt also gar nicht so einfach.

Und dann sind da noch diese Heiopeis, die sich selbst als Alternative proklamieren, dabei aber in etwa so alternativ rüberkommen, wie ein Cayenne in Zehlendorf. Und dann sind diese angeblichen Politiker eigentlich auch total unpolitisch. Also weder rechts, noch links. Hierauf bestehen Sie, weil alles, was sie sagen, extrem rechts ist. Und in diesem verkackten Land gilt jeder, der einfach nur extrem Rechtes sagt, gleich als rechtsextrem. Sie sind aber bloß alternativ. Deshalb ja der Name. Mich persönlich erinnert das ja an die Piraten: Die sind mit ähnlichen Aussagen hausieren gegangen. Und haben dann allerlei rechten und linken Mumpitz abgesondert.

Immerhin: Linken Mumpitz hört man von der AfD nicht. Wird man auch wohl nie hören.

Rechten Mumpitz um so häufiger. Jede Menge davon sogar. Die aktuellen Wahlen sind ja auch gerade durch. Sogenannte Bürgerliche – als sei jeder, der keinen Cayenne fährt, kein Bürger dieses Landes – muss man aktuell nicht mehr in die Rattenfalle locken. Und so kommt zu dem alltäglichen Gewäsch, dass inzwischen selbst der CSU zu blöd – man denke an „Frauen sind Gebährmaschinen und müssen mindestens dreifach werfen“, „zurück zur Dehmark“ und „Deutschland den Deut…obwohl, da ist die Union gern weiter mit dabei – geworden ist, auch die alltägliche Politik. Und da hatte sich selbst die CDU, von einigen lokalen Rechtsaußen abgesehen, an den demokratischen Konsens gehalten, nicht mit den Neonazis zu kooperieren und sie parlamentarisch vollständig zu ignorieren, um ihnen keinen spaltbreit Lebensraum im Parlament zu gewähren.

Die AfD nun, eben total alternativ und keineswegs sich selbst im Verdacht habend, irgendwie rechts sein zu können, hat da weniger Berührungsängste – sie unterstützt gern Anträge der Nationalen. Denn nationalistisch, dass sind sie durchaus. Aber nicht rechts. Und was die NPD will, dass hat Hand und Fuß. Für die AfD. Obwohl die AfD nicht rechts ist.

Wie man sich bettet, so liegt man, so heißt es. Ganz koscher sind die also auch wieder nicht.

Und so erweisen sich Merkels Worte fast als prophetisch: Es gibt keine Alternative.

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