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Immigrierte Chefs

Der Fußball-Weltmeister wird Multikulti sein

Nach kleiner Schwächephase ist Multikulti wieder auf dem Vormarsch – die Fußball Weltmeisterschaft in Brasilien beweist es eindrucksvoll. Nicht umsonst sind sonst so starke Teams schon in der Vorrunde raus.

Von Montag, 23.06.2014, 8:24 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 25.06.2014, 20:41 Uhr Lesedauer: 3 Minuten  |   Drucken

Die Folgen der Immigration haben den Fußball schon vor Jahren erreicht und seitdem bereichert – gerade auch die nationalen Auswahlmannschaften! Als erste hatten wohl Engländer und Holländer dunkelhäutige Nationalspieler, bald darauf wurde Henrick Larsson zum nationalen Mythos in Schweden und zum „König der schwedischen Fußballgeschichte“, also quasi zum Verwandten von Kaiser Franz Beckenbauer – obwohl sein Vater aus Kap Verde kam.

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Es ist über die Jahre schon auffällig, wie relativ viele der ganz großen nationalen Stars Immigranten der ersten oder zweiten Generation in ihren jeweiligen Ländern sind – neben Larsson etwa Zinedine Zidane, Thierry Henry, Zlatan Ibrahimovic. Eine Nummer kleiner, aber bei den Deutschen besonders beliebt: Mario Balotelli aus Italien.

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Der Sport ist seit jeher ein großer Integrator – wenn jemand gut spielt, ist es den anderen im Team egal, ob er 17 oder 37 ist, groß oder klein und wo seine Eltern herkommen – er wird von der Mannschaft akzeptiert und von den Fans in den Himmel gehoben.

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Eine der ganz großen Gesten von Nelson Mandela war seine demonstrative Unterstützung für das südafrikanische Rugby Team nach seinem Amtsantritt als Präsident. Rugby, der Burensport schlechthin und natürlich war die Nationalmannschaft fast ausschließlich weiß! Als die Südafrikaner dann 95 die WM im eigenen Land gewannen, war das nicht nur eine sportliche Sensation nach all den Jahren ohne internationale Spielpraxis. Es war vor allem ein grandioses Symbol für das Zusammenwachsen des Landes. Das Bild vom lächelnden Mandela im grüngelben Springbok Trikot – weltweit negativ assoziiert mit Apartheid und Boykott – war und ist unwiderstehlich!

Mit solchen Bildern wird sich Herr Blatter nicht verewigen können – aber der Vergleich ist vielleicht auch etwas pietätlos. Er ist eben nur der alternde Funktionärsanführer eines scheinbar ziemlich korrupten Verbandes und hat schon deshalb keine Eignung zum Helden. Trotzdem bietet auch diese WM interessantes Anschauungsmaterial zum Thema Integration.

Die multikulturellen Mannschaften sind einfach stärker als die monokulturellen. Die Serben, die Türken und die Polen – eigentlich starke Fußballnationen – sind erst gar nicht dabei, die Russen tun sich schwer, Spanien ist schon ausgeschieden. Vor allem aber bei den afrikanischen Mannschaften drängt sich ständig das Gefühl auf, ein, zwei Spieler von ganz anderem Typus täten den Teams ungeheuer gut und könnten aus einer ordentlichen Mannschaft ein Spitzenteam entstehen lassen. Vielleicht etwas eingewandertes holländisches Selbstbewusstsein und etwas deutsche taktische Disziplin in Form von zwei weißen Spielern?

Umgekehrt funktioniert das ja hervorragend! Die Niederländer und die Deutschen spielen gut, die Italiener und die Franzosen sind auch nicht schlecht. Die kleine Schweiz hält sich tapfer und gewinnt zwar nicht immer, spielt aber fast ausschließlich mit Immigranten. Costa Rica und Kolumbien sind sehr stark, das multikulturelle Mutterland, Brasilien, ist ohnehin favorisiert. Nur bei den armen Engländern funktioniert es wieder und trotz allem nicht; aber hier muss man sagen: Ohne Daniel Sturridge, Danny Welbeck and Raheem Sterling wäre alles noch viel schlimmer gekommen, England scheidet deshalb (auch) als Gegenargument aus.

Die Beweisführung ist nicht ganz ernsthaft aber eindeutig. Alles spricht für den WM Sieg eines Teams mit gutem Kulturmix. Die kulturelle Vielfalt setzt sich am Ende durch, weil sie einfach überlegen ist. Nicht nur, wenn es um die Zusammensetzung von Managementteams geht, sondern eben auch beim Fußball!

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