TV-Tipps des Tages

06.05.2014 – Erste Weltkrieg, Ausländer, Integration, Jugendamt, Migranten

TV-Tipps des Tages sind: 14 - Tagebücher des Ersten Weltkriegs: Millionen Mütter und Frauen müssen die jahrelange Trennung von Söhnen oder Ehemännern erdulden; Plötzlich ist das Kind tot: Wenn Jugendämter versagen

Von Dienstag, 06.05.2014, 8:18 Uhr|zuletzt aktualisiert: Samstag, 03.05.2014, 19:14 Uhr Lesedauer: 3 Minuten  |   Drucken

14 – Tagebücher des Ersten Weltkriegs
Dokumentationsreihe – Millionen Mütter und Frauen müssen die jahrelange Trennung von Söhnen oder Ehemännern erdulden. Sie quält die Ungewissheit, ob ihre Lieben noch am Leben sind, andere müssen ertragen, diese für immer verloren zu haben. Die Männer in den Schützengräben sollen sich aufs Töten konzentrieren und sich keine Gedanken um ihre Frauen daheim machen. Der Erste Weltkrieg vernichtet das Leben und die Gesundheit zahlloser Soldaten. Er zerrüttet Familien, Beziehungen, Partnerschaften – und bürgerliche Moralvorstellungen.

Die Berliner Künstlerin Käthe Kollwitz verliert ihren Sohn Peter. Er stirbt nur wenige Tage nach Kriegsbeginn – einer von 200.000 Toten der sogenannten ersten Flandernschlacht. Schuldgefühle quälen die trauernde Mutter. Das belastet ihre Ehe. Die jung verheiratete Marie Pireaud sehnt sich nach ihrem Mann Paul. Trost spenden ihr nur seine Briefe. Die französische Heeresführung verbietet Soldaten den Kontakt mit ihren Frauen. Trotzdem beschließt Marie, an die Front zu fahren. Sie wünscht sich ein Kind von ihrem Mann.

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Elfriede Kuhr feiert ihren 14. Geburtstag. In Schneidemühl werden nun junge Fliegeroffiziere für den Fronteinsatz ausgebildet. Elfriede verliebt sich in Leutnant Waldeck, der bei einem Übungsflug tödlich verunglückt. Ernst Jünger trifft sich heimlich mit der Französin Jeanne Sandemont. Liebesbeziehungen zwischen Feinden gelten als Verrat. Doch die Sehnsucht nach menschlicher Wärme ist stärker. Marina Jurlowa ist inzwischen 16 Jahre alt. Die Suche nach dem Vater hat sie an die Front verschlagen. Den Vater hat sie nicht gefunden, doch im Krieg ist sie geblieben – als Kindersoldatin. Hauptmann Rossinskij macht ihr Avancen. Doch Marina Jurlowa will kein Mädchen sein, sondern nur Soldatin. Di, 6. Mai • 21:05-21:57 • arte

Plötzlich ist das Kind tot
Dokumentation – Wenn Jugendämter versagen. Sie heißen Chantal oder Zoe, Bastien oder Marina. Immer wieder sterben in Deutschland und Frankreich Kinder an Misshandlung. Oft sind die Familien, in denen solche Katastrophen geschehen, den Jugendämtern bekannt. Aber die Sozialarbeiter, die den staatlichen Auftrag haben, die ihnen anvertrauten Kinder zu schützen und ihnen eine Perspektive zu bieten, scheinen zu versagen. Welche Fehler begehen die Jugendämter in Deutschland und Frankreich – sind sie überhaupt in der Lage, ihre Aufgaben zu erfüllen?

Die Verantwortlichen in den Ämtern verweisen oft auf eine zu dünne Personaldecke und die damit verbundene Überlastung ihrer Mitarbeiter. Kritiker monieren schlechte Bezahlung und fehlende Erfahrung. Fest steht: Die Ausgaben für Kinder- und Jugendhilfe steigen seit Jahren – in Deutschland von 5,1 Milliarden Euro im Jahr 2001 auf 7,5 Milliarden Euro im Jahr 2010.

Aber auch die Fallzahlen steigen dramatisch: Erhielten 2008 knapp 800.000 Kinder und Jugendliche sogenannte „Hilfen zur Erziehung“, waren es zwei Jahre später schon 866.000 – ein Zuwachs von etwa acht Prozent. Steigende Armut, auseinanderbrechende Familien, zunehmende Gewalt – diese gesellschaftlichen Entwicklungen führen dazu, dass Jugendämter immer stärker die Rolle der „gesellschaftlichen Feuerwehr“ übernehmen muss.

Ein Jahr nach dem Tod der elfjährigen Chantal in Hamburg gehen die Filmemacher Nadja Frenz und Michael Richter auf Spurensuche. Sie rekonstruieren – auch anhand interner Unterlagen – die Umstände, die zum Tod Chantals führten. Das Hamburger Jugendamt öffnete für diese Dokumentation erstmals seine Türen. Auch in Frankreich war ein Jugendamt bereit, Einblick in den Alltag der Behörde zu gewähren. So entsteht ein facettenreiches Bild einer gesellschaftlichen Realität, die gerne totgeschwiegen und ausgeblendet wird. Der Schutz von Kindern und Jugendlichen, in politischen Sonntagsreden gerne propagiert, steht im Alltag meist ganz unten auf der Agenda der Verantwortlichen. Di, 6. Mai • 22:55-23:47 • arte

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