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V-Mann Felten

Aus Wladimir ist was geworden

V-Mann Felten hat recherchiert, welche Namen von Vorteil sind bei potenziellen Chefs und mit welchen Maßnahmen die Standesbeamten nun ergreifen, um den armen, benachteiligten Migrantenkindern endlich zu mehr Chancengleichheit zu verhelfen.

Von Freitag, 28.03.2014, 8:22 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 31.03.2014, 23:46 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Aus Peggy wird nichts, aus Ali schon mal gar nix und Ronny ist auch nicht gern gesehen. Was fehlt, ist noch die große Studie, ob aus Ivan, Ludmila und Orda was wird. Und was ist denn mit Fabiane, Jim und Wenke? Aus Mesut, Kevin und Sami ist aber was geworden. Und natürlich aus Wladimir, aber der sucht ja auch keinen Job.

Bei Peggy vermutet der Personalchef einen ostdeutschen Migrationshintergrund, Straßenköter blond gefärbtes Haar und ständiges Kaugummikauen. Sie kommt aus einem Elternhaus, in dem nur mangelnde Deutschkenntnisse vorherrschen, weil der Vater im Unterhemd Bier trinkend den ganzen Tag vor dem Fernseher sitzt.

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Ali bringt gleich ein Messer zum Bewerbungsgespräch mit, außerdem hat der sowieso keine Zeit, weil er dauernd seine Schwestern bewachen muss. Deutschkenntnisse besitzt er keine. Seine Eltern haben keine Zeit für ihn, weil sie die ganze Zeit  mit der Herstellung von Sprengstoff beschäftigt sind.

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Aber Hans, Otto und Monika fehlen! Nun hat das Ministerium für Chancengleichheit im Arbeitsmarkt, der Sachverständigenrat für optimale Namensgebung und die Gemeinde fremdklingender Vornamen in Deutschland ein Konzept vorgelegt, das nicht nur den Jobsuchenden Abhilfe verspricht, sondern auch das Problem des Fachkräftemangels lösen wird – ohne den Zuzug von lästigen und integrationsunwilligen Ausländern.

Die Standesbeamten erhalten eine Broschüre mit Vorschlägen für Namen, die unter wissenschaftlichen Aspekten und aufwendigen Tests in Zusammenarbeit Personalchefs ermittelt wurden und dem Träger optimale Voraussetzungen im Bewerbungsgespräch einräumen. Ein gelungener Nebeneffekt dieser Studie ist auch, dass sich mit diesem Vornamen schneller und leichter eine Wohnung finden lässt.

Die Beamten werden dringend angehalten, den Eltern bestimmte Namen zu empfehlen, sogar letztendlich, wenn sie wirklich auf Hasan oder Ayşe bestehen, ein Ordnungsgeld zu verhängen oder die Eltern zu zwingen, ihre Kinder im örtlichen Fußballverein anzumelden.

Der am besten getestete Namen für Jungen war Albert. Er imaginiert den Chefs, dass die Eltern mit ihm Bezug auf Einstein genommen haben und der Sprössling dessen Relativitätstheorie aus dem Effeff beherrscht. So steht seiner Karriere, als Regalauffüller auf Minijobbasis nichts mehr im Wege.

Bei den Mädchen hat sich der Vorname Angela, das hat keinen gewundert, mit Abstand an die Spitze gesetzt. Aber dennoch merkwürdig, da dieser Namen eigentlich einen griechischen Migrationshintergrund vermuten lässt.

Dass in Ostdeutschland den dortigen Standesbeamten empfohlen wird, die Namen Adolf und Eva zu präferieren, ist mal wieder so eine bösartige Unterstellung, der dauernd nörgelnden Weltverbesserer und des Autors.

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