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Studie

Erhöht Migrationshintergrund das Risiko für psychische Probleme?

Lange Zeit ging man davon aus, das sich die Migration negativ auf die Psyche auswirkt. Eine aktuelle Längsschnittstudie der Ruhr-Universität Bochum hält dagegen: Bei türkeistämmigen Jugendlichen jedenfalls wurden keine Auffälligkeiten gefunden.

Dienstag, 18.03.2014, 8:28 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 08.01.2020, 15:44 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Türkischstämmige Kinder und Jugendliche in Deutschland haben kein erhöhtes Risiko für psychische Probleme. Zu diesem Ergebnis sind Forscher der Arbeitseinheit Entwicklungspsychologie der Ruhr-Universität Bochum gekommen. Das Team der Studie „Der nächste Schritt“ hat Daten zu 480 Kindern (über deren Eltern) und von über 160 Lehrern erhoben. Die Studie wurde jetzt im Journal of Child and Family Studies veröffentlicht.

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Türkische Einwanderer sind die größte Migrantengruppe in Deutschland, aber man weiß bislang sehr wenig über die psychische Gesundheit türkischstämmiger Kinder. Im Rahmen der Längsschnittstudie „Der nächste Schritt“ untersuchen Psychologen, wie Schule, Familie und Freunde dazu beitragen können, dass Kinder aus zugewanderten Familien sich wohlfühlen und die Schule gut meistern.

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Keine Auffälligkeiten
Die Forscher fanden heraus, dass ein türkischer Familienhintergrund per se keine kindlichen Auffälligkeiten wie emotionale Probleme, ADHS oder Schwierigkeiten mit Gleichaltrigen vorhersagt. Türkischstämmige Mütter berichteten jedoch im Vergleich zu deutschen Müttern über mehr Stress im Alltag und in der Beziehung zu ihren Partnern. Diese höhere Belastung wirkte sich negativ auf die psychische Gesundheit ihrer Kinder aus.

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Die Ergebnisse zeigten außerdem, dass das Verhalten von Jungen sowohl von Müttern als auch Lehrern insgesamt häufiger als problematisch beurteilt wurde. Türkischstämmige Jungen schnitten dabei aber nicht schlechter ab als deutsche Jungen. „Wir benötigen dringend mehr Forschung zu den Risiko- und Schutzfaktoren, die die psychische Gesundheit türkischstämmiger Kinder beeinflussen, um erfolgreiche kultursensitive Präventionsstrategien entwickeln zu können“, sagt Dr. Julia Jäkel aus der Arbeitseinheit Entwicklungspsychologie.

Interviewt wurden 359 türkischstämmige und 121 deutsche Kinder. Ihre Eltern wurden von bilingualen (Türkisch/Deutsch) Interviewern zu Hause befragt und sollten mit dem „Strengths and Difficulties Questionnaire (SDQ)“ die Stärken und Schwächen ihrer Kinder beurteilen. Zusätzlich beantworteten 164 Lehrer die gleichen Fragen zum Verhalten der Kinder in der Schule. (sb)

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