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Rezension

Türkischstämmige Kinder am ersten Bildungsübergang – Jörg Dollmann

Türkische Familien weisen einen höheren Bildungsanspruch und eine stärkere Bildungsmotivation auf als deutsche Eltern ohne Migrationshintergrund. Das ist das zentrale Ergebnis aus der Studie „Türkischstämmige Kinder am ersten Bildungsübergang“.

Von Donnerstag, 07.10.2010, 8:24 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 08.01.2020, 15:45 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

In seinem Buch „Türkischstämmige Kinder am ersten Bildungsübergang“ ermittelt der Autor, dass türkische Familien einen höheren Bildungsanspruch und eine stärkere Bildungsmotivation aufweisen als deutsche Eltern ohne Migrationshintergrund. Er geht davon aus, dass das insgesamt schlechtere Abschneiden der türkischen Schulkinder im deutschen Bildungssystem auf eine nachteiligere Kompetenzentwicklung sowie die ungünstigere soziale Situation der Eltern zurückzuführen ist.

Für seine Untersuchungen verwendete der Wissenschaftler Daten des von der Deutschen For-schungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projektes des Mannheimer Zentrums für europäische Sozialforschung (MZES) „Bildungsentscheidungen in Migrantenfamilien“. Die Befragungen wurden zwischen 2005 und 2007 an 98 Kölner Grundschulen durchgeführt. Daran nahmen insgesamt 1.376 Kinder mit und ohne Migrationshintergrund sowie deren Eltern teil. Der Autor erhob zu verschiedenen Zeitpunkten die Kompetenzen der Kinder in Deutsch und Mathematik. Von Interesse im Forschungsprojekt waren auch die Eltern der Kinder. Zum einen wurden die Sprachkompetenzen der Eltern ermittelt, zum anderen wurde mit Hilfe eines Fragebogens der Entscheidungsprozess der Eltern in Bezug auf den Wechsel auf eine weiterführende Schule abgefragt. Durch die Untersuchung lagen dem Forscher dann Daten zu drei unterschiedlichen Zeitpunkten vor.

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Keywords: Übergang Grundschule- weiterführende Schule, türkischstämmige Kinder und Eltern, Bildung, Kompetenzentwicklung, Bildungsmotivation, Köln

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Der Autor kommt zu dem Ergebnis, dass bei der Empfehlung für eine weiterführende Schule keine Unterschiede nach ethnischer Herkunft gemacht werden, sondern lediglich die schulische Leistung der Kinder eine Rolle spielt. Er kommt daher zu dem Schluss, dass Migrantenkinder am ersten Bil-dungsübergang nicht diskriminiert werden. Allerdings ist zu beachten, dass sich die Übergangsme-chanismen in den einzelnen Bundesländern nur eingeschränkt vergleichen lassen, die Studie somit nur bedingt verallgemeinert werden kann.

Es gilt zu würdigen, dass Jörg Dollmann mit seiner Studie einen ersten Schritt gemacht hat, mit der weit verbreiteten Meinung aufzuräumen, dass türkische Eltern eine niedrigere Bildungsaspiration als Eltern ohne Migrationshintergrund aufweisen. Die Forschungsergebnisse des Autors reihen sich in die anderer Studien (z.B. OECD-Bildungsstudie, PISA, IGLU usw.) ein, die aufzeigen, dass der Bil-dungserfolg von Kindern mit Migrationshintergrund weiterhin intensiv erforscht werden muss. Er regt damit an, weitere Studien durchzuführen, um die Gründe und Ursachen für den Erfolg und Nicht-Erfolg von türkischstämmigen Kindern zu finden.

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