Glücksspiel Studie

Junge Migranten zocken immer häufiger

Glücksspiele wie Lotto, Toto oder GlücksSpirale werden hierzulande seltener gespielt, dafür zocken immer mehr Menschen an Geldautomaten. Besonders anfällig sind junge Männer, Arbeitslose und Migranten. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor.

Freitag, 21.02.2014, 8:30 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 08.01.2020, 15:44 Uhr Lesedauer: 3 Minuten  |   Drucken

Das beliebte Glücksspiel Lotto „6 aus 49“ wird immer seltener gespielt. Hatten im Jahr 2011 noch 31,5 Prozent einen Lottoschein ausgefüllt, waren es im vergangenen Jahr nur noch 25,2 Prozent. Auch der Anteil Jugendlicher, der gewerbliche Glücksspiele nutzt, ist von 24,1 Prozent im Jahr 2011 auf 19,2 Prozent im Jahr 2013 gesunken. Das geht aus einer am Donnerstag in Berlin vorgestellten Studie der Deutschen Lotto- und Totoblock (DLTB) und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hervor.

Wie aus der Studie weiter hervorgeht, ist jedoch beim Spielen an Geldspielautomaten ein stetiger Anstieg von 2,2 Prozent im Jahr 2007 auf 3,7 Prozent im Jahr 2013 zu verzeichnen. Besonders deutlich fällt die Zunahme bei den 18- bis 20-jährigen Männern aus: Von ihnen spielten 5,8 Prozent im Jahr 2007 an Geldspielautomaten, im Jahr 2013 waren es schon 23,5 Prozent. Der Anteil mit problematischem oder pathologischem Spielverhalten beträgt in dieser Altersgruppe 9,2 Prozent.

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Besonders groß ist der Anteil der Befragten mit einem Migrationshintergrund unter den Problemspielern (44,1 %). Im Vergleich zu 2011 (31,2 %) hat sich dieser Anteil deutlich erhöht. Eine differenzierte Betrachtung des Migrationshintergrundes nach Ethnizität beziehungsweise Herkunftsland ergibt zudem eine Tendenz, dass insbesondere Personen mit osteuropäischer Herkunft unter den Problemspielern um ein Mehrfaches häufiger vorkommen als in anderen Gruppen.

Anlass zur Sorge
„Das Glücksspielverhalten in Deutschland bietet weiterhin Anlass zur Sorge“, betont Peter Lang, BZgA-Abteilungsleiter. „Männer, Menschen mit Migrationshintergrund und arbeitslose Personen haben nach wie vor ein erhöhtes Risiko für eine problematische Nutzung von Glücksspielangeboten. Die Hoffnung auf den großen Gewinn kann letztlich dazu führen, dass unkontrolliert gespielt wird und die Risiken unterschätzt werden. Vor diesem Hintergrund ist es weiterhin notwendig, die bisherigen Präventionsstrategien fortzusetzen.“

Der Anteil der Personen, die ein pathologisches Glücksspielverhalten aufweisen, beträgt in der Befragung der 16- bis 65-jährige Bevölkerung im Jahr 2013 rund 0,8 Prozent. In absoluten Zahlen sind das circa 438.000 Personen. Dies sind mehr als in der Befragung 2011 (0,49 Prozent, circa 265.000 Personen). Der Effekt ist laut BZgA bedingt durch die in der Befragung 2013 erstmals erfolgte Einbeziehung auch mobiltelefonisch erreichbarer Personen.

Download: Die Studie Studie der Deutschen Lotto- und Totoblock (DLTB) und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) „Glücksspielverhalten und Glücksspielsucht in Deutschland 2013“ kann hier kostenlos heruntergeladen werden.

Spieler fühlen sich informiert
Die Studie der BZgA zeigt außerdem, dass 68 Prozent der Befragten sich über die Gefahren des Glücksspiels gut informiert fühlen. Immer mehr Personen informieren sich gezielt über die Belastungen und Probleme, die durch Glücksspiele entstehen können und wissen auch, wo sie Hilfe und Beratung erhalten können. Die Zustimmung in der Bevölkerung zu den verschiedenen gesetzlichen Regelungen des Glücksspiels (Spielverbot für Jugendliche, Verbot des Glücksspiels im Internet, staatliche Kontrolle des Glücksspiels) ist im Jahr 2013 im Vergleich zum Jahr 2011 annähernd gleich hoch geblieben.

Der DLTB und die BZgA führen seit 2007 gemeinsam die nationale Präventionskampagne „Spiel nicht bis zur Glücksspielsucht“ durch. Das Kooperationsziel ist die Umsetzung der Vorgaben aus den Glücksspielstaatsverträgen, in denen die Richtlinien zur Vermeidung und Bekämpfung von Glücksspielsucht verbindlich festgelegt sind. Seit 2007 führt die BZgA im Rahmen der Kooperation regelmäßig repräsentative Befragungen zur Glücksspielnutzung der 16- bis 65-Jährigen in Deutschland durch. (hs)

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