Der Triebtäter

Wer haidert so spät durch Nacht und Wind

Hier stehe ich, ich kann nicht anders. Denn die Alpentaliban zündeln wieder: Seehofer will bei den anstehenden Europawahlen punkten und fährt dabei mit seiner redundant-mickerigen Pseudopartei von Volksverrätern und Staatsparasiten die eingefahrenen Wege der Nachbarn auf der anderen Seite der Alpen.

Von Mittwoch, 15.01.2014, 8:24 Uhr|zuletzt aktualisiert: Freitag, 17.01.2014, 1:09 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Warum Volksverräter und Staatsparasiten fragen Sie? Wie soll man Menschen sonst nennen, die solches Vokabular ihr eigen nennen und die zum bandenmäßigen Steuerbetrug verführen, sowie Nepotismus im eigenen Büro praktizieren? Bayern steht schließlich nur deswegen so „gut“ da, weil Großkonzerne im Lande nach gusto Abgaben leisten – ohne Kontrolle durch überflüssige Steuerbehörden – und weil die Steuerlast bei deren Angestellten liegt. Für jemanden, der geschworen hat, Schaden vom deutschen Volke abzuwenden ein bemerkenswertes Maß an staatszersetzender, krimineller Energie, dass die CSU Tag für Tag an denselbigen legt.

Und so jemand punktet bei den eigenen Wählern mit: „Wer betrügt, der fliegt“? Genauer kann man die Mentalität des Wald- und Wiesenbayern gar nicht analysieren. Die persönliche Nähe zu verurteilten und überführten Steuerkriminellen wie jenen Fußballakteuren der Landeshauptstadt passt da wunderbar ins Bild.

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Doch genug der Anspielungen auf die persönlichen Verfehlungen und individuellen Kriminellereien der Partei des Plagiators Guttenbergs und ihres Vorsitzenden Horst „Ich hab gleich zwei Familien“ Seehofer und zurück zum Thema „Wer betrügt, der fliegt“: Seehofer will zur Wahl mit Ausländerhass und Anti-EU-Propaganda punkten. Mal wieder. Er entfernt sich damit weiter von denjenigen konservativen demokratischen Parteien, die zwar mit dem rechten Rand flirten, wie es seit jeher Natur der christlichen Union und anderer konservativer Parteien ist, die aber dieses Klientel nie allzu offen zu bedienen. Er verlässt mit jedem Tag weiter den Konsens mit der CDU, deren Partnerschaft er bereits offen in Frage stellte, als er die Ausländermaut zur Gretchenfrage erhob und damit Merkel offen herausforderte, die sich hier doch ein einziges Mal tatsächlich festgelegt hatte – wobei Merkel natürlich einknickte und der Erpressung nachgab: Ein Präzedenzfall.

Seehofer nähert seine CSU damit sukzessive dem sich formierenden Rechtsbündnis an, dass genau wie er mit jener „EU-kritischen“ Haltung und offener Ablehnung von Ausländern punkten will, und dass sich insbesondere zwischen dem französischen Front National und der österreichischen FPÖ konstituiert, mal stärker rechtsextremistisch, mal sich seriös „bürgerlich“ gebend. Es scheint heute mehr denn je denkbar, insbesondere im Kontext der behaupteten „Sozialdemokratisierung der Union“, dass die CSU sich von der CDU emanzipiert und den rechten Rand abfischt, den die Merkel-Union nicht mehr erreichen will. Als bereits etablierte Kraft hätte sie darin gegenüber all den gescheiterten Versuchen der Vergangenheit einen signifikanten Vorteil. Deutschland bekäme dann die ausländerfeindliche Partei von Europa ablehnenden Rechtspopulisten, die die Medien bereits seit so vielen Jahren herbeisehnen.

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