Prof. Angelika Neuwirth

„Die Behauptung, dem Islam fehle die Aufklärung ist auch ein uraltes Klischee“

Der Koran, das heilige Buch der Muslime, ist für viele ein Buch der Gewalt und der Frauenunterdrückung. Ganz anders sieht die renommierte Arabistin Prof. Angelika Neuwirth den Koran - als revolutionär und ästhetisch, von dem jeder lernen kann. Anna Alvi und Alia Hübsch sprachen mit ihr.

Von Anna Alvi & Alia Hübsch Donnerstag, 21.11.2013, 8:26 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 25.11.2013, 22:43 Uhr Lesedauer: 10 Minuten  |  

Alvi & Hübsch: Frau Neuwirth, auf mehr als achthundert Seiten versuchen Sie in ihrem Werk über den „Koran als Text der Spätantike“ einen europäischen Zugang zum heiligen Buch der Muslime zu finden. Was genau meinen Sie mit dem „europäischen“ Blick auf den Koran?

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Prof. Dr. Angelika Neuwirth studierte Arabistik, Semitistik und Klassische Philologie an der Freien Universität Berlin sowie in Teheran, Göttingen, Jerusalem und München. Nach ihrer Habilitation arbeitete sie von 1977 bis 1983 als Gastprofessorin an der Universität von Jordanien in Amman. Von 1994 bis 1999 war sie Direktorin am Orient-Institut der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft Beirut und Istanbul. Derzeit ist sie an der Freien Universität in Berlin als Professorin tätig. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich des Korans und der Koranexegese, in der modernen arabischen Literatur der Levante, der palästinensischen Dichtung und der Literatur des israelisch-palästinensischen Konflikts. Für ihre Koranforschung erhielt sie im Juni 2013 den Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa.

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Prof. Dr. Angelika Neuwirth: Das Buch selber legt das dar. Ich versuche zu zeigen, dass wenn man den Koran historisch liest, man auf dieselben Traditionen stößt, die von Europäern als für ihre Kultur grundlegend in Anspruch genommen werden. Das ist einfach eine historische Lektüre des Korans, jetzt nicht wie üblich als Gründungsurkunde des Islam, sondern gewissermaßen dahinter zurück. Der Koran wird als eine Verkündigung, das heißt als Botschaft an Leute, die noch gar nicht Muslime waren, gelesen. Denn Muslime wurden sie ja erst durch die Verkündigung. Dieser Blick zeigt, dass damals dieselben Probleme auf der arabischen Halbinsel diskutiert wurden, wie in der umliegenden spätantiken Welt, die später dann gewissermaßen als Grundlage Europas wahrgenommen wurde. Das heißt, wir entstammen alle einem gemeinsamen Entstehungsszenario, ein Sachverhalt, der nur durch spätere historische Entwicklungen verunklärt worden ist.

Also, geht es ja eigentlich nicht um einen „europäischen“ Zugang, sondern um die verbindenden Elemente der Spätantike bzw. die Einflüsse der Antike. Und weder der sogenannte ‚Orient‘ noch der ‚Okzident‘ können diese Elemente als Eigenheit für sich beanspruchen, oder?

Neuwirth: Das tun sie allerdings faktisch. Sowohl im Orient, also in der konventionellen islamischen Selbstwahrnehmung, wird davon ausgegangen, dass der Islam sich bereits von seinen Anfängen her essentiell von der umgebenden Kultur unterscheidet, dass mit ihm etwas ganz Neues in die Welt gekommen ist. Davor gab es das Zeitalter der ‚Jahiliya‘ (Zeit der Unwissenheit), eine gering geschätzte Epoche, die man nicht unbedingt zur Kenntnis nehmen muss. Und im Westen glaubt man, dass der Islam das ganz Andere ist, also etwas, was nicht zu der eigenen Kultur gehört. Es sind uralte Festschreibungen von Andersheit, die historisch nicht zu halten sind, die sich aber aufgrund von früheren Machtverlagerungen oder Machtverhältnissen eben so festgeschrieben haben.

Würden Sie dann auch die Auffassung verneinen, dass der Islam noch eine Aufklärung nötig hat bzw. das Vernunft und Wissenschaft im Koran in einem Spannungsverhältnis zum Glauben stehen?

Neuwirth: Die Behauptung, dem Islam fehle die Aufklärung ist auch ein uraltes Klischee. Der Stolz auf die Aufklärung, wenn er sich inzwischen allerdings auch etwas gelegt hat, verleitet immer wieder dazu, der westlichen Kultur gegenüber dem Islam einen erheblichen Vorsprung zuzumessen. In der islamischen Geschichte hat es zwar keine flächendeckende Säkularisierungsbewegung gegeben, dies aber deshalb nicht, weil Sakrales und Säkulares im Islam bereits nebeneinander existierten. Auch war das Kräfteungleichgewicht keineswegs immer so wie wir es heute haben. Die islamische Wissenskultur war sehr lange Zeit der westlichen oder überhaupt der außerislamischen weit überlegen. Das hat nicht zuletzt zu tun mit den medialen Vorsprüngen, die man hatte. Es gab in der islamischen Welt beispielsweise schon seit dem achten Jahrhundert die Herstellung von Papier. Diese ermöglichte wiederum, immense Massen von Texten zu verbreiten, wovon im gleichzeitigen Westen keine Rede sein konnte. Es ist sicher mehr als das Hundertfache des im Westen an Schriften Vorhandenen was da an arabischen Texten in Umlauf gebracht worden ist. Bis zum 15. Jahrhundert war man im Westen noch auf Pergament angewiesen, was sehr kostspielig und schwer zu bekommen war.

Wenn wir uns die inhaltliche Ebene des Korans anschauen: Welches Frauen- und Menschenbild konstatiert der Koran?

Neuwirth: Natürlich ist der Koran kein Nachschlagwerk für soziales Verhalten. Weite Kreise gehen heute davon aus, dass man alle Normen des Islam bereits im Koran auffinden kann. So war der Koran aber nicht gedacht. Es wandte sich als Verkündigung an Leute, die andere Normen kannten und bereit waren, diese Normen infrage zu stellen. Der Koran bildet Verhandlungen über verschiedene Normen ab. Dass man die relativ wenigen rechtlich relevanten Anweisungen dann systematisiert hat und zu einem Teil des islamischen Normenkanons, der Scharia gemacht, ist eine andere Sache. Die spätere Rechtsliteratur reflektiert nicht dieselben Verhältnisse wie der Koran. Das zeigt sich besonders deutlich am Bild der Frau, das ja in der islamischen Rechtsliteratur ganz anders aussieht als im Koran. Gerade hier markiert der Koran einen revolutionären Fortschritt: Er stellt die Frau – zu seiner Zeit ist es einmalig! – vor Gott auf gleiche Ebene mit dem Mann. Beide Geschlechter werden im jüngsten Gericht auf dieselbe Weise beurteilt. Das klingt vor heute aus gesehen vielleicht irrelevant, aber das ist es nicht. In der damaligen Zeit war die Gleichstellung der Frau mit dem Mann noch ganz undenkbar – es gab sogar noch Diskussionen darüber, ob die Frau überhaupt eine Seele habe. Die Frau wurde sehr ambivalent beurteilt und ihr Rechtsstatus war in vielen vorislamischen Gesellschaften ausgesprochen ungünstig. Der Koran rückt die Frau auch in wichtigen weltlichen Dingen auf die gleiche Ebene mit dem Mann, sie besitzt Rechte und kann sogar erben, ist also keineswegs entmündigt.

Navid Kermani spricht in seinem Werk „Gott ist schön“ von der ästhetischen Dimension des Korans. Können Sie dazu näheres sagen?

Neuwirth: Ja, das ist sogar wichtig. Wenn man, wie viele Koranforscher es heute tun, den Koran als eine Art Informationsmedium liest, in dem bestimmte Informationen drin stehen, dann wird man der ganzen Sache nicht gerecht. Der Koran ist sehr stark poetisch geprägt und hat eine ganze Reihe von Botschaften, die er gar nicht explizit, gar nicht eindeutig auf der semantischen Ebene mitteilt, sondern eben durch poetische Strukturen vermittelt, sonst wäre er auch gar nicht so eindringlich. Wenn da bestimmte Informationen stünden, die hätte man vielleicht woanders auch haben können. Das Einzigartige am Koran ist eben seine Vielschichtigkeit, das er auf verschiedenen Ebenen spricht und das ist einerseits natürlich ästhetisch von großem Reiz, aber es ist auch, wenn man so will, rhetorisch oder überzeugungstechnisch von großem Reiz.

Wie gesagt, die Aussagen des Korans ließen sich vielleicht in einem ganz kurzen Zeitungsresümee zusammenfassen, das hätte aber keinerlei Effekt gehabt. Es geht wirklich um diese Verzauberung durch Sprache. Sprache selbst wird im Koran auch gepriesen als die höchste Gabe, die der Mensch von Gott erhalten hat. Das hat natürlich zu tun mit Wissen. Sprache ist das Medium des Wissens. Deswegen sollte man auf gar keinen Fall der islamischen Kultur auch noch Wissensfeindlichkeit unterstellen. Also der ganze Koran ist im Grunde genommen ein Preis auf das Wissen. Das Wissen, das sich durch Sprache artikuliert.

Aktuell Gesellschaft Interview

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  1. Thomas Binder sagt:

    Bei Lichte betrachtet waren uns Abendländern die Morgenländer ethisch und kulturell schon immer überlegen.

    Haben wir im seit etwa 30 Jahren herrschenden „Zeitalter des schweren Narzissmus“, der dekadenten letzte Epoche vor dem Fall jedes Imperiums, die Gnade der Selbstkritik, dann zeigen wir nicht mit dem Finger auf „barbarische islamistische Terroristen“, sondern blicken zuerst in uns von anderen vorgehaltene Spiegel. Darin erkennen wir eine „westliche Wertegemeinschaft“, welche, neben vielen anderen grausamen Verbrechen über Jahrhunderte , allein seit 1991 wider die Moral und gegen das Völkerrecht aus reiner Macht-, Öl- und Geldgier halb Nordafrika und fast den ganzen mittleren Osten ins Mittelalter zurück bombte, Daesh erschuf und etwa vier Millionen Moslems massakrierte, Kinder, Frauen und Männer.

    „In der Problematik „abendländischer (neo)kolonialistischer Imperialismus und morgenländischer Terrorismus“ im allgemeinen, „Israel-Palästina“ im speziellen, sollten wir die wunderbare Nurit Peled-Elhanan, Tochter des israelischen „Kriegshelden“ General Matti Peled, als Vorbild wählen.
    Nachdem ihre 13-jährige Tochter, Smadar Elhanan, 1997 Opfer eines Selbstmordanschlags in Jerusalem geworden war, erklärte sie den perplexen israelischen Medien auf deren Frage nach Sühne, dass sie keiner Mutter wünsche, derartiges erleben zu müssen, und auf deren Frage nach Schuld am Tod ihrer Tochter, dass sie diese nicht den beiden palästinensischen Selbstmordattentätern gebe, sondern der damals 49 Jahre langen Entwertung, Unterdrückung, Besatzung und Entmenschlichung der Palästinenser durch die israelische Regierung, welche zwei jungen Menschen aus deren Verzweiflung keinen anderen Ausweg liess als diesen. Ihrem Schulfreund Bibi, damals in seiner ersten Amtsperiode als PM, verbot sie, an der Beerdigung ihrer Tochter teilzunehmen.

    Wer im Angesicht dieses für eine Mutter schlimmst möglichen aller Ereignisse den Mut, die Kraft, die Moral, den Gerechtigkeitssinn und die Ehrlichkeit aufbringt, nicht bequem blindwütig Rache zu fordern und damit die Spirale der Gewalt immer noch weiter zu befeuern, sondern in den „Spiegel der schmerzhaften Wahrheit“ zu blicken, zu verzeihen und das einzige Richtige weil allein Zielführende zu tun, nämlich die schlechten Dinge verbessern zu wollen indem sie zur flammenden Friedensaktivistin wird, ist ein Mensch, wie er wunderbarer nicht sein kann.

    Dieses Potenzial, letztlich basierend auf Empathie, haben wir (fast) alle. Nutzen wir es, anstatt immer und immer wieder denselben rein eigeninteressierten Kriegstreibern auf den Leim zu gehen, Psychopathen, ausnahmslos Hosenscheissern, welche sich in den tiefsten Bunker verkriechen, wenn sie uns an die Front schicken.

    2001 erhielt Nurit Peled-Elhanan, zusammen mit einem anderen Friedensaktivisten, dem palästinensischen Schriftsteller Izzat Ghazzawi, den Sacharow-Preis des Europäischen Parlaments.

  2. Thomas Binder sagt:

    Ein gutes Stück Aufklärung!

    Bei Lichte betrachtet waren uns Abendländern die Morgenländer ethisch und kulturell schon immer voraus.

    Wir obernarzisstischen aggressiven Abendländer können uns offenbar mehrheitlich gar nicht vorstellen, dass Menschen die unglaublichen ihnen jahrhundertelang von Abendländern angetanen Verbrechen und bereiteten Leiden derart demütig bescheiden und passiv ertragen (fast) ohne sich dagegen zu wehren. Deshalb können diese unglaublichen Verbrechen und das immense Leiden gegen in Staaten des islamischen Kulturkreises lebende Menschen im allgemeinen, gegen Palästinenser im speziellen unmöglich geschehen sein und auch nicht tagtäglich gänzlich ungeniert weiter geführt werden. Wehrt sich einmal doch ein völlig Verzweifelter, rasten wir komplett aus. Wenn ich bedenke, dass (fast) die ganze deren, pardon, minimalen Verteidigung, auch noch von Abendländern orchestriert ist, wird mir Abendländer erst so richtig übel.

    Unter umgekehrten Vorzeichen würden der „Westen“ im allgemeinen, wir wehrhaften Eidgenossen im speziellen uns wie ein Mann verteidigen und hiesse die dafür notwendige PRopaganda Marschbefehl.

    Stellen wir in scheinbar aufgeklärten humanistischen freiheitlichen Demokratien Lebenden uns doch, nur für ein paar unserer kostbaren Minuten, einmal folgendes vor:

    Am 11. September 2001 verüben angeblich 19 saudische Terroristen auf Afghanistan einen bis dahin noch nie gesehenen Terrorangriff. Mit zwei entführten Verkehrsflugzeugen bringen sie in Kabul drei Wolkenkratzer zum perfekten Einsturz in ihre Fundamente, mit einem weiteren zerstören sie einen Teil der Tora-Bora-Höhlen, der Kommandozentrale der afghanischen Armee, und ein viertes von ihnen entführtes Verkehrsflugzeug wird von heroischen moslemischen Passagieren auf einem freien Feld zum Absturz gebracht. Insgesamt resultieren über 3000 Todesopfer.

    Im darauf selbstherrlich erklärten „war on terror“ bombardiert und besetzt Afghanistan nicht etwa Saudi Arabien, dessen wichtigsten Erdöllieferanten, sondern die angeblichen Hintermänner der angeblichen Terroristen, die USA, exekutiert den in einem Erdloch aufgegriffenen Bush nach einem Schauprozess, und tut dasselbe später auch mit England, mit Deutschland und mit anderen NATO-Staaten, den Verbündeten der amerikanischen Terroristen. Bis heute unvergessen ist das Statement des roten afghanischen Verteidigungsministers: „Afghanistan wird im Schwarzwald verteidigt.“

    Unter der Lüge, die USA plane den Einsatz von Massenvernichtungswaffen, schliesst sich 2003 die irakische Armee derjenigen Afghanistans an mit neuen Bombardements und intensivierter Besetzung dieser Länder.

    2011 bombardiert Libyen England und Frankreich. Sarkozy und Cameron werden exekutiert.

    2012 bombardiert auch Syrien die USA.

    Seit 2001 bis heute hat die islamische Wertegemeinschaft in Ländern des abendländischen Kulturkreises mindestens zwei Millionen Menschen umgebracht.*)

    Zum Alltag der Menschen in den besetzten westlichen Staaten gehören Patrouillen und checkpoints fremder Militärs mit willkürlichen Festnahmen, Folter und Hinrichtungen.

    Nicht vergessen dürfen wir die seit 2001 fast täglich aus Pakistan und dem Yemen auf westliche Staaten abgefeuerten Drohnen mit insgesamt etwa 6500 Todesopfern, zuletzt 47 anlässlich einer Hochzeit in Berlin.

  3. Claus Schlaberg sagt:

    Was man mit dem Ausdruck „Aufklärung“ verbindet, sind nicht nur Werte und historische Relativierung. Die Komponente „Wissen durch Empirie“ fällt meistens unter den Tisch. Ich habe mehrfach erlebt, dass Akademiker aus Syrien den Koran für notwendigerweise richtig erklärten, weil er zutreffende anatomische Aussagen enthalte.

  4. Lutz Grubmüller sagt:

    Nur, wer im Koran gelesen hat, darf sich ein Urteil über diese Religion bilden; das gilt auch für alle anderen Buchreligionen! Vor allem aber sollte man Begegnungen mit Muslimen suchen, ohne Vorurteile, mit Achtung und Respekt!

  5. Claus Schlaberg sagt:

    „Die islamische Wissenskultur war sehr lange Zeit der westlichen oder überhaupt der außerislamischen weit überlegen.“
    Was ist unter „Wissenskultur“ zu verstehen? Ein Inhalt wird nicht einfach dann gewusst, wenn er wahr ist und geglaubt wird (vgl. Gettier-Problem). Es sind auch besondere Kriterien an die Gründe anzulegen; heute würde man zudem von ‚Wahrmachern‘ sprechen: Hinweise auf eine Überlieferungskultur ‚des Islam‘, etwa mit Bezug auf Aristoteles, gehen allerdings daran vorbei, dass Erfahrung – heute Verifizierung und/oder Falsifizierung – für den Wissenscharakter relevant ist. Man fragt also: Woran wird eine Behauptung gemessen? Demgegenüber bin ich auf einen merkwürdigen Buchglauben auch bei syrischen Akademikern gestoßen. Mit einer Betonung poetischer Elemente wird Buchglauben nicht wissensrelevanter.

  6. Peter Enders sagt:

    Mir hat das Interview auch sehr gut gefallen, weil die historischen Umstaende eine grosse Rolle spielen. Tut frau das, dann sind die Parallelen von Koran und Bibel gar nicht so ueberraschend (vgl. auch https://www.erf.de/glaubens-faq/mann-und-frau-eins-und-doch-verschieden/33618-61). Die Fehler des Eurozentrismus betreffen genauso das Alte China. – Was soll eine „aufgeklaerte Religion“ sein?? Aufklaerung ist der Abschied von der „selbstverschuldeten Unmuendigkeit“, die sich daraus ergibt, dass geglaubt wird, dass ein und derselbe Text fuer alle Menschen und alle Zeiten gut und richtig ist.