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Türken in Deutschland

Je gebildeter, desto häufiger von Diskriminierung betroffen

Je besser Türkeistämmige in der Schule abschneiden, desto häufiger werden sie auf dem Arbeitsmarkt diskriminiert. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage. Die Erhebung geht der Frage nach, wie verbreitet der Alltagsrassismus in Deutschland ist.

Mittwoch, 23.10.2013, 8:26 Uhr|zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 24.10.2013, 20:56 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |   Drucken

Je höher der Schulabschluss von Türkeistämmigen ist, desto häufiger werden sie aufgrund ihres Namens oder Aussehens bei der Bewerbung um einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz diskriminiert. Davon sind jedenfalls Türkeistämmige überzeugt, wie eine repräsentative Umfrage des Instituts INFO GmbH im Auftrag von radioeins vom Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) zeigt. Danach gibt jeder Fünfte (19 Prozent) an, aufgrund seiner türkischen Herkunft mindestens einmal auf dem Arbeitsmarkt diskriminiert worden zu sein, diese Quote beträgt bei Befragten mit hohen Schulabschlüssen 30 Prozent.

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Wie aus der Umfrage hervorgeht, ist das nur ein Teil des täglichen Rassismus, mit denen sich Türkeistämmige in Deutschland herumschlagen. So beklagt sich fast jeder Vierte (23 Prozent) über Beschimpfungen in der Öffentlichkeit durch Deutsche wegen seines türkischen Aussehens. Beschimpfungen wegen der Religionszugehörigkeit muss der Erhebung nach gut jeder Fünfte (21 Prozent) über sich ergehen lassen, bei den 15 bis 29jährigen liegt diese Quote bei 35 Prozent.

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Lichtblick
Nicht selten kommt es sogar zu tätlichen Übergriffen. So gibt jeder Zehnte an, mindestens einmal wegen seiner türkischen Abstammung angegriffen worden zu sein. Doppelt so häufig sind 15 bis 19jährige Angriffen ausgesetzt. Schließlich gaben 14 Prozent der Befragten an, dass sie Angst um ihre eigene Sicherheit haben.

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Trotz allem gibt es laut den Autoren der Studie auch einen Lichtblick: Die Diskriminierungserfahrung der Befragten sei im Vergleich zu den Vorjahren deutlich gesunken. Für Holger Liljeberg, Geschäftsführer der INFO GmbH, ist das eine Folge des NSU-Skandals: „Vielen Menschen ist bewusst geworden, wohin Rassismus führen kann.“ Es gebe eine zunehmende gesellschaftliche Ächtung von Rassismus. (hs)

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