TV-Tipps des Tages

19.06.2013 – Indien, Neonazi, Hitler, Neukölln, Migranten, Ausländer

TV-Tipps des Tages sind: Indien - Am unteren Rand; Innenansichten - Deutschland 1937: 1937 bereiste der US-amerikanische Dokumentarfilmer Julien H. Bryan Deutschland, um hinter die Fassade der nationalsozialistischen Diktatur zu blicken; Gangsterläufer: Yehya ist 14 Jahre alt, als der Filmemacher Christian Stahl ihn in Berlin-Neukölln kennenlernt

Von Mittwoch, 19.06.2013, 8:18 Uhr|zuletzt aktualisiert: Sonntag, 16.06.2013, 12:11 Uhr Lesedauer: 3 Minuten  |   Drucken

Indien – Am unteren Rand
Dokumentation – Früher hießen sie „Kastenlose“, „Parias“ oder „Unberührbare“. Heute nennen sie sich Dalit, gebrochene Menschen, und werden in der indischen Gesellschaft oft weiterhin diskriminiert. Zwar ist eine Diskriminierung aufgrund des Kastensystems längst per Gesetz verboten, doch die Realität sieht anders aus. Die Dokumentation lässt besonders betroffene Frauen zu Wort kommen, die zusätzlich unter einer Benachteiligung aufgrund ihres Geschlechts leiden.

Das moderne Indien ist auf dem Weg zur Wirtschaftsmacht. Das Land gilt als größte Demokratie der Welt. Doch in der indischen Gesellschaft gibt es sie immer noch, die Dalit, früher auch als „Unberührbare“, „Parias“ oder „Kastenlose“ bezeichnet. Man sieht es diesen Menschen äußerlich nicht an, dass sie zu den Ausgestoßenen zählen, denn sie gehören zu den Ureinwohnern Indiens. Doch wer in diese unterste der Kasten hineingeboren wurde, konnte sich nie von diesem Stigma befreien. Zwar ist eine Diskriminierung aufgrund des Kastensystems seit der Unabhängigkeit Indiens per Gesetz verboten, aber in der indischen Kultur und Gesellschaft bleibt das System der Kasten hartnäckig verwurzelt. Die Diskriminierung der in allen Dörfern und Städten Indiens, aber auch in den indischen Gemeinden im Ausland lebenden Dalit geht weiter und eskaliert zuweilen in offener Gewalt. 18:15-19:08 • arte

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Innenansichten – Deutschland 1937
Dokumentation – 1937 bereiste der US-amerikanische Dokumentarfilmer Julien H. Bryan Deutschland, um hinter die Fassade der nationalsozialistischen Diktatur zu blicken. Zwar erlaubten die Behörden dem Filmemacher nur den Dreh an ausgewählten Orten. Dennoch gelang es Bryan, einige den Nazis unbequeme Szenen zu drehen. Fast das gesamte 35-mm-Filmmaterial, das Bryan damals gedreht hat, ist erhalten geblieben. Regisseur Michael Kloft hat diese einzigartigen Filmdokumente neu ausgewertet und zu einem faszinierenden Dokumentarfilm montiert.

1937 war die nationalsozialistische Diktatur nach innen gefestigt. Ihre Gegner hatten die Nazis erschlagen oder mundtot gemacht, sie in Konzentrationslager oder Gefängnissen weggesperrt oder in die Emigration getrieben. Die Wirtschaft erholte sich von der Weltwirtschaftskrise, das demokratische Ausland in Europa und Übersee begann sich mit dem „Dritten Reich“ zu arrangieren. Viele kritische Geister waren sich jedoch sicher, dass der schöne Schein, den die Nazis nach außen errichtet hatten, nur notdürftig den mörderischen Rassenwahn des Hitler-Regimes und seinen Militarismus kaschieren sollte. Zu diesen Menschen zählte auch der US-amerikanische Dokumentarfilmer Julien H. Bryan, dem die nationalsozialistischen Behörden im Sommer 1937 überraschend eine Drehgenehmigung gewährt hatten. 23:00-00:00 • BR

Gangsterläufer
Dokumentarfilm – Yehya ist 14 Jahre alt, als der Filmemacher Christian Stahl ihn in Berlin-Neukölln kennenlernt. Der Junge ist Sohn einer palästinensischen Flüchtlingsfamilie aus dem Libanon. Er ist ein guter Schüler, wirkt höflich und gut erzogen. Aber Yehya selbst hält sich für den „Boss von der Sonnenallee“, und für die Behörden ist er im Alter von 17 Jahren bereits ein „Intensivstraftäter“. Der Dokumentarfilm zeichnet das Porträt eines zerrissenen Jugendlichen, der seine gesellschaftliche Realität scharf analysieren kann, dem es aber nicht gelingt, aus seiner Rolle herauszutreten.

Ein Messer in der Tasche, Adrenalin im Blut und einen Traum im Kopf: Gangster sein, und zwar der größte überhaupt. Yehya war 14 Jahre alt und nahe an seinem Traum, als der Filmemacher Christian Stahl ihn im Treppenhaus kennenlernte. Yehya war nicht nur der nette Nachbarsjunge, sondern auch „Boss von der Sonnenallee“ – einer der sogenannten Gangsterläufer von Berlin-Neukölln. Und Gangsterläufer wollen Gangsterkarrieren machen. In den Augen der Behörden ist er ein „Intensivstraftäter“, in seinen eigenen „einer der ersten zehn von Neukölln. Ich hab ’nen eigenen Staatsanwalt!“ 23:45-01:14 • arte

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