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Wanderungsgewinn

Statistisches Bundesamt prognostiziert Bevölkerungsanstieg

Die Einwohnerzahl Deutschlands ist im Jahr 2012 um etwa 200.000 gestiegen. Ursache sind die hohen Wanderungsgewinne aus dem Ausland. Für die Grünen ist das eine positive Entwicklung und eine Chance für Deutschland.

Dienstag, 15.01.2013, 8:25 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 21.01.2013, 3:17 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |   Drucken

Die Einwohnerzahl Deutschlands hat nach einer Schätzung des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2012 erneut zugenommen. Am Jahresanfang lebten 81,8 Millionen Personen und am Jahresende voraussichtlich etwa 82,0 Millionen Personen in Deutschland. Nach acht Jahren Rückgang wird die Bevölkerungszahl damit das zweite Jahr in Folge steigen.

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Ursache hierfür sind die hohen Wanderungsgewinne gegenüber dem Ausland, die das Geburtendefizit – die Differenz aus Geburten und Sterbefällen – 2011 und 2012 mehr als nur ausgleichen konnten.

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Geburtendefizit aufgefangen
Für das Jahr 2012 wird mit 660.000 bis 680.000 lebend geborenen Kindern und 860.000 bis 880.000 Sterbefällen gerechnet. Das sich daraus ergebende Geburtendefizit liegt voraussichtlich bei etwa 185.000 bis 200.000. Im Jahr 2011 betrug es 190 000 – damals standen den 852.000 Sterbefällen 663.000 Geburten gegenüber.

Der hohe Wanderungsgewinn im Jahr 2011 (+ 279 000) fiel der Schätzung zufolge 2012 nochmals deutlich höher aus: Es wird damit gerechnet, dass mindestens 340.000 Personen mehr aus dem Ausland zugezogen als ins Ausland fortgezogen sind. Einen Wanderungsgewinn von mehr als 300.000 Personen gab es zuletzt 1995.

Chance für Deutschland
Für den migrationspolitischen Sprecher der Grünen im Bundestag, Memet Kılıç, ist das eine erfreuliche Entwicklung. „Wegen unserer Altersstruktur sind wir auf Einwanderung angewiesen, damit unser Sozialsystem nicht zusammenbricht. Die steigende Einwanderung nach Deutschland ist eine Chance für unser Land“, so der Grünen-Politiker. Allerdings müsse die Bundesregierung „endlich einsehen“, dass Deutschland berufsorientierte Integrationskurse benötige.

Kılıç weiter: „Viele junge und gut ausgebildete Europäer versuchen in Deutschland in ihren Beruf einzusteigen, weil deren Länder sich in einer Finanzkrise befinden. Die ganze Welt ringt um Fachkräfte. Die Bundesregierung muss die Chance gut nutzen, indem sie den jungen Menschen hier eine Perspektive bietet.“ (bk)

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