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Neue DIK-Studie

Islamische Gemeindeleben sind vielfältig, offen und integrativ

Das islamische Gemeindeleben in Deutschland ist vielfältig und spielt eine wichtige Rolle bei der Integration. Das sind Ergebnisse einer aktuellen Studie, die anlässlich der sechsten Islamkonferenz veröffentlicht wurden.

Donnerstag, 19.04.2012, 8:30 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 08.01.2020, 15:45 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Erstmals präsentiert eine Studie belastbare Daten über das vielfältige islamische Gemeindeleben in Deutschland. Und die Ergebnisse geben allen Grund zur Freude. Denn sie widerlegen zahlreiche Vorurteile in Bezug auf Muslime, Moscheen und Imame.

So gibt es in Deutschland rund 2.350 Moscheen und Cem-Häuser (alevitische Gebetshäuser). In rund 2.180 islamischen Gemeinden ist regelmäßig ein Imam oder, im Falle der alevitischen Gemeinden, ein Dede tätig. Soweit die Eckdaten der Studie „Islamisches Gemeindeleben in Deutschland“, die vom Zentrum für Türkeistudien und Integrationsforschung (ZfTI) und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) im Auftrag der Deutschen Islam Konferenz (DIK) durchgeführt wurde. Befragt wurden rund 1140 islamischen Gemeinden und über 800 Imame einschließlich alevitischer Dedes.

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Vielfältiges Gemeindeleben
Entgegen einem verbreiteten Eindruck erweist sich die islamische Gemeindelandschaft in Deutschland laut Studie vielfältiger, als bisher angenommen. Im Hinblick auf die auf vertretenen Glaubensrichtungen, Verbandszugehörigkeiten sowie Herkunftsländer der Besucher herrscht ein buntes Miteinander. Entsprechend sind auch die dort tätigen Religionsbediensteten aufgestellt. Die Studie spricht von einer „heterogenen Gruppe“.

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Download: Die komplette Studie „Islamisches Gemeindeleben in Deutschland“, sowie eine Zusammefassung kann kostenlos heruntergeladen werden.

„Die Ergebnisse belegen die Rolle, die islamische Gemeinden, Imame und alevitische Dedes im Integrationsprozess spielen“, räumte auch Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) ein. Aufgrund der zahlenmäßigen Stärke dominieren aber türkisch geprägte Gemeinden und Imame sowie Dedes mit einem türkischen Migrationshintergrund. Nur etwa jeder fünfte Religionsbedienstete stammt aus einem anderen Land als der Türkei. Allerdings werden viele türkisch geprägte Gemeinden auch von Gläubigen anderer Herkunftsländer besucht. Damit stehen Imame oft vor der Herausforderung, auch Muslime mit anderen sprachlichen und kulturellen Wurzeln in ihre Gemeinde zu integrieren.

Wichtige Rolle bei der Integration
Auffällig ist, dass fast alle islamischen Gemeinden mehr als religiöse Dienstleistungen anbieten. Breiten Raum nehmen Orientierungshilfen für die deutsche Gesellschaft ein, etwa Beratungsangebote oder Hausaufgabenhilfe. Dabei besteht zwischen religiösen und nicht-religiösen Angeboten kein Konkurrenzverhältnis, vielmehr ist die Ressourcenausstattung der Gemeinde ausschlaggebend.

Die Angebotsvielfalt in den Gemeinden hat ihre Entsprechung in den Tätigkeitsbereichen der Imame und Dedes. Nur eine Minderheit von ihnen beschränkt sich auf die Ausübung traditioneller religiöser Aufgaben. Mehr als 95 Prozent übernehmen zusätzliche Aufgaben im sozialen Bereich, im interkulturellen Dialog oder bei der Kooperation mit Lehrern, Sozialarbeitern oder anderen Akteuren der Aufnahmegesellschaft.

„Islamische Gemeinden und die dort tätigen Religionsbediensteten sind damit wichtige Ansprechpartner für die Integration von Muslimen“, heißt es in einer DIK-Erklärung. Es zeige sich aber auch, dass Imame und Dedes oft Aufgaben übernehmen, für die sie nicht ausgebildet wurden. Das erkläre das außerordentlich große Interesse von Imamen und Dedes an Fort- und Weiterbildungen, vor allem im sozialen, beratenden und seelsorgerischen Bereich. (eb)

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