Kino: Wer weiss wohin?

Wenn Frauen sich für Frieden zwischen Christen und Moslems einsetzen…

Am 22. März startet die Tragikomödie WER WEISS, WOHIN? der libanesischen Ausnahmeregisseurin Nadine Labaki (CARAMEL) in den deutschen Kinos. Der Film erzählt auf beeindruckende Art und Weise von Frauen im Nahen Osten, die für den Frieden zwischen Christen und Moslems zu ungewohnten Mitteln greifen.

Mittwoch, 22.02.2012, 8:26 Uhr|zuletzt aktualisiert: Freitag, 24.02.2012, 7:55 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Ein staubiges Kaff irgendwo im Nahen Osten. Schon ewig leben Christen und Moslems hier Tür an Tür nebeneinander und genauso lange kommt es auch immer wieder zu Spannungen, vor allem zwischen den Männern. Den Grund für das idiotische Hauen und Stechen wissen sie meist selbst nicht mehr so genau – und davon haben ihre Frauen endgültig die Nase voll! Was aber tun?

Da Testosteron das Einsichtsvermögen stark herabzusetzen scheint, ist mit weiblicher Logik nicht viel auszurichten. Und so hecken die Frauen gemeinsam allerhand unorthodoxe Pläne aus, in denen der einzige Fernseher des Dorfes, eine ukrainische Table-Dance-Truppe und selbstgebackene Haschkekse tragende Rollen spielen. Fantasie und Entschlossenheit des konspirativen Treibens kennen bald keine Grenzen mehr und zeigen durchaus ihre Wirkung.

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Vier Jahre nach ihrem wunderbaren Programmkino-Hit CARAMEL, der in einem Beiruter Schönheitssalon spielte, kehrt Regisseurin, Drehbuchautorin und Hauptdarstellerin Nadine Labaki mit ihrem zweiten Spielfilm zurück und siedelt ihn diesmal in einem namenlosen Land an, das jedoch unschwer als Libanon zu erkennen ist. Mit ihrer märchenhaft anmutenden Tragikomödie WER WEISS, WOHIN? schildert sie das nach wie vor schwierige Zusammenleben von Christen und Moslems, zeigt aber auch, dass ein friedliches Miteinander im Nahen Osten ein Zukunftstraum ist, für den es sich zu kämpfen lohnt.

Mit mediterraner Leidenschaft, viel Wärme und feinem Gespür für Komik entsteht so das hoffnungsvolle Bild einer Welt, die von Frauen und Müttern regiert wird. Zwischen Pathos und Humor, zwischen Poesie und Tempo gelingt Nadine Labaki ein intelligenter, tief bewegender Film, der mit der Kraft seiner sonnenverbrannten Bilder und der Intensität seiner wahrhaftigen Darstellerinnen, von denen viele zum ersten Mal vor der Kamera standen, sein Publikum weltweit begeistert und auf den Filmfestivals von Toronto, San Sebastián und Oslo sogar die Publikumspreise gewann. Zudem schickte der Libanon Labakis Tragikomödie WER WEISS, WOHIN? in der Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“ ins Oscar-Rennen. (hs/pm)

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