TV-Tipps des Tages

01.12.2011 – Bayern, Islam, Neonazi, Hitler, Türkei, Migranten, Ägypten

TV-Tipps des Tages sind: PHOENIX RUNDE; Der bayerischen Geschichte auf der Spur; Schätze des Islam; Schätze des Islam; Der Fuchs von Paris; Zimtstern und Halbmond; Eiszeit in Ägyptens Frühling; Schummeln für Jesus; PHOENIX RUNDE ist ein Forum für die aktuelle politische Debatte

Von Donnerstag, 01.12.2011, 8:18 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 30.11.2011, 22:30 Uhr Lesedauer: 9 Minuten  |   Drucken

PHOENIX RUNDE
Diskussion – Die PHOENIX RUNDE ist ein Forum für die aktuelle politische Debatte. Kompetente Gäste diskutieren Fragen zum politischen, wirtschaftlichen und sozialen Leben in Deutschland. Zudem widmet sich die Sendung aktuellen Ereignissen aus dem Ausland. 09:15-10:00 • PHOENIX

Der bayerischen Geschichte auf der Spur
1/14, Das „unterirdische“ Bayern – In 14 Folgen erläutert Manfred Treml prägende Ereignisse, Persönlichkeiten oder Strukturen der Geschichte Bayerns. Anhand von historischen Bildern werden Schwerpunkte in der Geschichte Bayerns erläutert.

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Diese sind z. B. die Entstehung der Stammesgebiete und ihre Entwicklung im Mittelalter, die bedeutendsten Städte verschiedener Epochen, die Herrscher, aber auch das Leben der kleinen Leute.

In weiteren Folgen geht es um die Abstammung der Baiern, die Herrschaft der Merowinger in dem Gebiet Frankens, um Otto von Wittelsbach, Heinrich den Löwen, um die Abhängigkeit des Königs von Unternehmerpersönlichkeiten im 16. Jahrhundert, die Katastrophen des 30-jährigen Krieges oder die Zeit der Weimarer Republik, die Nazi-Herrschaft und den Wiederaufbau des Freistaates Bayern nach 1945. 19:15-19:30 • BR-alpha

Schätze des Islam
Dokumentation (Kultur – Religion, Kirche) – Mit dem Auszug von Skulpturen und Objekten aus dem Nordflügel des Pergamonmuseums, beginnen die Vorbereitungen für die Wiederherstellung dieses Hauses als viertem Großprojekt auf der Museumsinsel. 2019 soll dort das Museum für Islamische Kunst – zurzeit in der ersten Etage des Südflügels untergebracht – mit einer neuen Konzeption eröffnet werden. Es ist das einzige Museum für islamische Kunst in Deutschland und hat weltweit einen herausragenden Stellenwert. Dreimal so groß wie jetzt wird es dann sein, über zwei Etagen reichen und so attraktiv aussehen, dass neben den schon erreichten Steigerungsraten – aktuell über 600.000 Besucher jährlich – auch Menschen, die sonst nicht ins Museum gehen, erwartet werden. Schon jetzt birgt das Museum für Islamische Kunst auf der Museumsinsel unglaubliche Schätze: das einzige noch erhaltene Zimmer eines vermögenden Händlers aus Aleppo aus der Zeit um 1600 mit jüdischen, christlichen und islamischen Motiven, Originalgebetsnischen aus Konya und Damaskus, eine Kuppel der Alhambra und Vieles mehr. Fast alle Dynastien – von den frühen Großreichen , die von Spanien bis Persien und Afghanistan reichten, bis hin zu den Moguln in Indien – sind vertreten. Herausragende Kunstwerke aus Elfenbein, Silber und Keramik, Teppiche, Buchkunst und Kalligraphien sind zu sehen, die das Verbindende, aber auch das Unterschiedliche der verschiedenen islamischen Welten deutlich machen. An der Seite des Museumsdirektors Stefan Weber dokumentiert „Schätze des Islam“ die Entwicklung dieses Ausstellungskonzeptes im Jahr 2011. Dazu gehört nicht nur die Diskussion um die Aufstellung des Hauptwerkes des Museums, der riesigen und eindrucksvollen Palastfassade von Mschatta aus dem Ommayadenreich, die Beschaffung von Sponsoren- und Fördergeldern sowie die Aufgabe, einen der reichsten Sammler der Gegenwart dazu zu bewegen, kostbare Kunstwerke nach Berlin zu geben, sondern vor allem auch zusammen mit den Architekten die Planung der zukünftigen Räume. Der Film ist Teil einer Langzeitdokumentation über den Wiederaufbau der Berliner Museumsinsel, den das ZDF und 3sat seit 2001 als Medienpartner begleiten. 20:15-21:00 • 3sat

Der Fuchs von Paris
Drama – Hitler steht kurz vor der Umsetzung eines weiteren Anschlags. Um das zu verhindert, spioniert der Hauptmann Quade unwissentlich im Auftrag von couragierten deutschen Offizieren die Verteidigungspläne der Nazis aus und spielt sie den alliierten Truppen und der Resistance zu. Die Gestapo kommt Hauptmann Quade aber auf die Schliche und sie greift ihn auf. 20:15-22:35 • DAS VIERTE

Zimtstern und Halbmond
Spielfilm – Mit feinem Witz erzählt „Zimtstern und Halbmond“ von einem Clash der Kulturen. Die Hauptrollen spielen Robert Atzorn, Lisa Maria Potthoff und Omar El-Saeidi.

Wir haben nichts gegen Ausländer – eigentlich. So könnte man die Haltung von Gottfried (Robert Atzorn) und Lisbeth Hinrichs (Gundi Ellert) beschreiben, die in einer kleinen bayerischen Gemeinde leben. Der erfahrene Dampferkapitän und seine Frau halten sich selbst für liberale Menschen. Allerdings zeigt sich, dass ihre Weltoffenheit an der eigenen Türschwelle endet: Ausgerechnet an Heiligabend bringt Tochter Barbara (Lisa Maria Potthoff), eine angehende Pilotin, ihren neuen Freund Kamal (Omar El-Saeidi) mit nach Hause – einen muslimischen Palästinenser aus Betlehem, der in Deutschland eine Pilotenausbildung machen will. Palästinenser? Moslem? Pilot? Bei Gottfried und Lisbeth schrillen sofort die Alarmglocken. Jede Menge schlummernder Vorurteile werden wach, noch verstärkt durch Gottfrieds väterliche Eifersucht und die religiösen Vorbehalte der streng katholischen Lisbeth. So kommt es unterm festlich geschmückten Christbaum zum Eklat.

Zutiefst gekränkt verlässt Kamal das Haus, gefolgt von Barbara, die nicht fassen kann, dass ihre Eltern sich auf einmal so intolerant verhalten. Aber gegen die Liebe ist man machtlos, das muss auch Gottfried einsehen. Also lädt er Kamal zähneknirschend ein, gemeinsam mit Barbara bei ihnen zu wohnen. Doch die Waffenruhe hält nicht lange. Als Barbara schwanger wird und Kamal ihr einen Heiratsantrag macht, gehen die Komplikationen erst richtig los. Gottfried und Lisbeth fürchten nicht nur um die Karriere ihrer Tochter, sondern auch, dass sie mit Mann und Kind ins ferne Palästina ziehen könnte. Und überhaupt: In welcher Form soll die Trauung der beiden stattfinden?

Lisbeth besteht auf einer traditionellen katholischen Hochzeit in ihrer Gemeindekirche. Kamals quirlige Familie, für das freudige Ereignis extra aus Bethlehem angereist, sieht das natürlich anders. Für sie kommt nur die Vermählung durch einen Imam in Frage. Betlehem gegen Bayern: Im Haus der Hinrichs prallen Welten und Weltanschauungen aufeinander. In dieser verfahrenen Situation kann Gottfried seinen künftigen Schwiegersohn auf einmal gut verstehen. Auch er hatte vor 30 Jahren für seine Frau die norddeutsche Heimat verlassen und war zum katholischen Glauben konvertiert. Trotzdem scheint der interkulturelle Super-GAU unvermeidbar. Erst als es schon fast zu spät ist, hat Gottfried einen salomonischen Geistesblitz.

Hintergrundinformationen:
Mit seinen Drehbüchern zu den Erfolgskomödien „Maria, ihm schmeckt’s nicht“ und „Meine verrückte türkische Hochzeit“ hat Autor Daniel Speck sich einen Namen als Spezialist für geistreich-humorvolle, interkulturelle Familiengeschichten gemacht. Dieses Talent spielt er auch in seinem Drehbuch zu Matthias Steurers „Zimtstern und Halbmond“ voll aus. Mit sanft satirischem Witz und einem genauen Blick für unterschiedliche Milieus beschreibt der Film den Zusammenprall zweier Welten; er nimmt die Sorgen und Konflikte seiner Figuren ernst, führt zugleich aber auch die Absurdität von gesellschaftlichen Vorurteilen und Klischees vor Augen. Dass dieser Balanceakt so gut funktioniert, verdankt sich nicht zuletzt den hervorragenden Darstellern: Robert Atzorn und Gundi Ellert als besorgte Eltern sowie Lisa Maria Potthoff und der Newcomer Omar El-Saeidi als Liebespaar gegen alle Widerstände. 22:00-23:30 • NDR Mecklenburg-Vorpommern, NDR Hamburg, NDR Niedersachsen, NDR Schleswig-Holstein

Im Schatten des Gulag
Als Deutsche unter Stalin geboren – Der Film geht der Frage nach, wie „Kinder des Gulag“ mit einem Verbrechen an ihren Eltern leben können, über das nicht gesprochen wurde und das auch nicht als solches bezeichnet werden durfte.

Jüdische Kommunisten aus Deutschland gehen in den 1930er-Jahren ins sowjetische Exil, um der nationalsozialistischen Verfolgung zu entgehen. Ihre Kinder gehen mit ihnen oder werden im Exil geboren. Während der stalinistischen Säuberungen werden Mütter oder Väter in Moskau verhaftet, in Gulags verschleppt oder gar erschossen. Einige Kinder kommen in ein Kinderheim, andere werden nach Sibirien oder Kasachstan deportiert. Viele müssen Zwangsarbeit leisten.

Leben in Unfreiheit – sei es im Heim, in der Verbannung oder im Lager – wird Normalität. Sie sind Fremde in dem Land, dessen Sprache sie sprechen. Sie sind Deutsche. Und Deutsche haben die Sowjetunion überfallen. Erst in den 1950er-Jahren kommen sie nach Deutschland, sind Fremde in dem Land, das ihre Heimat sein soll. Sie sprechen die Sprache nicht, sind als „Russen“ auch nicht sonderlich beliebt in der Zeit nach dem Krieg. Der Teil Deutschlands, in dem sie nun leben, die DDR, wird regiert von Männern, die auch aus dem sowjetischen Exil zurückkehrten, ohne verfolgt worden zu sein, und die viele, auch sehr persönliche Gründe haben, über die Jahre des stalinistischen Terrors zu schweigen und das Schweigen darüber zu verordnen.

Erst heute sind die „Kinder des Gulag“ bereit zu sprechen. Sie erzählen Geschichten vom Verlassensein, von Gefühlen der Fremdheit und Distanz gegenüber den Eltern oder aber von symbiotischen Beziehungen, durch die sie bis heute die kommunistischen Ideale ihrer Eltern leben. Die meisten unserer InterviewpartnerInnen erzählen das erste Mal über ihre Erinnerungen, sie sprechen von der Sehnsucht nach Zugehörigkeit, von zahlreichen Brüchen in ihrem Leben, von wechselnden Identitäten und vom verordneten Schweigen. Viele wissen bis heute nicht, was mit ihren Eltern (und mit ihnen) damals wirklich geschah.

Es kommen etwa 20 Frauen und Männer zu Wort, die eines miteinander verbindet: Ihre Eltern waren Opfer der stalinistischen Säuberungen und wurden von ihren eigenen Genossen verfolgt oder ermordet. 22:45-00:15 • RBB Berlin, RBB Brandenburg

Eiszeit in Ägyptens Frühling
Die unvollendete Revolution? – Aus der Reihe „WDR Weltweit“

Demokratie ist gut – der Weg dorthin mit Minen gepflastert, so die traurige Erkenntnis der Revolutionäre vom Tahrir Platz in Kairo. In Ägypten ist der Diktator weg – nicht aber die Diktatur.

Demonstranten, die vom Militär weggetragen werden, unter dem Jubel hunderter Anwohner. Ein Staatsfernsehen, das gegen christliche Ägypter Stimmung macht. Korrupte Funktionäre, die immer noch ihre Mitbürger quälen. Und wieder Notstandsgesetze, die willkürliche Verhaftungen erlauben. Die Touristen bleiben aus. Die Arbeitslosigkeit steigt. Die alten Grabenkämpfe lähmen das Land.

Die Parlamentswahlen, die Ende November beginnen, sind die letzte Hoffnung für die Freiheit. Die letzte Chance für die jungen Revolutionäre, die zum gewaltlosen Aufstand im Januar aufriefen und ein ganzes Volk mit ihrer Sehnsucht nach friedlichem Wandel ansteckten. WELTWEIT-Reporterin Golineh Atai heftet sich an die Fersen einiger Anhänger der ägyptischen Freiheitsbewegung in den Wochen vor den Wahlen. Wie finden sie den Weg von der Straße zur organisierten Partei? Wie können sie es schaffen, gegen die Manipulationen der Militärs und alten Machtzirkel anzukämpfen? Haben sie überhaupt eine Chance gegen die „Old Boys“ von der Staatspartei und den Muslimbrüdern?

WELTWEIT begleitet Ägyptens junge Wahlkämpfer auf Demonstrationen und Sit-Ins, zeigt sie bei hitzigen Debatten in Familie und Nachbarschaft, und bei ihrem Versuch, den Alltag zu überstehen im neuen, provisorischen Ägypten. 00:30-01:00 • EinsExtra

Schummeln für Jesus
Spielfilm – Der neunjährige Nizar, ein palästinischer Junge, ist eher Einzelgänger und wird von Gleichaltrigen gemieden. Zum diesjährigen Osterfest entscheidet Nizar, dass er es mit den Dorfkindern im traditionellen Ostereierspiel aufnehmen will…

Sein Ziel ist es, so viele Eier wie möglich zu gewinnen und diese dann in der Dorfkirche Jesus zu opfern. Aber das Ei von Nizar ist „Mashmaa“, ein getürktes Ei, das er entgegen den Spielregeln im Innern mit Wachs gefüllt hat. Nur er und Jesus kennen das Geheimnis. Ob sein Plan gelingt?

Hintergrundinformationen:
Firas Khoury wurde 1982 als Palästinenser in Israel geboren. Er machte seinen Abschluss an der Filmhochschule der Universität Tel Aviv. 2006 drehte er unter anderem die Kurzfilme „Hit Man“ und „Islamic“. Im Februar 2008 nahm er am Talentcampus der Berlinale für junge Regisseure teil. Im gleichen Jahr gewann er den ersten Preis beim Drehbuchwettbewerb des Internationalen Studentenfilmfestivals in Tel Aviv für sein Drehbuch zum Film „Low Profile“. „Schummeln für Jesus“ ist sein bislang neuester Film. 04:15-04:47 • arte

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