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Generation Zukunft

Wir blicken nach vorne!

Die „Integration“ der Menschen mit Migrationserfahrung in die Mehrheitsgesellschaft bzw. die Beteiligung derer am gesellschaftlichen Leben ist ein Thema, das in junger Zeit sehr weit ausdiskutiert wurde.

Von Fatih Çiçek Montag, 19.09.2011, 8:24 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 20.09.2011, 5:57 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Während Politiker, Künstler, Autoren und Journalisten über das Thema debattierten, das mit der Polemik Sarrazins noch viel öffentlicher, emotionaler und beliebter wurde, entdeckten „Islamkritiker“ eine neue Plattform für ihre Thesen. Auf der anderen Seite kamen die Jugendlichen, die der umstrittenen Problematik eine neue Richtung geben könnten, kaum zu Wort. Ihnen wurde das Ohr zugehalten. Viele, besonders muslimische Jugendliche, versuchten, ihre Gedanken auf persönlichen Blogs oder ähnlichen Publikationen zum Ausdruck zu bringen, engagierten sich an Parteien oder organisierten Projekte. Aber die erwünschte Wirkung wurde nicht erreicht.

10 Ideen
In diesem Zusammenhang organisierte die Bertelsmann Stiftung in Kooperation mit dem Bundesinnenministerium das Projekt „Junges Forum – Generation Zukunft“ in Berlin, zu dem mehrere Jugendliche aus ganz Deutschland eingeladen waren und ermöglichte der schweigenden Jugend die Möglichkeit, zur Diskussion Stellung zu nehmen. Jugendliche von 20 bis 30 Jahren hatten die Gelegenheit, sich mit einer außergewöhnlichen Idee zu bewerben. Die Ideen wurden zunächst online ausdiskutiert, gegenseitig vorgestellt und später zusammengefasst. Sie wurden unter 6 Gruppen „Arbeit, Bildung, Zusammenleben, Religion, Integrationsdiskurs, Sprache“ untergliedert und den Teilnehmern der Konferenz vorgestellt. Der Höhepunkt war erreicht: Nun war es an der Zeit, dass die Jugendlichen diskutierten, die „Generation Zukunft“.

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Aus den bunten Ideen wurden nach einem anderthalb-tägigen Programm 10 Ideen herauskristallisiert und gewählt, die an den parlamentarischen Staatssekretär Herrn Dr. Ole Schröder überreicht wurden. Die Vorschläge sollten an Innenminister Friedrich weitergereicht werden. Das war das Ziel der Veranstaltung. Die Politiker, Wirtschaftler, Künstler und Akademiker von morgen forderten eine Verbesserung der Gesetzeslage für Flüchtlinge, mehr Migranten im öffentlichen Dienst, mehr Diversity Management bzw. mehr interkulturelle Kompetenzen bei Arbeitgebern, eine Zulassung des Tragens von religiösen Symbolen an Schulen, mehr Mentoring-Projekte etc.

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Auf Augenhöhe
Die sehr positive Diskussionsatmosphäre verlieh den TeilnehmerInnen mit und ohne Migrationshintergrund eine gewisse Gemütlichkeit. Es war eindeutig erkennbar: Die Generation von morgen, die elitäre Zukunft, hatte keine Probleme damit, sich auf Augenhöhe zu begegnen. Gemeinsamer Respekt war hier essentiell. Diese Jugendlichen hatten sich interkulturelle Erfahrungen und Kompetenzen bereits angeeignet. Das respektvolle Aufeinanderkommen war kein Thema. Die Aussage von Vorstandsmitglied Herrn Ph. D. Jörg Dräger „Auch muslimische Frauen sollten an Schulen aufgenommen werden, sogar die mit Kopftuch“ wurde bejubelt, eine Atmosphäre des gegenseitigen Dialoges und ein völlig neues Gesprächsklima geschaffen. Die 10 Empfehlungen zeigen, wie offen diese Generation für Innovationen ist und wie tolerant die Welt von morgen sein wird.

Der „Zeitgeist“ erneuert sich heutzutage viel schneller als noch vor 100 Jahren. Die provokanten Politiker und Wissenschaftler, die sich noch immer aus ihrem Odium nicht befreien konnten, bleiben in der Vergangenheit. Die vollkommen destruktiven Debatten, die Deutschland bisher ertragen musste, welche uns bisher kaum nach vorne gebracht und uns gespalten, separiert und voneinander getrennt haben, anstatt uns noch näher zu bringen, sind veraltet. Wir, die „Generation Zukunft“, waren ein praktisches Beispiel zur Schaffung einer neuen zivilen demokratischen und säkularen Diskussionsatmosphäre. Wir blicken nach vorne!

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