Deportation

Die Geschichte der Russlanddeutschen ist auch unsere Geschichte

Die NRW-Landesregierung hat mit einer Gedenkveranstaltung an die Deportation von etwa 800 000 Russlanddeutschen im Jahre 1941 nach Kasachstan und Sibirien erinnert. Anlass der Veranstaltung war der 70. Jahrestag der Unterzeichnung des Stalinschen Erlasses über die Deportation.

Montag, 19.09.2011, 8:25 Uhr|zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 08.01.2015, 12:33 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Die Landesregierung hat mit einer Gedenkveranstaltung an die Deportation von rund 800.000 Russlanddeutschen nach Kasachstan und Sibirien im Jahr 1941 erinnert. „Die Geschichte der Deutschen aus Russland ist auch Teil unserer Geschichte. Und daraus erwächst auch unsere Verantwortung“, sagte Europaministerin Angelica Schwall-Düren (SPD) am Samstag in Düsseldorf. Für das gegenseitige Verstehen und Respektieren sei das Wissen um die Geschichte des anderen eine wichtige Basis. Anlass der Veranstaltung „Gegen das Vergessen“ war der 70. Jahrestag der Unterzeichnung des Stalinschen Erlasses über die Deportation der Russlanddeutschen.

Zülfiye Kaykın (SPD), Staatssekretärin für Integration beim Minister für Arbeit, Integration und Soziales, ergänzte: „Mehr als 700.000 Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler haben in den letzten Jahrzehnten unser Nordrhein-Westfalen mit geprägt.“ Viele von ihnen seien Nachfahren der damals deportierten Russlanddeutschen. Kaykın ist auch Vorsitzende des Landesbeirates für Vertriebenen, Flüchtlings- und Spätaussiedlerfragen und damit Schirmherrin der Gedenkveranstaltung im Düsseldorfer Gerhart-Hauptmann-Haus. „In vielen Gesprächen mit Zeitzeugen habe ich einen oft erschütternden Einblick in dieses dunkle Kapitel erhalten. Gemeinsam wollen wir ein Zeichen setzen, dass Vertreibung, Deportation und Zwangsarbeit geächtet werden müssen“, sagte Kaykın weiter.

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Potenzial der Zweisprachigkeit
Schwall-Düren betonte die Potenziale durch Zweisprachigkeit und interkulturelle Kompetenz und ermunterte die Menschen mit Zuwanderungsgeschichte, „ihre sozialen, sprachlichen wie auch ökonomischen Fähigkeiten in die Gesellschaft einzubringen. „Um wettbewerbsfähig und international erfolgreich zu sein, brauche die Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen diese Fähigkeiten“, so Schwall-Düren weiter.

Staatssekretärin Kaykın lobte „das große Engagement der Selbstorganisationen der Deutschen aus Russland, die als Brückenbauer für Integration sowohl in NRW als auch in einer immer globaler werdenden Welt agieren“. Dies zeige sich auch an der langen Liste der Kooperationspartner der Veranstaltung.

Der Stalinsche Erlass über die Deportation der Russlanddeutschen vom 28. August 1941 war eine Reaktion auf den Überfall des nationalsozialistischen Deutschland auf die Sowjetunion. Bis Ende 1941 wurden rund 800.000 Personen deutscher Herkunft aus dem europäischen Teil der Sowjetunion nach Kasachstan und Sibirien deportiert. Hunderttausende verloren ihr Leben. (ms)

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