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Offener Brief

VDEM und LIB kritisieren Beirat für den den islamischen Religionsunterricht in NRW

VDEM und der LIB e.V. kritisieren in einem gemeinsamen Offenen Brief die NRW-Landesregierung. Die Zusammensetzung des Beirats für den islamischen Religionsunterricht dürfe nicht von der Zustimmung des KRM abhängen. Der Brief im Wortlaut:

Montag, 29.08.2011, 8:28 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 30.08.2011, 23:59 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Offener Brief an die Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein – Westfalen, die Mitglieder der Landesregierung sowie die Mitglieder des Landtages Nordrhein – Westfalen:

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Sehr geehrte Frau Ministerpräsidentin,
sehr geehrte Mitglieder der Landesregierung und
sehr geehrte Mitglieder des Landtages,

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mit Bedauern haben wir, der VDEM (Verband Demokratisch-Europäischer Muslime) und der LIB e.V. (Liberal Islamischer Bund), die Absicht der Landesregierung zur Kenntnis genommen, einen Beirat für den muslimischen Religionsunterricht in NRW einzurichten, der nur mit Mitgliedern besetzt werden soll, die die Zustimmung der vier traditionell-konservativen im KRM (Koordinationsrat der Muslime in Deutschland) zusammengeschlossenen Verbände benötigen.

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Im Sinne einer ausgeglichenen Entwicklung des muslimischen Religionsunterrichts in NRW haben Sie es versäumt Muslime an der Entwicklung mitwirken zu lassen, die eigene praktische, theologische und philosophische Vorstellungen vertreten, welche sich von denen der KRM-Verbände unterscheiden.

Würden Sie ihre Pläne weiter verfolgen, wäre der muslimische Religionsunterricht für die nächsten Jahre alleine durch die vier nicht-repräsentativen KRM-Verbände dominiert. Muslime mit anderen, vor allem KRM unabhängigen, Standpunkten wären genötigt Schritte einzuleiten, um wie die Aleviten einen eigenen Religionsunterricht zu organisieren und einzufordern. Dies würde nur zu einer weiteren Zersplitterung der muslimischen Community in NRW führen und so die Etablierung von Ansprechpartnern für die Landesregierung erschweren.

Mit Nachdruck fordern wir Sie deshalb auf, den von Ihnen eingeschlagenen Weg zu überdenken. Die Beteiligung von Muslimen, die dezidiert von den KRM-Verbänden unabhängige Standpunkte vertreten, ist zwingend erforderlich. Sowohl im Beirat als auch in einem zukünftig entstehenden Landesschulinstitut müssen neben den Vertretern der KRM-Verbände auch muslimische Pädagogen und Theologen, die sich als ausdrücklich demokratisch-säkular oder liberal verstehen, berücksichtigt werden.

Mit freundlichen Grüßen

für den VDEM (Verband Demokratisch-Europäischer Muslime)
Hadi Schmidt-El Khaldi
Generalsekretär

für den LIB e.V. (Liberal Islamischer Bund)
Lamya Kaddor
Vorsitzende

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  1. islamexperte sagt:

    Die beiden Unterzeichnenden scheinen sauer zu sein dass sie kein Stück vom Kuchen abbekommen haben. Aber wie den auch; nach Selbstauskunft des LIB umfasst dieser Verein gerade mal 100 Menschen (darunter auch keine Muslime) – da hat jede Hinterhofmoschee mehr Mitglieder.
    Der VDEM schreibt auf seiner Seite: „Der VDEM erklärt sich bereit an der Islamkonferenz teilzunehmen, falls der Ruf aus Berlin käme.“.

    Wie kann man so etwas ernst nehmen? Aus welchen Argumenten leitet sich deren Vertretungsanspruch in der muslimischen Community?

    Ich hege den Verdacht dass es sich um Selbstdarsteller handelt die auf diese Weise publicity haben wollen

  2. Pingback: Mit Kopf und Herz – Eine religionspädagogische Perspektive auf den Islamunterricht | Migration und Integration in Deutschland | MiGAZIN

  3. Der gemeinsam von der ersten LIB-Vorsitzenden und dem Generalsekretär des Verbandes Demokratisch-Europäischer Muslime (VDEM) unterzeichneten offenen Brief an die Regierung des Landes NRW, in dem es um die zukünftige Gestaltung eines islamischen Religionskundeunterrichtes im Lande geht, hat zu einer Anhörung im Düsseldorfer Landtag geführt.

    Am kommenden Mittwoch, den 14.09.2011, findet im Düsseldorfer Landtag eine öffentliche Anhörung zum muslimischen Religionsunterricht in NRW statt.

    Der LIB e.V. wird, vertreten durch Lamya Kaddor und Rabeya Müller,

  4. mediterrane sagt:

    Wieviele Muslime vertreten diese beiden Vereine eigentlich, es ist eine üble Anmaßung von „durch die vier nicht-repräsentativen KRM-Verbände dominiert“ zu reden wenn man selbst nur sich selbst vertritt. Der Islam ist zu wichtig um ein Spielball von Wichtigtuern und geltungssüchtigen Menschen mit zuviel Freizeit zu sein. Schaffen Sie sich bitte ein Hobby an uns lassen sie die Menschen die ihre Religion noch ernst nehmen in Ruhe. Vielen Dank!

  5. Soli sagt:

    „Der Islam ist zu wichtig…“
    Vieleicht sollte man den ganzen Religionsunterrichtsquatsch einfach mal sein lassen.
    Wer sich dafür interessiert kan ngerne in die Kirche/Moschee/den Tempel seiner Wahl gehen, in der Schule hat das meiner Meinung nach einfach nichts mehr verloren in der heutigen Zeit.

    Wenn ich mir anschaue wie viele Jugendliche die Schule als Analphabeten verlassen denke ich mir – die paar Stunden Religionsunterricht sollten lieber mit Deutschunterricht oder einem naturWISSENSCHAFTLICHEM Fach ausgefüllt werden.

    Dann könnte man im übrigen auhc die ganzen sinnlosen „Beiräte“ die nur Geld kosten einfach mal auflösen.