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Integrationskonferenz

Über Benachteiligung und Ungleichbehandlung wird nicht geredet

Sprache ist wichtig. Damit ist die Konferenz zu „Migration. Qualifikation - Kulturelle Vielfalt und berufliche Perspektiven“ mit Maria Böhmer schon zusammengefasst. Diskriminierungen in der Schule und am Arbeitsmarkt waren erneut kein Thema.

Freitag, 03.06.2011, 8:30 Uhr|zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 09.06.2011, 1:58 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |   Drucken

Wenn in Deutschland über Integration gesprochen wird, steht Spracherwerb ganz ganz oben auf der Tagesordnung. So auch auf der Auftaktkonferenz „Migration. Qualifikation – Kulturelle Vielfalt und berufliche Perspektiven“ der Bundesarbeitsgemeinschaft SchuleWirtschaft am vergangenen Dienstag im Haus der Deutschen Wirtschaft in Berlin.

Über 150 Teilnehmer waren gekommen und diskutierten darüber, wie interkulturelle Berufsorientierung dazu beitragen kann, die Ausbildungsbeteiligung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu verbessern. Zentrales Thema der Konferenz bildete die Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in die duale Ausbildung und den Arbeitsmarkt.

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Raimund Becker, Vorstand der Bundesagentur für Arbeit, erklärte „Sprache ist der entscheidende Schlüssel“. Jugendliche müssten grundsätzlich in Eigenverantwortlichkeit handeln und lernen, allerdings brauche es dazu Unterstützung. Staatsministerin Maria Böhmer (CDU) ergänzte: „Der frühzeitige Erwerb der deutschen Sprache erhöht die Chancen für eine gute Bildungsbeteiligung erheblich.“ Weitere Experten aus Forschung und Praxis kamen zu Wort mit gut gemeinten und teilweise wichtigen Handlungsempfehlungen.

Diskriminierung keine Thema
Eine wichtige Integrationshürde wurde aber außen vor gelassen – Diskriminierungen in der Schule und am Arbeitsmarkt. Dabei weisen zahlreiche Studien darauf hin, dass ein Ali oder eine Ayse trotz guter Deutschkenntnisse sowohl in der Schule als auch bei der Arbeitssuche benachteiligt wird. So zuletzt eine Studie des Berlin-Instituts. Danach gehen Schüler mit Migrationshintergrund bei gleichen Leistungen und selbst bei sozialem Status der Eltern viel seltener auf ein Gymnasium.

Und die Studie des nordrhein-westfälischen Integrationsministeriums „Muslimisches Leben in Nordrhein-Westfalen“ zeigt, dass selbst ein guter Bildungsabschluss nicht davor wahrt, im sozialen Abseits zu landen. Laut Studie beziehen 17,8 Prozent aller Muslime ohne Schulabschluss Transferleistungen. Muslime mit Hauptschulabschluss weisen eine Quote von 13,9 Prozent auf und Muslime mit mittlerer Reife nur noch 9,3 Prozent. Problematisch ist allerdings, dass über 20 Prozent der mit einem Abitur Ausgestatteten auf staatliche Leistungen angewiesen sind. (hs)

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