Buchtipp zum Wochenende

Krieg. Stell dir vor, er wäre hier

Stell dir vor, es ist Krieg - nicht irgendwo weit weg, sondern hier in Europa. Die demokratische Politik ist gescheitert und faschistische Diktaturen haben die Macht übernommen. Wer kann, flieht in den Nahen Osten, wie der 14-jährige Protagonist aus Deutschland.

Freitag, 29.04.2011, 8:24 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 02.05.2011, 0:03 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Stell dir vor, es ist Krieg – nicht irgendwo weit weg, im Irak oder in Afghanistan, sondern hier, in Europa, mitten unter uns. Die demokratischen Staaten sind zusammengebrochen und faschistische Diktaturen entstanden. Seit Jahren bekämpfen sich Franzosen, Deutsche, Italiener und Griechen. Die Städte sind zerstört, die Wirtschaft liegt brach und nirgends ist es sicher. Es regieren Angst, Kälte und Hunger in Europa.

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Wer kann, flieht in den Nahen Osten, wie der 14-jährige Protagonist dieser Geschichte, der aus Deutschland stammt. In einem ägyptischen Flüchtlingslager versuchen er und seine Familie ein neues Leben zu beginnen. Doch die Versorgungslage ist schlecht, das Lagerleben zermürbend und er wird von Flüchtlingskindern aus anderen Ländern gemobbt. Weil seine Familie keine Aufenthaltsgenehmigung hat, kann er nicht zur Schule gehen, kein Arabisch lernen, keine Arbeit finden. Er fühlt sich als Mensch dritter Klasse, erfährt Ausgrenzung und Fremdenhass. Jeden Tag sehnt er sich danach zurückzukehren, nach Hause. Doch wo ist das?

Janne Teller erzählt nüchtern, knapp und in eindrucksvoller Klarheit vom Schrecken des Krieges, von Flucht und Vertreibung, und vom Überleben in der Fremde.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=aJfABpz38CM[/youtube]

Janne Teller wurde am 8.4.1964 in Kopenhagen geboren. Ihre Mutter stammt aus Österreich und ihr Großvater väterlicherseits aus Norddeutschland. Ihre erste Erzählung veröffentlichte sie im Alter von 14 Jahren in der dänischen Zeitung Berlingske Tidende. Mit 30 kündigte sie dann ihren Beruf, mietete eine Ein-Zimmer-Wohnung in Kopenhagen und widmete sich ausschließlich dem Schreiben. Mehr auf janne-teller-krieg.de

Pressestimmen
„Eine ebenso einfache wie geniale Idee: Mit einem kleinen Dreh stellt die Autorin unsere Alltagswirklichkeit auf den Kopf und zwingt uns, in einen hässlichen Zerrspiegel zu schauen.“ Sylvia Schwab, Deutschlandradio Kultur, 04.03.11

„So schmal Janne Tellers Buch auch ist, so groß ist – vielleicht gerade deswegen – seine gedankliche Sprengkraft. … Gut, dass dieses Büchlein gerade jetzt erscheint, wo der Nahe Osten brennt, denn vielleicht erlaubt es dem einen oder anderen Leser beim Blick auf Flüchtlinge und Migranten gelegentlich einen Wechsel der Perspektive.“ Ulrich Noller, WDR Funkhaus Europa Bestsellercheck, 09.03.11 (bk)

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MiGDISKUTIEREN (Bitte die Netiquette beachten.)

  1. Jos. Blatter sagt:

    Eine Polemik fourotanischen Niveaus.
    Ich darf alle Einwanderungsbefürworter kulturfremder Orientalen informieren. Es gab zu allen Jahrhunderten Kriege unter den Völkern Mitteleuropas. Die resultierenden Flüchtlinge, Millionen, haben sich aber immer wieder selbst reorganisiert und sich nicht am Bosporus oder in irgendwelchen Kashbas der arabischen Welt aushalten lassen.
    Vielleicht ist dieses Wissen nicht nur nicht in den Islam vorgedrungen, sondern auch wohl nicht zu 14jährigen Däninen.

  2. Beri sagt:

    @jos blatter

    Und ihre Polemik stammt aus verstaubten und uralten orientalistischen Büchern, würd ich mal so sagen. Der Begriff „Orientale“ wurde von Europäern erfunden, um Menschen aus dieser Region eine „Andersartigkeit“ zu zuschreiben.
    Bosporus heißt seit 1453 Istanbul bzw. Konstantiniye, falls Sie das auch noch nicht mitbekommen haben sollten (ach und wir leben im Übrigen im 21. Jahrhundert, im Zeitalter des Globalismus).
    Und die schrecklichen Kriege, und Verfolgungen von bestimmten rel. Gruppen in Europa (u. a. Juden), haben auch zur Folge gehabt, dass sich viele dieser Istanbul als Wahlheimat ausgesucht haben, und bis zu einer bestimmten Zeit dort auch ein friedlicheres Leben gelebt haben, zum Teil auch im Hofe des Sultans ranghohe Würdenträger sein konnten.

    Kein Mensch hat hier in irgendeiner Form über den Islam gesprochen, da haben Sie sich aber selbst in die Pfanne gehauen, würd ich mal sagen.

  3. MoBo sagt:

    Ich habe das Buch neulich gelesen und finde es großartig. Ich hoffe, der etwas andere Blickwinkel ermöglicht es auch Menschen, die bisher keinen besonderen Zugang zur Flüchtlingsthematik hatten, sich zumindest ein wenig damit vertraut zu machen.