Buchtipp zum Wochenende

Jahrbuch für Islamophobieforschung 2011

Seit vielen Jahren ist die Islamophobie keine Randerscheinung mehr. In dem aktuellen "Jahrbuch für Islamophobieforschung 2011" reicht die Themenpalette von Islamophobie in der Politik über Medien bis hin zur Popkultur.

Freitag, 01.04.2011, 8:24 Uhr|zuletzt aktualisiert: Freitag, 27.05.2011, 11:05 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |  

In Deutschland stellte jüngst der renommierte Shadow Report des European Network Against Racism eine über unterschiedlichste Parteien auftretende Islamophobie fest. Und auch in Österreich zeigt der aktuelle Rassismus-Report der Antirassismusstelle ZARA einen dramatisch gestiegenen Rassismus gegenüber Frauen mit Kopftuch.

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„All diese Prozesse verdeutlichen die Wichtigkeit, sich mit Islamfeindlichkeit als einer spezifischen Form der Menschenfeindlichkeit auseinanderzusetzen“, so der Politikwissenschafter Farid Hafez. Deshalb veröffentlichte er jüngst die zweite Ausgabe seines Jahrbuchs für Islamophobieforschung für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Damit geht der Versuch einer sachlichen Auseinandersetzung mit diesem Thema weiter. Im Zentrum dieser interdisziplinären Publikation stehen sachlich fundierte und wissenschaftlich systematische Analysen islamophober Geschehnisse in den drei deutschsprachigen Ländern.

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Doris Angst und Astrid Mattes untersuchen die Rezeption des Schweizer Minarettverbots in Schweizer und österreichischen Zeitungen. Petra Klug kritisiert in ihrem Beitrag die kulturalistischen Implikationen der Position von Judith Butler.

Farid Hafez setzt sich mit neuen Ausdrucksformen der Islamophobie bei der Freiheitlichen Partei Österreichs am Beispiel des Wiener Wahlkampfes auseinander. Martin Meyraths originärer Beitrag beschäftigt sich mit islamophoben Diskursen in der österreichischen Popkultur am Beispiel des Liedes „Supertürke“. In dem Artikel von Philipp Becher wird schließlich das Feindbild Islam in neurechten Periodika vor dem 11. September analysiert.

„Die interdisziplinären Beiträge veranschaulichen sehr deutlich, wie sehr islamophobe Diskurse in unterschiedlichen Bereichen unserer Gesellschaft wirken“, so Hafez abschließend.

Das JfI richtet sich an ForscherInnen, Lehrende, StudentInnen und politisch interessierte Menschen, die sich für die Lage in den drei deutschsprachigen Ländern Deutschland, Österreich und der Schweiz interessieren. Das JfI sieht sich insofern auch als Jahrbuch mit internationaler Ausrichtung, als es zum einen auch englische Publikationen rezensiert und zum anderen Abstracts der jeweiligen Artikel sowohl in deutscher wie auch in englischer Sprache publiziert. (eb)

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  1. MoBo sagt:

    @ Belladetta: ich wüsste nicht, wo das Kindern „strikt untersagt“ sein soll. Ich habe da andere Erfahrungen aus meiner Kindheit/ Jugend und in meinem Umfeld.

    Wenn man natürlich wirklich streng wegen Schweinefleisch ist (und es gibt da ja solche und solche Muslime bzw. solche und solche Juden), dann muss man auch auf Gelatine achten, und die ist nunmal in so vielen Produkten in Deutschland, dass man dann kaum außer Haus essen könnte.

  2. Belladetta sagt:

    @MobBo
    Es freut mich zu hören, dass Sie da andere Erfahrungen gemacht haben. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass es nicht nur auf der „deutschen“ Seite Phobien gibt, welcher Art auch immer.
    Bei uns gab es auch nie Süßes, keine Gummibärchen o.ä. mit Gelatine, eine alte Tradition in meiner Familie, der ich folge. Schon mein Großvater (geb. 1900!) verbat seinen Kindern Eiscreme wg. des zu hohen Zuckergehalts, ebenso (ungesundes) Weißbrot. Meine Mutter benutzte in Korea Coca-Cola als Desinfektionsmittel im Krankenhaus, weil es zu der Zeit nichts anderes gab. Das sind Prägungen, die man nicht so schnell los wird und das ist auch gut so….
    Wenn aber die Angst vor der Kontaminierung durch ein tabuisiertes Nahrungsmittel zur Abschottung von den Einheimischen führt, dann besteht Aufklärungsbedarf. Mittlerweile sind die Menschen hier schon allein der vielen Allergien wegen daran gewöhnt, dass Kinder das eine oder andere nicht essen dürfen und es wird allerorts darauf Rücksicht genommen. Man muss darüber sprechen und Vertrauen aufbauen, anstatt sich mißtrauisch abzukapseln. Aber da sind wir bei dem leidigen Thema der Sprachkompetenz und Kommunikationsfähigkeit….

  3. Mika sagt:

    @Belladetta
    „Eine nicht zu unterschätzende Phobie seitens der Muslime in diesem Land ist die Angst, irgendwie mit Schweinefleisch kontaminiert zu werden. Gerade Kindern ist daher strikt untersagt, Freunde aus dem Kindergarten oder der Grundschule zuhause zu besuchen, denn man weiß ja nicht, was ihnen dort angeboten wird.“

    Was bitte schön ist das für´n Quatsch? Man muss doch einfach drauf hinweisen und gut ist! Das ist auch immer das gleiche mit euch: Immer Generalisieren, immer Pauschalisieren! Das wäre, als ob man sagen würde, dass jeder Deutscher ein Rassist ist. Ach? Stimmt das nicht? Komisch…..
    Ich selbst habe während meiner Kindheit immer jemanden zu Hause besuchen dürfen und das dürfen auch meine Kinder! Also bitte Vorsicht mit Pauschalisierungen selbst wenn Sie andere Erfahrungen gemacht haben. Das heißt dann noch lange nicht, dass ALLE eine Phobie haben!

  4. Mika sagt:

    @Mobo
    „Wenn man natürlich wirklich streng wegen Schweinefleisch ist (und es gibt da ja solche und solche Muslime bzw. solche und solche Juden), dann muss man auch auf Gelatine achten, und die ist nunmal in so vielen Produkten in Deutschland, dass man dann kaum außer Haus essen könnte.“

    Dazu kann ich nur sagen, dass das geht! Wir achten sehr drauf, obwohl wir nicht ultrareligiös sind. Wir kaufen nur Gummibärchen entweder ganz ohne Gelatine oder auch welche mit Rindergelatine! Und auch sonst gibt es kein Problem, außer Haus zu essen! Und ich lese mir jede Produktangabe durch, bevor ich es kaufe. Mir geht es auch nicht nur um Gelatine, sondern auch um Dinge wie Geschmacksverstärker, Farbstoffe etc.

  5. Petra sagt:

    Der Beitrag von Petra Klug beschäftigt sich kritisch mit der Position von Judith Butler, die ihrerseits recht undifferneziert kritisiert, dass die Berufung auf sexuelle Freiheiten instrumentalisiert wird. Ihre Zusammenfassung ist also so kurz, dass sie eigentlich falsch ist.
    MfG!

  6. Belladetta sagt:

    @Mika
    Ich schätze sonst Ihre Beiträge wirklich sehr, aber pausalisiert habe ich die Verhältnisse nun gerade nicht. Ich schrieb von einer ’nicht zu unterschätzenden Phobie‘ und das schließt doch wohl ein, dass nicht ALLE gemeint sein können.
    Und was Speise- und sonstige Tabus oder Phobien angeht, kann ich Ihnen mitteilen, dass die Großeltern meines angetrauten Brahmanen nicht einmal Zwiebeln und Knoblauch angerührt haben, weil diese Zutaten die Aggressivität fördern, so jedenfalls die Begründung. Bei orthodoxen Brahmanen sind sie als „Weiße“ echtem ‚Rassismus‘ ausgesetzt. Glauben Sie mir, die Phobien hier in Deutschland sind absolute Lappalien verglichen mit denen in Indien z.B. Ich habe in den letzten Jahren in einer ländlichen Region gelebt, in der sie automatisch echte Phobien entwickeln gegen Kobras, Giftfrösche und Mücken, die Malaria, japanische Enzephalitis und Chikungunya verbreiten. Daneben sind sie aber genauso mit von Menschen gemachten Phobien konfrontiert. Auf den Dörfern wird sehr genau unterschieden, wer denn Zugang zu der von den Japanern gestifteten Wasserpumpe haben darf und wer nicht. Die Kastenlosen dürfen da bis heute nicht dran. In den Schulen weigern sich die Hochkastigen neben den Kastenlosen zu sitzen, geschweige denn mit ihnen gemeinsam zu essen etc.
    Es gibt auf der einen Seite antrainierte Phobien, aber auch ganz konkrete vor dem plötzlich auftauchenden Unbekannten, ein Mechanismus, der sich in der menschlichen Evolutionsgeschichte als lebensrettend erwiesen hat. Mir ist es in China und in Indien passiert, dass Kleinkinder bei meinem Anblick in Tränen ausgebrochen sind, weil sie noch nie eine „Weiße“ gesehen haben. Aber deswegen bin ich doch nicht gleich beleidigt und mache den Eltern Vorwürfe. Diese hatten die Kinder extra angeschleppt, damit sie eine „Weiße“ kennenlernen.

  7. Europa sagt:

    @Belladetta
    Danke für dein Beitrag! Hätten die meisten Migranten mehr Erfahrung mit anderen Ländern und Sitten, dann würden sie wissen, dass die Deutschen gar nichts so schlecht sind, aber nun mal auch ihre Art haben. Damit muss man leben können oder nicht, aber man kann nicht erwarten ,dass sich die ganze einheimische Bevökerung den Migranten anpassen wird.

    @Mika
    „Wir kaufen nur Gummibärchen entweder ganz ohne Gelatine oder auch welche mit Rindergelatine! Und auch sonst gibt es kein Problem, außer Haus zu essen!“
    Genau! Und dieses „Zuhause essen“ ist mal wieder ein Integrationhindernis erster Klasse! Falls es ihnen noch nicht aufgefallen sein sollte: Sie gehören nicht zu den Menschen die die Integration fördern, sondern Sie leben ihre alten Traditionen und ihr Leben aus der Heimat hier 1:1 fort und wundern sich, wenn keiner Sie mag. Aber Sie gehören hier zu den Leuten die am lautesten: „RASSISIT“ schreien. Ich hoffe Sie könne sich hier wenistens von ihrem Alltag ein bisschen abreagieren.