Tag des Flüchtlings

Mit Diskriminierung macht man keinen Staat

Das Motto des diesjährigen Tages des Flüchtlings lautet: „Mit Diskriminierung macht man keinen Staat“. Für Gerhard Merz, integrationspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Hessen, ein guter Anlass, um auf Missstände aufmerksam zu machen.

Freitag, 01.10.2010, 8:27 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 05.10.2010, 1:02 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

„Mit Diskriminierung macht man keinen Staat“, so lautet das Motto des diesjährigen Tages des Flüchtlings, der im Rahmen der von den Kirchen veranstalteten Interkulturellen Woche bundesweit am 1. Oktober stattfinden wird. „Der Tag des Flüchtlings muss genutzt werden, um auf viele offene und drängende Probleme hinzuweisen, die es im Umgang mit Flüchtlingen in Deutschland gibt“, erklärte dazu der integrationspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Hessen Gerhard Merz.

Merz und Ernst-Ewald Roth (SPD), Mitglied der Härtefallkommission, wiesen darauf hin, dass die Unterbringung von Abschiebehäftlingen dringend neu geregelt werden müsse. Es könne nicht sein, dass Abschiebehäftlinge in denselben Hafteinrichtungen untergebracht werden, wie Strafhäftlinge. „Das ist inhuman und inakzeptabel und steht außerdem klar im Widerspruch zu der EU-Richtlinie, die bis Ende des Jahres von den Mitgliedstaaten umgesetzt werden soll“, so Roth.
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Auch im Bereich der Gesundheitsversorgung von Menschen ohne Aufenthaltsstatus sehen die beiden Landtagsabgeordneten Handlungsbedarf. „Die Menschen gehen aus Angst vor Abschiebung nicht zum Arzt, das ist kein Zustand, hier muss dringend gehandelt werden“, sagte Merz.

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Kritik übten die beiden Sozialdemokraten auch am Asylbewerberleistungsgesetz. „Zu kritisieren ist vor allem, dass die geringen Leistungen und die Unterbringung in Wohnheimen bzw. Flüchtlingslagern kein menschenwürdiges Leben erlauben. Die Gutscheine und Sachleistungen diskriminieren die Betroffenen, die einem rechtlichen oder faktischen Arbeits- und Ausbildungsverbot und weiteren Einschränkungen wie der Residenzpflicht unterliegen“, so Merz und Roth abschließend.

Für Barbara Cárdenas, migrationspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Hessischen Landtag, ist der Tag der Flüchtlinge, „ein Tag, um an jene zu denken, deren Flucht an den Grenzen Europas endet. Auch an jene, die es zwar bis nach Deutschland geschafft haben, aber nun um ihre Anerkennung als Flüchtlinge zittern müssen. Aber es ist auch ein Tag, an dem wir uns darüber freuen, dass Menschen, die vor Unterdrückung, Verfolgung und Krieg geflohen sind, nun ihr Leben in Deutschland neu gestalten können.“

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  1. Frank sagt:

    Schade, das solche Themen in der breiteren medialen Debatte keinen Platz finden. Wir geben uns selbst das Bild einer auf Menschenrechte pochenden Kultur, verletzen sie aber an allen Ecken und Enden. Hinzu kommt eine unsägliche, unsachliche Integrationsdebatte, die vor Rassismus nur so strotzt, ohne das diejenigen, die sie vorantreiben das merken würden. Als wäre es nicht genug, immer wieder, einen Clash of Civilisations auszurufen und den Islam als Feindbild zu etablieren, glaubt man auch noch ernsthaft, man stünde auf der guten Seite. Verteidigung der Menschenrechte, Emanzipation, etc. ja, das gibt es nur bei „uns“. Genau,… die katholische Kirche, die europäische Einwanderungspolitik, ein Wirtschaftssystem, das die Ökologie des Planeten ruiniert und Menschen dazu zwingt, ihre Heimat zu verlassen,…“wir“ sind so menschenfreundlich, das es wehtut.